Sport-Mix
News über Wintersport, Tennis, Boxen, Leichtathletik, Golf und mehr

Vorlesen
0 Kommentare

Vierschanzentournee: DSV-Springer in der Hauptrolle

Erstellt
Der Trainer der deutschen Skispringer, Werner Schuster. Foto: dpa
Am Samstag geht die Vierschanzentournee in seine 61. Auflage. Nach Jahren dürfen sich die deutschen Springer auch wieder Hoffnungen auf Erfolge machen. Und das hat seinen Grund: Bundestrainer Schuster ist der Architekt des Aufschwungs.  Von
Drucken per Mail
Oberstdorf

Am Samstag beginnt die 61. Vierschanzentournee mit der Qualifikation, am Sonntag beginnt der Wettkampf (16 Uhr/live im ZDF). Und erstmals seit Jahren sind die Springer des Deutschen Ski-Verbandes für eine Hauptrolle vorgesehen, dafür kommt nicht nur ein Springer in Frage, sondern gleich mehrere. Der aktuelle Aufschwung schließt sich an ein tiefes, langes Tal ausbleibender Erfolge an.

Plötzliche Freude

Erst seit der DSV vor fast vier Jahren die Notbremse zog und seine Skisprungabteilung um den aus der Schweiz abgeworbenen und aus Österreich stammenden Bundestrainer Werner Schuster neu strukturieren ließ, geht es so behutsam aufwärts, dass allmählich die legitimen Nachfolger vom Begründer des deutschen Skisprungwunders bereitstehen: Weltcupsiege in Lillehammer und Kuusamo bescheren Severin Freund, 24, aus Rastbüchl hinter dem Österreicher Gregor Schlierenzauer Rang zwei des Gesamtweltcups, dank vier Platzierungen unter den besten Fünf rangiert Freunds Teamkollege Andreas Wellinger, 17, nur zwei Plätze dahinter. „Wir haben uns als Team weiter entwickelt, das konnte man schon im Sommer ablesen, das kann man jetzt ablesen“, sagt Schuster, „es macht sehr viel Freude, mit dieser Mannschaft durch die Welt zu tingeln.“

Schuster hat für seinen Arbeitgeber das Erfolgssystem aus der Heimat importiert. Nicht zufällig dominieren die Österreicher seit Jahren den Skisprung, so dass nicht nur die Deutschen, sondern auch die mit ihnen um Platz zwei buhlenden Norweger der Expertise eines Österreichers vertrauen.

Schuster versteht das Rezept in so wenigen Sätzen zusammenzufassen, dass es einfach erscheint, ihm zu vertrauen: „Wir haben die Athletik weiterentwickelt und die technische Linie in A-, B- und C-Kader vereinheitlicht“, sagt er. „Die Materialschiene wird durch die Zusammenarbeit mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten in Berlin sehr gut abgedeckt, und Stimmung und Zusammenarbeit im Team sind sehr gut, so dass die Leute ihr Leistungspotenzial ausschöpfen.“

Wundersamer Aufstieg

Vor allem die Herkunft und der wundersame Aufstieg von Andreas Wellinger verblüfft. Und so mussten seine Eltern Claudia Hummel und Hermann Wellinger schon häufig Auskunft darüber geben, wie sie ihrem Sohnemann Andreas den Aufstieg ermöglicht haben. Trotz des nüchternen Tonfalls erinnerte alles an den Medienansturm einst bei Martin Schmitt, den Skispringer aus der Vergangenheit, der mit viel Gewalt den Anschluss an den deutschen A-Kader sucht, den er längst verloren hat. Wellinger junior besticht zu Hause eher nicht durch Plauderlaune, was der Vater nicht weiter schlimm findet: „Man sieht es ja im Fernsehen.“

Dem Land dient Wellinger als tauglicher Beweis, dass der Aufwärtstrend, der sich unter dem Trainer Schuster abgezeichnet hat, nicht in den Verdacht gerät, purer Zufall zu sein. Der österreichische Gastarbeiter, stets zu charmanten Erklärungen aufgelegt, hat den Generationswechsel von Schmitt und Michael Uhrmann erfolgreich vollzogen. Er zeigt das, indem er in jedem Jahr mindestens einen neuen Podestspringer aus der Nachwuchsarbeit hervorzaubert.

Zuerst Severin Freund, dann im vorigen Jahr Richard Freitag und nun eben den Abiturienten Andreas Wellinger, der nach dem Realschulabschluss gerade mal die elfte Klasse begonnen hat und versucht, Lernpflichten mit Weltcupreisen zu vereinbaren: „Wenn wir unterwegs sind, versuche ich, die Schule komplett außen vor zu lassen, weil mir dann der Sport wichtiger ist“, sagt der groß gewachsene Mann, „wie der Werner so schön sagt: Man soll das Eisen schmieden, so lange es heiß ist.“

Auch interessant
Ist die Bundesliga bereit?
Jason Collins ist der erste Schwule auf dem NBA-Parkett.

Als erster bekennender Homosexueller durfte Jason Collins auf dem NBA-Parkett auflaufen. Ist diese Premiere auch in der Fußball-Bundesliga vorstellbar?

Online-Special

Alles über die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Ein Special von DSHS und ksta.de.

Videos
FACEBOOK
Kleinanzeigen