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Holzkirche: Andacht unter Fichte und Lärche

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Rund 500 Besucher kamen zum ersten Gottesdienst in die mit finnischen Hölzern ausgekleidete Immanuel-Kirche. Die ungewöhnliche Architektur und das Lichtkonzept stießen auf Begeisterung. Foto: Worring
In Stammheim ist ein architektonisch herausragendes Gotteshaus entstanden - fast komplett aus finnischen Hölzern. Für den Neubau spendeten die evangelischen Gemeinde-Mitglieder rund 260 000 Euro, insgesamt kostete sie 3,7 Millionen.  Von
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Stammheim

Es hätte auch ein schlichter Bau werden können. Einer, in dem allein die Spiritualität zu ihrem Recht kommt und weniger das Auge. Die evangelische Brückenschlag-Gemeinde Flittard-Stammheim wollte es anders: „Wir haben überlegt, dass wir entweder in der Nische verschwinden oder sehr präsent sind“, sagt Pfarrer Gerold Vorländer. Die aktive Gemeinde entschied sich, auch architektonisch Präsenz zu zeigen, allen Sinnen etwas zu bieten. Nun ist die neue Immanuel-Kirche fertig.

Es kommt nicht oft vor, dass ein neues Gotteshaus entsteht – das letzte evangelische in Köln entstand vor zehn Jahren in Porz-Zündorf. Am Sonntag strömten deshalb etwa 500 Gäste zum Festgottesdienst, um das Ergebnis der rund einjährigen Bauarbeiten zu bewundern. „Das ist ein großer Tag, in einer Zeit, in der der Kirche der Wind an vielen Stellen entgegen bläst“, so Vorländer vor vollbesetzten Stuhlreihen.

Weil die ehemalige Lukaskirche in Flittard und das Bonhoefferhaus in Stammheim marode und unmodern geworden waren, wagte die Gemeinde mit dem Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton den großen Wurf. Die alten Gebäude wurden abgebrochen, die neue Kirche steht nun dort, wo sich früher das Bonhoefferhaus befand. Am Ende wurde das Projekt 500 000 Euro teurer und dauerte zwei Monate länger als geplant. Kurt Kolberg aus Flittard fand das Ergebnis beeindruckend – nicht nur die Lichtverhältnisse, sondern auch die Akustik seien etwas Besonderes, so der 83-Jährige vor dem Festgottesdienst.

Der evangelische Kirchenverband Köln und Region und die Gemeinde bringen insgesamt 3,7 Millionen Euro für die Kirche, eine kleine Kapelle, einen Glockenturm und eine Urnen-Aufbewahrungsstätte (Kolumbarium) auf. Doch der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: „Das Gebäude ist schön und weit“, sagt Ellen Dinter, die sich seit 35 Jahren in der Gemeinde engagiert.

Eine warme, natürliche Atmosphäre

Vom Altarraum des fast komplett aus finnischen Hölzern gefertigten Gotteshauses fällt der Blick auf eine Empore, die sich in einen leicht gekrümmten Eingangsbereich fügt. Diese Biegung und das speziell geleimte Holzständerwerk lassen den Kirchenraum größer wirken, als er ist. Zusammen mit dem ausgeklügelten Lichtkonzept schafft das helle Holz eine warme, natürliche Atmosphäre.

„Wer hier rein kommt, wird erstmal von Licht umflutet“, sagt Ellen Dinter. Die breite Fensteröffnung im Dach über dem Altar ziehe den Blick unweigerlich nach oben: „Die Lichtkomposition ist total gut gelungen“, so das Gemeindemitglied.

Rund ein Jahr dauerten die Bauarbeiten an der Bonhoefferstraße, nun sind der Kirchenbau und der frei stehende Glockenturm fertig. 

Das Raumkonzept entspricht den Bedürfnissen der Gemeinde: Links und rechts des Kirchenraums befinden sich kleine, abtrennbare Flächen für die Gottesdienst-Band und Gruppenarbeit. Dass die neue Kirche auch größere Menschenmengen fassen können muss, stand von vornherein fest: Jeden Sonntag besuchen etwa 200 Mitglieder die Gottesdienste. „Hier können wir mit Empore und den zuschaltbaren Räumen ganz einfach viele Menschen am Gottesdienst teilhaben lassen“, so Presbyter Matthias Rehbein.

Noch ist nicht alles fertig. So ist ist die Orgel bislang nicht einsatzbereit und der halbtransparente Lamellen-Vorhang vor der Orgel-Empore wurde noch nicht installiert. Der Begeisterung tut das keinen Abbruch: „Ich finde, dass dieser Kirchraum viel vermittelt“, sagt Ellen Dinter. Der Bau sei rundum gelungen und alles andere als ein in den Stadtteil gerammter „statischer Klotz“.

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