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Kunst & Kölsch: Hinter dem Kiosk entsteht Kultur

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Feine Kunst mit Kettensägen: Dennis Remiger und Meinolf Zavelberg (l.) schnitzen Motive aus Holz. Foto: Koll
Die Inhaber des Waldkiosks in Dünnwald stellen in ihrem Garten mit Hilfe von Motorsägen außergewöhnliche Skulpturen her. Einmal im Jahr laden sie zur großen Austellung „Kunst & Kölsch“ auf die Kiosk-Tereasse in Dünnwald ein.  Von
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Dünnwald

Wer am Zwiesel vorbei will, duckt sich besser erstmal weg. Sägespäne fliegen über die Terrasse des Waldkiosks an der Berliner Straße in Dünnwald. Meinolf Zavelberg und Dennis Remiger schnitzen mit ihren Motorsägen „zwei schlanke Fichten“ aus einem Robinien-Zwiesel, also zwei Stämmen, die miteinander verwachsen sind.

Exponate bei „Kunst & Kölsch“

Die beiden Forstwirtschaftsmeister sind Motorsägen-Schnitzer – sie stellen Bären, Eulen und Wildschweine aus Robinien-, Eichen-, Weiden- oder Mammutholz zum sechsten Mal aus bei „Kunst & Kölsch“. Die Veranstaltung haben sich Detlev Endres und Ehefrau Nina Endres-Mühleip ausgedacht. Wie sie auf die Idee gekommen sind, erklärt die Besitzerin so: „Das Schmuddel-Image sollte weg von unserem Kiosk. Und da wir beide sehr kunstinteressiert sind, dachten wir, bringen wir Kunst in unser Kiosk.“

Das geschieht einmal im Jahr, neben den Motorsägen-Schnitzern laden sie weitere Künstler ein. So stehen die Skulpturen von Michael Laux in dem kleinen Garten hinter dem Kiosk. Die Lichtfänger etwa, die in einem früheren Leben mal Fünf-Liter-Bierfässer waren. Laux hat Muster in ihr Blech geschweißt, sie innen mit sogenanntem Schlagmetall vergoldet. Das hauchdünne Messing lässt die Recycling-Fässer blitzen, als leuchtete ein Teelicht in ihrem Inneren.

Detailverliebt: Eule aus Holz
Detailverliebt: Eule aus Holz
Foto: Koll

Ehemalige Ölfässer arbeitet Laux in bronzefarbene Wandbehänge um, in die er schon mal Totenköpfe schweißt, ein früheres Cola-Schild zieren Rosenblüten. Ein Tablett glänzt blau-rosa-golden – wie längere Zeit unpoliertes Silber. „Das liegt am Material“, erläutert der Metall-Bildhauer. „Wenn ich Edelstahl schweiße, kommen sogenannte Anlauffarben heraus.“ Welche das sind, kann er nicht steuern. „Das macht den Reiz der Arbeiten aus“, sagt er, „die haben etwas sehr Willkürliches.“

Wie feinteilig er mit der Motorsäge schnitzen kann, begeistert Dennis Remiger auch nach 18 Jahren Hobby noch. „Ich mache gern Adler“, sagt er, „einerseits, weil das einfach schöne Tiere sind, und weil ich die Feinheiten in den Flügeln schön herausarbeiten kann.“

Eulenbank für die Kioskterrasse

Vor allem Tiere, etwa Bären, sind beliebte Motive.
Vor allem Tiere, etwa Bären, sind beliebte Motive.
Foto: Koll

Auch Meinolf Zavelberg arbeitet am liebsten an einem Vogel: der Eule. „Die sind so vielseitig“, sagt er. „Mal hält eine den einen Fuß höher als den anderen. Mal breitet sie die Flügel aus, mal hält sie sie geschlossen – blickt über die rechte, dann über die linke Schulter.“ Eine Eule haben die beiden Schnitzer auch als Sitzbank ausgearbeitet. Die steht auf der Terrasse des Waldkiosks, und gleich neben ihr soll der Zwiesel einen Platz finden. Die Robinie, der Zavelberg und Remiger irgendwo hinter dem Sägespan-Schauer ein zweites Leben als Fichte zurechtschnitzen.

www.feuertonnen.de

www.schnitz-art.de

www.waldkiosk.de

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