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Algenpest: Stadtgarten-Weiher ohne Wasser

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Während der Säuberungsarbeiten bleibt der Weiher im Mülheimer Stadtgarten eingezäunt. Foto: Christ
Der Weiher am Mülheimer Stadtgarten wird trockengelegt, um das Becken zu säubern. Der kleine Teich weist eine hohe Blaualgen-Konzentration auf. Es bestehe die Gefahr, dass den Fischen sonst die Lebensgrundlage entzogen wird.  Von
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Ein seltenes Schauspiel bietet der Mülheimer Stadtgarten in diesen Tagen. Mitarbeiter des Grünflächenamts beginnen Mitte der Woche damit, das Wasser aus dem Weiher zu lassen. „Wir werden eine Pumpe installieren“, sagte Joachim Bauer vom Grünflächenamt. Über einen Schlauch werde das alte Wasser in die Kanalisation gepumpt, ein Korb soll verhindern, dass Fische angesaugt werden. Anschließend soll der Weiher mit frischem Wasser aufgefüllt werden. Während der Arbeiten bleibt das Gewässer eingezäunt.

Der Weiher am Mülheimer Stadtgarten wird trockengelegt, um das Becken zu säubern.
Der Weiher am Mülheimer Stadtgarten wird trockengelegt, um das Becken zu säubern.
Foto: Christ

Die große Reinigungsaktion ist nötig, weil der kleine Teich eine hohe Blaualgen-Konzentration aufweist. „Die Blaualgen zeigen, dass sich das Gewässer in einem nährstoffhaltigen Zustand befindet“, so Bauer. Vor allem Brotreste, aber auch der Kot der vielen Wasservögel und Laub seien der Grund für die Algenpest. Es bestehe die Gefahr, dass der Weiher umkippt und den Fischen die Lebensgrundlage entzogen wird. Denn die Blaualgen nähmen dem Wasser den Sauerstoff, so Bauer. Der Pegel wird nun so weit gesenkt, dass Mitglieder des Angelvereins die Fische leicht einfangen können.

Danach werden Mitarbeiter des Grünflächenamts den Weiher komplett entleeren und von Schlamm und Unrat befreien. Laut Bauer besteht der Teich aus einem Betonbecken, das sich gut reinigen lässt. Er rechnet aber damit, dass sich einiges an Unrat am Beckenboden angesammelt hat. Sollten bei der Aktion Schäden am Weihergrund festgestellt werden, könnten auch Reparaturarbeiten notwendig werden. Die Fische bekommen in anderen Gewässern ein neues Zuhause, in den Weiher kommen neue Fische. Derzeit befinden sich vor allem Bitterlinge, Flussbarsche, Giebel, Karpfen und Rotaugen dort. „Die vermehren sich wie wild, weil keiner da ist, der sie frisst“, sagt Bauer. Im kommenden Jahr werden deshalb womöglich auch Raubfische eingesetzt, die die Population in Grenzen halten sollen.

Hintergrundinfo: Blaualgen

Als Blaualgen werden so genannte Cyanobakterien bezeichnet, die die Wasserqualität stark verschlechtern können.

Die Bakterien produzieren zahlreiche Gifte, die Fischen, Pflanzen und auch dem Menschen gefährlich werden können.

Cyanobakterien gehören zu den ältesten Lebensformen der Erde.

Mindestens zwei Jahrzehnte lang ist der Weiher nicht mehr gesäubert worden. Otto Roth kann von den Verunreinigungen ein Liedchen singen. „Ich habe schon viel da raus geholt“, sagt der 80-Jährige. Fahrräder und Einkaufswagen zum Beispiel. Seit etwa vier Jahren kümmere er sich um den Weiher, als regelmäßiger Parkbenutzer habe er irgendwann den Müll dort nicht mehr ertragen können. „Auf den Teich wird zu wenig geachtet“, sagt Roth, der sich einen speziellen Magneten gebastelt hat, um auch kleinere Metallteile vom Grund des Tümpels fischen zu können.

Den wirft er ins Wasser und zieht ihn mit einem langen Seil wieder zurück. Einige tausend Kronkorken habe er auf diese Weise an Land gezogen, aber auch sieben Euro an Kupfergeld. Manche Hinterlassenschaft bleibt trotzdem liegen. Der Rentner ist sich deshalb sicher, dass bei der Säuberung noch Vieles mehr gefunden wird. „Bierflaschen zum Beispiel, Pistolen und vielleicht auch ein Moped.“

Weniger Brot füttern

Um den Algenwuchs zukünftig in Grenzen zu halten, müssten die Parknutzer weniger Brot an Enten oder Kanadagänse verfüttern. Brotreste sind der Hauptgrund für die Blaualgen-Vermehrung. Zwar gebe es ein offizielles Fütterverbot, so Joachim Bauer, letztendlich könne er aber nur dazu aufrufen, weniger Brot in den Weiher zu werfen. Bauer rechnet damit, dass in einigen Jahren das Großreinemachen von Neuem beginnt. Auch Otto Roth ist skeptisch: „Ich glaube nicht, dass der Weiher lange sauber bleibt.“ Es sei dennoch gut, dass nun etwa passiert: „Wenn man den Magneten über den Boden gezogen hat, riecht er nach Muff.“

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