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Rad-Klassiker: Ciolek gewinnt Mailand-San-Remo

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Glücklicher Sieger in San Remo: Gerald Ciolek. Foto: AP/dpa
Gerald Ciolek gewinnt als dritter deutscher Radprofi nach Rudi Altig und Erik Zabel sensationell Mailand-San Remo. Nach dem Coup verpasste der 26-Jährige sogar auf eigenen Wunsch den gebuchten Rückflug.
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Berlin/San Remo

Erik Zabels Geheimtipp Gerald Ciolek hat sensationell eine der denkwürdigsten Ausgaben des Frühjahrs-Klassikers Mailand-San Remo gewonnen. Der für das südafrikanische Zweitliga-Team MTN Qhubeka fahrende Pulheimer besiegte im Spurt am Sonntag den Topfavoriten Peter Sagan aus der Slowakei. Nach dem vierfachen Sieger Zabel und Rudi Altig ist Ciolek der dritte deutsche Sieger in San Remo.

„Das ist riesig. Ich war in der komfortablen Situation, dass ich nicht der Topfavorit war und alle auf Sagan geachtet haben. Ich war im Schlussspurt genau in der richtigen Position. Auf dem Poggio davor hatte ich gemerkt, dass es heute klappen könnte“, kommentierte Ciolek den größten Erfolg seiner Karriere, die bis zu diesem Sonntag noch kein ganz großes Highlight aufwies. Zum Feiern vor Ort verzichtete Ciolek, dessen Team nur mit einer Wildcard zum Start zugelassen worden war, auf den gebuchten Rückflug.

Das eigentlich längste Eintagesrennen der Saison war wegen Eis und Schnee auf dem Turchino-Pass von ursprünglich 298 auf 243 Kilometer verkürzt und entschärft worden. Die Radprofis saßen zwischendurch im Bus - alle Renntaktik wurde über Bord geworfen. Der 26-jährige Ciolek, der zwölf Jahre nach dem letzten deutschen Sieger Zabel im eiskalten San Remo gewann, schloss eine beispiellose Aufholjagd mit seinem ersten Klassikersieg ab. Der U23-Weltmeister von 2006 trat die Nachfolge des Australiers Simon Gerrans an. Zabel hatte vor dem Start den Namen des gelernten Elektroingenieurs aus Pulheim als möglichen Überraschungssieger genannt und lag damit goldrichtig. Im Ziel fielen sich Zabel, inzwischen Teamleiter im russischen Katusha-Team, und Ciolek in die Arme.

Mit sechs Ausreißern unterwegs

Sechs Ausreißer hatten den zweiten Teil des Rennens nach der Neutralisation und einer dreistündigen Rennunterbrechung mit 7:11 Minuten Vorsprung fortgesetzt. Diese Führung hatten sie bis zum Zwangsstopp in Ovoda am Fuß des 532 hohen Turchino herausgefahren. 126 Kilometer bis San Remo lagen noch vor ihnen.
Im Finale vor dem vorletzten Aufstieg auf die Cipressa wurden die Ausreißer bei der 104. Auflage der verregneten und eiskalten Fahrt in den Frühling aber gestellt. Ciolek und Co. schlossen auf und eine etwa 70 Fahrer Spitzengruppe rüstete für die entscheidende Phase.

Auf der Abfahrt vom Poggio sechs Kilometer vor dem Ziel hatte sich eine sechsköpfige Spitzengruppe gebildet. In ihr wartete Ciolek bis zum letzten Moment. Er folgte dem scheinbar unschlagbaren Sagan und fing den Slowaken auf der Ziellinie ab. Dritter wurde der vierfache Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara.

Feiern statt fliegen

„Ich glaube, wir haben heute alles richtig gemacht. Eigentlich wollten wir gleich nach dem Rennen nach Hause fahren. Aber Gerald wird wohl seinen Flug canceln und wir werden hier ein bisschen feiern. Darauf waren wir nicht vorbereitet“, sagte MTN-Teamchef Jens Zemke, der vor Jahren das Frauenteam in Nürnberg betreute und einen ähnliche rasanten Aufstieg wie Ciolek hinlegte. (dpa)

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