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Begegnungsstätte: Eine Zukunft für den Kulturbunker

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Die Zukunft des Kulturbunkers ist unklar, doch die Bezirksvertreter wollen die Einrichtung erhalten. Foto: Christ
Wie es mit dem Kulturbunker in Mülheim weitergeht, ist weiterhin unklar. Die Förderung könnte gestrichen werden, Übergangsgelder werden nicht gezahlt. Aber ein Ende der Nutzung als Kultureinrichtung würde teuer für die Stadt.  Von
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Nach dem Veedelsbeirat hat sich auch die Mülheimer Bezirksvertretung für den Erhalt des Kulturbunkers ausgesprochen. Das Kulturamt hatte jüngst vorgeschlagen, den Zuschuss an den Kulturbunker-Verein in Höhe von 80 000 Euro pro Jahr zu streichen. Das Amt will sich künftig auf die Förderung der professionellen Kunstszene konzentrieren. Der Kulturbunker mit seinem semi-professionellen Veranstaltungsprogramm passe nicht in dieses Konzept, hieß es. Ob die Förderung tatsächlich dem Rotstift zum Opfer fällt, steht aber noch nicht fest: Der Rat wird im Zuge der Etatberatungen im März darüber entscheiden.

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Doch schon jetzt fließt kein Geld mehr für die Begegnungs- und Veranstaltungsstätte an der Berliner Straße. So will es die vorläufige Haushaltsführung. „Es kann nicht sein, dass in Zeiten, in denen die Berliner Straße neu gestaltet und der Marktplatz aufgewertet wird, der Kulturbunker existenziell gefährdet ist“, sagt Alexander Lünenbach (SPD). So soll mit Geldern des EU-Programms Mülheim 2020 nicht nur die Berliner Straße saniert werden, sondern auch der Marktplatz neben dem Bunker. Auch die Grünen kritisierten den Kürzungsvorschlag scharf. Es sei zwar richtig, dass gespart werde, sagt Winfried Seldschopf: „Aber nicht in sozial wichtigen Bereichen.“ Einstimmig forderten die Bezirksvertreter, die Förderung des Kulturbunkers beizubehalten. Der Haushaltsplanentwurf für 2013/2014 wurde aber nur mehrheitlich zur Kenntnis genommen – die CDU verweigerte diesen Schritt. Bei einem geplanten Defizit von 300 Millionen Euro werde einem „als Kölner Angst und Bange“, sagt Alexander Hübecker.

Landesgelder müssten zurückgezahlt werden

Die Stadt würde wohl noch tiefer in die Miesen rutschen, müsste der Kulturbunker-Verein tatsächlich seine Arbeit einstellen. Am Rande der Bezirksvertretung wurde bekannt, dass die Stadt 450 000 Euro an Städtebauförderungsmitteln an das Land zurückzahlen müsste, sollte der Bunker nicht mehr als Begegnungsstätte genutzt werden.

Im Jahr 2000 war der ehemalige Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg mit Landesmitteln in Höhe von 1,3 Millionen Euro saniert worden. Den Rest der Kosten – rund 500 000 Euro – übernahm die Stadt. Das Land zahlte aber nur unter der Voraussetzung, dass das Betongebäude mindestens 20 Jahre lang als Begegnungsstätte genutzt wird. Bei vorzeitiger Schließung müsste die Stadt die Landesgelder anteilsmäßig zurückzahlen. Mit der Streichung der Fördergelder würde sie sich einen „Bärendienst“ erweisen, so Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs.

Übergangsgelder fließen noch nicht

Die Bezirksvertreter forderten auch, die beiden Stellen der Sozialraumkoordinatorinnen zu erhalten. Laut Etatentwurf würden sie ab 2014 nicht mehr finanziert, sagt Fuchs auf Anfrage: „Das kann natürlich nicht sein, die erfüllen eine wichtige Aufgabe.“ Im Bezirk Mülheim gibt es Sozialraumkoordinatorinnen für Buchheim und Buchforst sowie für Mülheim-Nord und die Keupstraße. In diesen von hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten vernetzen sie die sozialen Angebote, stehen in Kontakt mit dem Jugendamt und initiieren Projekte. „Sie haben für die Politik aber auch eine hohe Beraterqualität“, sagt Fuchs, der die geplante Kürzung nicht nachvollziehen kann.

Im Kulturbunker hat sich unterdessen Krisenstimmung ausgebreitet. Die vom Kulturamt in Aussicht gestellten Übergangsgelder bis zur Ratsentscheidung fließen noch immer nicht. Das Kulturamt wartet auf eine Entscheidung der Kämmerei in diesem Sonderfall. Diese wiederum fühlt sich nicht zuständig. Laut der kommissarischen Leiterin des Kulturamts, Birgit Gerner, gebe es noch keine Regelung. Dabei sei diese „wirklich dringend“.

Das sieht auch Bernd Schönau vom Kulturbunker-Verein so. Wegen der unsicheren Zukunft sei die Programmplanung für dieses Jahr ins Stocken geraten. Zudem befürchtet er, dass die beiden hauptamtlichen Kräfte abspringen.

Versammlung zur Zukunft des Kulturbunkers

Das weitere Vorgehen wollen die Mitglieder des Kulturbunker-Vereins am heutigen Donnerstag ab 19 Uhr im Kulturbunker beraten. Es gibt bereits erste Pläne gibt es für ein Protestkonzert am 1. März. Unterschriften gegen die Sparvorhaben wollen die Mitglieder des Bunker-Vereins ebenfalls gegen die Sparvorhaben der Stadt sammeln. (cht)

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