Hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera, ist es einem egal, wie man von A nach B gelangt. Entweder geht der Radfahrer das Wagnis ein, auf der Fahrbahn der Wasserwerkstraße von einem Auto erfasst zu werden oder er nimmt die kürzere Variante über die S-Bahn-Gleise. Dort prangt zwar weithin sichtbar ein Verbotsschild, doch kümmert das kaum jemanden. Züge rasen schnell heran, von beiden Seiten.
Den Bezirksvertretern ist das schon lange ein Dorn im Auge. Seit Jahren wiederholen sie regelmäßig ihre Forderung, diesen Gefahrenschwerpunkt zu beseitigen. Stattdessen wird nur knapp zwei Kilometer weiter ein anderer Radweg gebaut, um geradlinig von Dünnwald zum Höhenfelder See zu gelangen. Warum ist jener Abschnitt zuerst dran? Dort gibt es weniger Gefahrenpotenzial und einige alternative Strecken. Da muss man den Mülheimer Bezirksvertretern recht geben: Muss erst jemand durch die Bahn oder einen Unfall auf der unübersichtlichen Straße zu Tode kommen, bevor der Weg endlich gebaut wird?


