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WM-Ausscheidungskampf: Felix Sturm verliert gegen Soliman

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Felix Sturm verlor den Kampf gegen Sam Soliman. Foto: dpa
Der ehemalige Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm verlor einen ausgeglichenen Kampf gegen den Australier Sam Soliman nach Punkten. Die Wertung verwunderte den Kölner, doch er gab sich im Anschluss kämpferisch.  Von
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Düsseldorf

Auch Michael Buffer, der Ringsprecher, war offenbar überrascht. Im Düsseldorfer ISS Dome verlas er in den frühen Morgenstunden des Samstags die Entscheidung der Punktrichter, „116:111/114:113/114:113“, sagte er, und fügte ganz automatisch an: „Für den Sieger aus Deutschland.“ Die 8000 Zuschauer in der Halle brachen in Jubel aus. Buffer blickte noch einmal auf seinen Zettel – und korrigierte sich. „Nein, der Gewinner ist Soliman. Noch einmal: Der Sieger heißt Sam Soliman.“ Der Jubel wandelte sich in entrüstete Unmutsbekundungen.

 Der 39 Jahre alte Australier hatte sich am Tag nach Sturms 34. Geburtstag als erwartet unbequemer und zudem erstaunlich zäher Gegner erwiesen. Er hatte seine Position als Nummer eins der IBF-Rangliste und das damit verbundene Recht, innerhalb der nächsten Tage den ebenfalls aus Australien stammenden Weltmeister Daniel Geale herauszufordern, aufs Spiel gesetzt. Für Sturm war das Duell mit Soliman die große Chance auf ein schnelles Rematch gegen Geale, der ihn im September als Superchampion der WBA entthront hatte.

 Entsprechend konzentriert startete der gebürtige Leverkusener mit bosnischen Wurzeln in den Kampf. Er war im Trikot des bosnischen Stürmers Edin Dzeko von Manchester City in den Ring gekommen, die Nummer Zehn seines Kumpels sollte ihm Glück bringen. Schon in der zweiten Runde schien dieser Plan aufzugehen, Soliman rannte wie wild aus allen Richtungen schlagend gegen Sturm an. Dieser blieb ruhig, brachte seine Führhand und konterte den Australier geschickt aus. Dieser wankte, landete auf dem Ringboden, wurde angezählt, wankte wieder und wieder und wieder. Fiel aber nicht. Dennoch: Ein Knockout lag in der Luft, es schien kaum vorstellbar, dass der Techniker Sturm diesen Haudrauf-Boxer nicht bezwingen kann.

 Aber in den folgenden Runden zog sich Sturm mehr und mehr zurück. Er schien auf die Gelegenheit zum entscheidenden Konter zu warten. Seine Jabs verteilte er nur noch spärlich, er ließ Soliman schlagen, meist auf seine Deckung, manchmal aber auch mitten ins Ziel. Die Treffer des Kölners waren weiter die klareren, sein Sieg schien knapp, aber gesichert. Doch die Kampfrichter werteten ähnlich wie im September gegen Daniel Geale die deutlich größere Aktivität des Gegners positiv, und Soliman siegte.

 Felix Sturm trug es erstaunlich gefasst. „Ich habe gedacht, ich hätte gewonnen, aber ich muss das Urteil akzeptieren“, sagte er. „Ich lasse mich nicht unterkriegen, vielen Boxern ist schon viel passiert, daraus muss man lernen.“ Nach einem ausgiebigen Urlaub mit Frau und Sohn will er über mögliche Option nachdenken. Eine sei, ins Supermittelgewicht aufzusteigen. Sturm sagt: „Ich habe die Größe, die Masse und den Punch, um eine Gewichtsklasse hoch zu gehen.“ Der Möglichkeit, dass es zum Duell zwischen dem bereits im Supermittelgewicht kämpfenden Berliner Arthur Abraham und Sturm kommen könnte, erteilte Sturms Coach Fitz Sdunek aber gleich eine Absage. „Das geht sowieso nicht“, sagte er – weil Sturm bei Sat 1 boxt und Abraham in der ARD.

 Sam Soliman bot dann zum Abschied noch eine Option im Mittelgewicht an. Wenn er seinen WM-Kampf gegen Daniel Geale gewinnt, wolle er wieder gegen Sturm boxen, sagte der Australier. „Jederzeit an jedem Ort.“ Überhaupt war der Sieger voll des Lobes für den Unterlegenen: „Es ist mir nicht peinlich, gegen einen Champion am Boden gewesen zu sein“, sagte Soliman. Und: „Ich werde Felix immer bewundern, man kann nicht vergessen, was er als Boxer bereits geleistet hat.“    

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