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Ski-Weltcup: Die knappste Entscheidung aller Zeiten

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Schnell unterwegs: Dominik Paris. Foto: dapd
Das Wimpernschlagfinale im alpinen Ski-Weltcup sorgte für große Begeisterung: Die ersten vier Skirennfahrer binnen zwei Hundertstelsekunden – das gab es noch nie in der Historie des im Jahre 1967 eingeführten Weltcups.
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Bormio

Knapp, knapper, Bormio. Das Wimpernschlagfinale mit der engsten Herren-Entscheidung im alpinen Ski-Weltcup überhaupt sorgte für große Begeisterung. „Da fällt einem nur ein, dass die Herren sensationellen Sport abliefern“ schwärmte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier, „denn wenn man sich auf 1000 Höhenmetern und 3,2 Kilometern Streckenlänge und unter so schweren Bedingungen am Schluss nur um Hundertstel trennt, dann muss man sagen, dass die Jungs wirklich eine geile Performance bieten.“ Die ersten vier Skirennfahrer binnen zwei Hundertstelsekunden – das gab es noch nie in der Historie des im Jahre 1967 eingeführten Weltcups.

Der Österreicher Hannes Reichelt und der Italiener Dominik Paris gewannen zeitgleich die Abfahrt im italienischen Bormio, nur eine Hundertstelsekunde dahinter kam der Norweger Aksel Lund Svindal auf Rang drei ins Ziel. Vierter wurde der Österreicher Klaus Kröll, nur eine weitere Hundertstelsekunde hinter dem Podest. „ „Zuerst hab ich mir gedacht, Vierter ist okay. Ich hab ja auch zwei Fehler gehabt, aber dann hab ich gesehen: zwei Hundertstel zurück. Da fühlt man sich ein bisschen wie der Depp vom Tag“, haderte der Österreicher.

Paris, schon im Training stark, hatte mit der Startnummer 10 vorgelegt – 1:58,72 Minuten. Ein Weltcup-Rennen hatte er noch nie gewonnen, im Januar 2011 war er mal Zweiter gewesen. Reichelt kam mit Nummer 17: fünf Weltcup-Siege, keiner in der Abfahrt - 1:58,78. „Es ist unglaublich“, sagte der WM-Zweite im Super-G von 2011. Es war der erste österreichische Speedsieg im WM-Winter. Dagegen freute sich Stephan Keppler als bester Deutscher. Mit Rang elf erfüllte er die halbe Norm für die Titelkämpfe in fünf Wochen in Österreich und fuhr sein bestes Weltcup-Ergebnis seit Januar 2012 ein. „Jetzt können Wengen und Kitzbühel kommen“, sagte der 29-Jährige. Nach den „Verletzungsnachwehen“, so Maier, zeige Keppler einen „vernünftigen Formanstieg“. Er sei „ganz happy darüber, dass der Stephan jetzt einmal so ein Ausrufezeichen gesetzt hat.“ Von Andreas Sander hatte sich Maier dagegen mehr als nur Rang 32 erhofft. Anton Lindebner (Partenkirchen) fuhr bei seiner ersten Weltcup-Abfahrt auf den vorletzten Rang (43.).

Nur bei den Damen war es mal knapper

Von einem Duell an der Spitze kann man dagegen nicht mehr erwarten als beim Hundertstel-Krimi vom Samstag. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, gestand der Gesamtweltcupführende Svindal. Bei seiner Zieleinfahrt, einem Rückstand von 0,01 Sekunden und dem angezeigten dritten Rang vermutete der Super-G-Olympiasieger gar erst einen Fehler auf der Anzeigetafel: denn der Minimal-Rückstand hätte doch zumindest für Rang zwei reichen müssen. „Aber ich bin schon zufrieden, ich war heute der Drittschnellste“, sagte der wegen Erkrankung geschwächte Norweger, der nach 3270 Metern offiziell 28 Zentimeter hinter den Siegern lag.

Bei den Herren gab es nie eine engere Weltcup-Entscheidung. Nur bei den Damen war es noch knapper. Beim Super-G in Hafjell im Jahr 2006 waren drei Skirennfahrerinnen auf dem ersten Rang platziert. Damals gewannen Michaela Dorfmeister (Österreich), Nadia Styger (Schweiz) und Lindsey Vonn (USA). Auf Rang vier und Kelly Vanderbeek (Kanada) betrug der Abstand nur eine Hundertstel. (dpa, sid)

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