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Inklusion: Ein langer Weg zur Gesamtschule

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Agnes Klein (Mitte) erhält von Patricia Nick (2.v.r.) mehr als 800 Unterschriften überreicht.Nick wird von Horst Noack (l.), Dirk Feisel und Brigitte Beckmann begleitet. Foto: Schäfer
In Dellbrück setzt sich ein Förderverein für eine inklusive Gesamtschule im Stadtteil ein. Über 800 Unterschriften von Befürwortern sind bisher gesammelt und an Schuldezernentin Agnes Klein übergeben worden. Der Dialog hat begonnen.  Von
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Dellbrück

Die Diskussion um die Gründung einer Gesamtschule in Dellbrück geht in eine neue Runde. Vor wenigen Tagen übergab die Vorsitzende des Fördervereins Inklusive Gesamtschule Dellbrück, Patricia Nick, 822 Unterschriften an Schuldezernentin Agnes Klein. Die Unterzeichner befürworten die Initiative, eine solche Bildungseinrichtung im Stadtteil zu etablieren.

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Der Förderverein schlägt vor, die neue Gesamtschule im bestehenden Schulzentrum am Dellbrücker Mauspfad 198 unterzubringen. Jetzt sind dort eine Realschule und eine Hauptschule untergebracht. Auslöser der Initiative waren die vielen Ablehnungen interessierter Schüler an den beiden bestehenden Gesamtschulen in Holweide und Höhenhaus in den vergangenen Jahren. Allein 2012 waren das 90 in Holweide und 16 in Höhenhaus.

2013 kommt keine Gesamtschule

Patricia Nick begann sich zu engagieren, da auch eines von ihren Kindern betroffen war. Sie wandte sich an die gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule Nordrhein-Westfalen, deren Vorstandsmitglied Anne Ratzki in Dellbrück lebt. Ratzki war vor ihrer Pensionierung außerdem Leiterin der Gesamtschule in Holweide. Auch Brigitte Beckmann, ehemalige Schulplanerin bei der Stadt, schloss sich an. Einer ersten Informationsveranstaltung im Juni 2012 folgte die Vereinsgründung.

Die Mitglieder begannen Unterschriften zu sammeln, Eltern an Grundschulen zu befragen und Gespräche mit den beiden betroffenen Schulen am Mauspfad sowie mit Kölner Bildungspolitikern zu führen. Ihr Ziel, die Gesamtschule schon 2013 zu gründen, erreichten sie nicht.

Knifflige Situation

Im Schulzentrum Dellbrück sind jetzt eine Haupt- und eine Realschule untergebracht.
Im Schulzentrum Dellbrück sind jetzt eine Haupt- und eine Realschule untergebracht.
Foto: Schäfer

Agnes Klein informierte auch über die Ergebnisse einer Elternbefragung, die unter anderem den Bedarf an Gesamtschulplätzen in Köln ermitteln sollte. „479 dieser Eltern würden ihr Kind an einer Gesamtschule anmelden“, sagte Klein. In Köln seien 420 Plätze vorhanden – es gebe also einen Bedarf an 59 Plätzen. Brigitte Beckmann zweifelte die Zahl an: „Viele Eltern resignieren schon im Vorfeld und geben die Gesamtschule gar nicht als Wunsch an.“ Außerdem gehe sie davon aus, dass die Hälfte der Eltern von Dellbrücker Real- oder Hauptschülern ihre Kinder auch an einer Gesamtschule angemeldet hätten.

„Ich führe gerade Gespräche mit den betroffenen Schulen“, sagte Klein den Vertretern des Fördervereins. „Wir müssen dabei sehr sensibel vorgehen.“ So habe zwar die Schulkonferenz in Holweide eine neue Gesamtschule befürwortet, in Höhenhaus und an der Realschule in Dellbrück sei die Lage aber nicht so eindeutig. Auch dürfe man nicht die beiden Gemeinschaftsschulen im Stadtbezirk aus dem Auge verlieren. Klein: „Eine neue Gesamtschule könnte dazu führen, dass es dort weniger Anmeldungen gibt.“ Die Situation sei also äußerst knifflig und man solle nichts übereilen.

Dialog hat begonnen

Ähnlich sieht es Frank Pfeuffer vom Dezernat für Schulentwicklung und Jugendhilfeplanung: „Wir müssen mit den betroffenen Schulen sprechen, weil gegen deren Willen nichts geht.“ Um also eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen, solle man nichts übereilen. Ein Dialog mit allen beteiligten Schulen habe begonnen: „Im November trafen wir uns zu einem Runden Tisch.“ Teilnehmer seien die beiden Schulen aus dem Schulzentrum, die beiden benachbarten Gesamtschulen, die Gemeinschaftsschulen, Vertreter der Bildungsregion Mülheim und der Förderverein. Der Runde Tisch komme am 18. Februar wieder zusammen. Agnes Klein: „Insofern sehe ich ihre Unterschriftenliste als Unterstützung in diesem Dialog-Verfahren“.

Szenario Gesamtschule in Dellbrück

Der Ablauf der Einrichtung einer Gesamtschule sähe folgendermaßen aus:

Die Realschule und die Hauptschule beschließen, sich zu einem bestimmten Termin aufzulösen.

Ab dann werden keine neuen Schüler aufgenommen.

Bestehende Klassen werden bis zum Abschluss geführt, gleichzeitig wächst die Gesamtschule vom fünften Schuljahr an.

Einige Jahre lang bestünden also drei Schulformen nebeneinander in einem Gebäude. (aef)

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