Keupstraße, 9. Juni 2004: Bei der Explosion einer ferngezündeten Nagelbombe in Köln-Mülheim werden 22 Menschen verletzt.
Es ist nichts falsch daran, sich als Opferanwalt um ein Mandat zu bemühen. Geltungssucht darf man allerdings jenen Anwälten unterstellen, die auf der Keupstraße nach potenziellen Opfern des Nagelbombenattentats suchen. Ein Kommentar Von Tim Stinauer
Köln. In der Keupstraße werben Anwälte Nebenkläger für den NSU-Prozess an. Je mehr Nebenkläger, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das Kölner Attentat vom Hauptverfahren abgetrennt wird. Die Folgen könnten weitreichend sein. Von Tim Stinauer
Mülheim. Auf der Keupstraße sind offenbar Rechtsanwälte unterwegs, die nach weiteren Opfern des Nagelbombenattentats suchen. Sie sollen den Menschen versprechen, sich im NSU-Prozess für Schadensersatzansprüche stark zu machen. Von Tim Stinauer
München. Eine Münchner Anwaltskanzlei, die Angehörige eines NSU-Opfers vertritt, ist mit Kot und Urin beschmiert worden. Bei den Tätern soll es sich um Rechtsextreme handeln. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der bayrischen Landeshauptstadt.
Sülz. „NSU“ haben Unbekannte auf das Gebäude der Staatsanwaltschaft Köln gesprüht. Sie warfen Scheiben mit Steinen ein und schleuderten mit Farbe gefüllte Gläser hinterher. Der Anschlag steht offenbar in Zusammenhang mit dem Nagelbombenattentat.
München. Die Vergabe der Akkreditierungen für den NSU-Prozess in München schlägt hohe Wellen. Obwohl die Rechtsterroristen acht türkischstämmige Migranten getötet haben sollen, ist kein türkisches Medium fest zugelassen. Auch Politiker kritisieren das Verfahren.
Berlin. Selbstkritik ist selten unter den Zeugen im NSU-Ausschuss. Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily aber sagt, er selbst trage einen Teil der politischen Verantwortung — auch im Fall des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße.
Im Streit um die Platzvergabe im NSU-Prozess hat die Türkei gefordert, dass nicht nur Medienvertreter, sondern auch Politiker Zugang zum Gerichtssaal erhalten. Der türkische Außenminister kontaktierte seinen Amtskollegen Westerwelle persönlich.
Das Akkreditierungsverfahren des OLG München im NSU-Strafprozess war nicht nur politisch umstritten, sondern auch rechtswidrig. Das Windhundprinzip hätte allen Pressevertretern transparent sein müssen, um Pressefreiheit zu ermöglichen. Von Stefan Hertwig
München. In drei Wochen startet der NSU-Prozess - und noch immer ist unklar, ob türkische Medien vielleicht doch noch feste Plätze bekommen. Politiker und namhafte Juristen werben für eine pragmatische Lösung. Noch sind die Fronten verhärtet.
Berlin. Die Kritik an der Vergabe der Presseplätze beim NSU-Prozess reißt nicht ab. Die Ombudsfrau für die Mordopfer, Barbara John, hofft auf ein Einlenken des Oberlandesgerichts München. Man habe ihr zugesagt, türkische Medien einzubinden.
Köln. Siegfried Kauder, Vorsitzender des Bundestags-Rechtsausschusses, stellt sich in der Diskussion über die Presseakkreditierung beim Münchner NSU-Prozess hinter das Oberlandesgericht. Es habe rechtlich einwandfrei gehandelt.
Berlin. In der Bundesregierung gibt es Verständnis für die Kritik an der Platzvergabe für Medien beim NSU-Prozess. Das Verfahren sei für die türkische Öffentlichkeit von hohem Interesse. Der Zugang türkischer Journalisten zum Prozess sollte daher möglich sein.
Berlin. In drei Wochen beginnt der Terrorprozess um die NSU-Mordserie. Das Münchner Oberlandesgericht gab jetzt bekannt, welche Medien das Verfahren direkt im Saal verfolgen können. Kein türkisches Medium erhält demnach einen festen Platz.
Am Tag nach dem Nagelbombenanschlag in der Keupstraße hat der damalige Innenminister Otto Schily einen rechtsextremistischen Hintergrund ausgeschlossen. Am Freitag muss er vor dem NSU-Ausschuss Rede und Antwort auf seine schwere Fehleinschätzung stehen.
Köln. Damit ihre schwer kranke Großmutter sie in der Haft besuchen kann, wird die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe für kurze Zeit nach Thüringen verlegt. Bislang sitzt die 38-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Köln in U-Haft.
Berlin. Eine im Jahr 1998 entdeckte Liste mit Adressen und Telefonnummern ist überraschend im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum rechtsterroristischen NSU-Trio aufgetaucht. Mit Hilfe der Liste hätten möglicherweise weitere Opfer verhindert werden können.
Köln. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Ein Jahr nach dem NSU-Skandal“ hat Polizeipräsident Wolfgang Albers den Geschäftsleuten der Keupstraße sein Bedauern ausgesprochen. Die Ermittler hätten damals getan, was getan werden musste. Von Claudia Hauser
Mülheim. Auch NSU-Opfer aus der Mülheimer Keupstraße sind Bundespräsident Joachim Gaucks Einladung ins Schloss Bellevue gefolgt. Der Vorsitzende der IG Keupstraße übt derweil Kritik an der Aktion.
Berlin. Ein Fall, der Juristen bei der Examensprüfung gestellt wurde, legt massive Vorurteile von NRW-Behörde gegenüber Migranten nahe. Hat auch die Ausbildung von Juristen und Polizisten mit der Blindheit gegenüber rechtem Terror zu tun? Von Markus Decker
Köln. Bei den Ermittlungen zu den NSU-Anschlägen in der Keupstaße tauchen immer mehr Hinweise auf, die auf die Täter Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt deuten. Die beiden Männer waren ortskundig und konnten Schwarzpulver herstellen. Von Detlef Schmalenberg
Berlin. Der Rechtsanwalt von zwei der zehn Hinterbliebenen-Familien, Mehmet Daimagüler, hat die Hauptangeklagte im bevorstehenden NSU-Prozess, Beate Zschäpe, aufgefordert, ihr Schweigen zu brechen - nicht nur im Interesse der Opfer, sondern auch im eigenen. Von Markus Decker
Berlin. Bei einem Gefangenentransport von Köln nach Gera soll Beate Zschäpe ausführlich über ihre Situation geplaudert haben. Demnach wolle die mutmaßliche NSU-Terroristin doch vor Gericht aussagen. Das Verhältnis zu ihren Anwälten habe sie als gestört beschrieben.
Köln. Offenbar gab es beim Nagelbombenanschlag in Köln doch konkrete Hinweise auf einen rechtsextremistischen Hintergrund. Nur seien diese konsequent ignoriert worden. Dies geht laut WDR aus Unterlagen der Ermittlungsbehörden hervor.
Köln. Fast zwei Jahre lang haben verdeckte Ermittler des LKA Bewohner der Keupstraße ausgespäht, um Informationen zum Nagelbombenattentat zu sammeln – allerdings nicht unbemerkt. Die Anwohner wussten Bescheid. Von Brian Schneider
Berlin. Der ehemalige NRW-Innenminister Fritz Behrens hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach dem Anschlag in der Kölner Keupstraße frühzeitig einen rassistischen Hintergrund ausgeschlossen zu haben. Das erklärte Behrens vor dem NSU-Ausschuss in Berlin.
Berlin. Auf Fritz Behrens warten harte Fragen. Der frühere NRW-Innenminister wollte von Terror in der Keupstraße nichts wissen. Am Donnerstag muss er sich vor dem NSU-Untersuchungsausschuss rechtfertigen. Von Markus Decker
Die NRW-Polizei hat bei der Aufklärung des Keupstraßen-Attentats einen schweren Fehler gemacht. Sie schnüffelte die Opfer statt die Täter aus. Verschlossen die Sicherheitsorgane bewusst die Augen? Anstoß, der Kommentar. Von Burkhard von Pappenheim
Berlin. Ein LKA-Bericht aus dem Jahr 2007 zeigt, wie die Polizei nach dem Nagelbombenanschlag in der Keupstraße in Köln-Mülheim fälschlicherweise die Anwohner mit Hilfe von V-Leuten gezielt ausforschte. Sogar eine Firma wurde eingerichtet. Von Andreas Förster
Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf dem iPad lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Im Probe-Abo ausprobieren!