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Genovevabad: Elfjährige Meva aus Koma erwacht

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Die elfjährige Meva ist beim Schulschwimmen im Genovevabad in Mülheim leblos im Wasser gefunden worden. Foto: Arton Krasniqi
Fünf Tage bangten die Eltern um ihre Tochter Meva, jetzt die Erleichterung: Die Elfjährige, die beim Schulschwimmen im Genovevabad verunglückt war, ist aus dem Koma erwacht. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen ausgedehnt.  Von 
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Die elfjährige Meva, die vor fünf Tagen beim Schulschwimmen im Genovevabad verunglückt war und seitdem im Koma lag, ist wieder bei Bewusstsein. „Sie ist außer Lebensgefahr, soll in den nächsten Tagen von der Intensiv- auf eine normale Station verlegt werden“, sagte ihr Vater dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Gebete der Familie seien erhört worden.

Vorigen Donnerstag war Meva – unbemerkt vom Lehrer und ihren Mitschülern – in der Mitte der 25-Meter-Bahn des Bades in Mülheim untergegangen. Ein Betreuer, ein sogenannter Schwimmhelfer, entdeckte das Kind laut Polizei fast zwei Minuten später auf dem Beckengrund in 3,50 Meter Tiefe. Er zog es aus dem Wasser und reanimierte es. In der Klinik wurde Meva in ein künstliches Koma versetzt, aus dem sie nun erwacht ist. Bis zuletzt hatte die Polizei ihren Zustand als „sehr kritisch“ beschrieben.

„Sie schläft zwar immer wieder ein, hat aber heute Morgen nach einem Glas Wasser gefragt“, berichtet ihr Vater Asir K. Sie müsse nicht mehr künstlich beatmet werden, sie habe ihre Eltern wiedererkannt und spüre Hunger. „Wir sind alle sehr froh“, sagt der 35-Jährige. Er sieht müde aus, lächelt und wirkt erleichtert. Aber die große Freude mag sich bei ihm zumindest sichtbar noch nicht einstellen. Ob der Unfall und die fünf Tage im Koma bei seiner Tochter womöglich bleibende Schäden verursacht haben, wisse er noch nicht, sagt Asir K.

Seit Meva auf die Intensivstation eingeliefert wurde, hat er das Krankenhaus kaum verlassen. Viele Verwandte und Freunde sind seitdem gekommen, sprechen ihm, seiner Ehefrau und Mevas Geschwisterkind Mut zu.

Ein elfjähriges Mädchen ist beim Schulschwimmen im Genovevabad in Mülheim leblos im Wasser gefunden worden.
Ein elfjähriges Mädchen ist beim Schulschwimmen im Genovevabad in Mülheim leblos im Wasser gefunden worden.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ausgeweitet. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ermittelt die Polizei nicht mehr nur gegen den Lehrer der Schwimmklasse, sondern auch gegen eine 20-jährige Praktikantin wegen eines Anfangsverdachts. Die Beamten prüfen, ob die beiden ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt haben. „Der Lehrer wurde zwischenzeitlich vernommen“, berichtete Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Er habe sich auch zur Sache eingelassen. Einzelheiten nannte Bremer aber nicht. Mevas Vater kündigte an, er wolle sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen.

Den Schwimmhelfer trifft dagegen nach ersten Ermittlungen der Polizei keine Schuld. Er wurde als Zeuge vernommen, nicht als Beschuldigter. Der speziell ausgebildete Schwimmer unterstützt als freier Mitarbeiter Lehrer beim Schwimmunterricht und ist ihnen unterstellt. Als die Elfjährige im Wasser unterging, sei er gerade mit anderen Aufgaben betraut gewesen, berichtete Bremer. Als er zum Becken zurückkehrte, sah er Meva im Wasser treiben.

Das Mädchen besucht eine Förderschule in Köln. Es hat eine Lernbehinderung, sei aber körperlich und geistig gesund, schildert ihr Vater. Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes hatten an den Tagen nach dem Unglück mehrere Lehrer und Kinder betreut. Zwölf Jungen und Mädchen der Förderschule sowie Schüler einer anderen Klasse hatten den Unfall im Genovevabad miterlebt.

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Tim Stinauer
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