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Kahlschlag: Deutsche Bahn fällt illegal Bäume

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Josef Schumacher, Andrea Lützenkirchen und ihr Mann Jörg (v.l.) sind von der radikalen Rodung gar nicht begeistert. Foto: Schäfer
Eigentlich sollten an der Honschaftsstraße nur einige Sträucher und sechs Bäume entfernt werden, um die Fahrbahn freizuhalten. Doch die Deutsche Bahn hat mehr Bäume als genehmigt gefällt und eine unschönes Stoppelfeld hinterlassen.  Von
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Andrea Lützenkirchen und ihr Mann Jörg sind fassungslos. Sie leben an der Ecke Mainstraße/Honschaftsstraße und mussten mit ansehen, wie Mitarbeiter der Deutschen Bahn entlang der Güterzugstrecke auf einer Länge von mehreren hundert Metern einen Grünzug rodeten. Nun blicken sie von ihrem Grundstück auf eine nackte Lärmschutzwand statt auf Bäume und Büsche.
„Wir können uns das einfach nicht erklären“, so Angelika Lützenkirchen. In der Vergangenheit sei schließlich immer nur ein wenig zurück geschnitten worden. Sie fragt sich, ob überhaupt eine Genehmigung vorgelegen habe: „Einige der Bäume standen doch sicher unter dem Schutz der Baumschutzsatzung.“ Sie, ihren Mann Jörg und Nachbar Josef Schumacher ärgert besonders, dass nun viele Vögel keine Brutmöglichkeit mehr haben.

Unverständnis auch bei der Stadt

Vor einem Jahr war der Streifen an der Bahn (l.) noch bewachsen.
Vor einem Jahr war der Streifen an der Bahn (l.) noch bewachsen.
Foto: Schäfer

„Wir wurden im vorigen Jahr vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik mehrmals aufgefordert, die Honschaftsstraße freizuschneiden“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. Also habe man Strauchwerk entfernt und kleinere Bäume auf Stock geschnitten: „Sechs größere Bäume mussten aus Gründen der Standsicherheit gefällt werden. Die Genehmigung der Stadt lag dafür vor.“ Warum die Kollegen nun reinen Tisch gemacht haben, wisse er allerdings nicht.

Auch Dietmar Reddel vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik kennt den Grund dafür nicht: „Wir baten die Bahn, etwas zurückzuschneiden, weil viele Äste bis zu einem Meter ins Straßenland ragten.“

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Solche Arbeiten seien auch vorher regelmäßig gemacht worden. Er habe es sich angesehen: „Es sieht nicht mehr schön aus. Hätten wir das gewusst, hätten wir es selbst gemacht.“ Doch sei es ein Grundstück der Bahn und die trage dafür die Verantwortung.

Achim Moers, Abteilungsleiter der unteren Landschaftsbehörde, wundert sich: „Wir haben zwar die Fällung von sechs Bäumen genehmigt, doch die anderen Pflanzen hätten nicht entfernt werden dürfen.“ Das hätte die Bahn beantragen müssen. Moers: „Grundlage dafür ist die Europäische Artenschutzverordnung, die auch Lebensräume von Vögeln schützt.“

Eine solche Genehmigung habe es aber nicht gegeben. Moers nahm mit dem Eisenbahnbundesamt Kontakt auf, um den Fall zu klären: „Die fanden das Ausmaß ebenfalls nicht nachvollziehbar.“ Nun habe sich die Bahn auf leichten Druck bereit erklärt, den Streifen neu zu bepflanzen.

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