Mülheim
Buchforst, Buchheim, Dellbrück, Dünnwald, Flittard, Höhenhaus, Holweide, Mülheim, Stammheim

Vorlesen
3 Kommentare

Mülheimer Brücke: Teure Umwege für Spediteure

Erstellt
Seit der Sperrung der Leverkusener Brücke für Lkw über 3,5 Tonnen nimmt der Verkehr auf der Mülheimer Brücke zu, Politiker fordern nun Konsequenzen.  Foto: Peter Rakoczy
Durch Umwegfahrten, längere Lenkzeiten und höheren Benzinverbrauch haben Speditionsunternehmen in der Region horrende Mehrkosten, weil die Leverkusener und Mülheimer Brücke gesperrt sind. Das ist die Tendenz einer IHK-Umfrage.  Von
Drucken per Mail
Köln

Die Umfrage ist noch nicht abgeschlossen, aber die Tendenz ist nach den Worten von Ulrich Soénius, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), schon klar: Bereits die Sperrung der Leverkusener Brücke für den Schwerlastverkehr habe für die Speditionsunternehmen in der Region erhebliche Mehrkosten verursacht – und die werden sich durch die geplanten Einschränkungen für die Mülheimer Brücke noch weiter erhöhen.

Mülheimer Brücke wird gesperrt

Rund 540 Logistikfirmen in Köln und Umgebung hat Soénius nach eigenen Angaben angeschrieben, etwa 100 haben bereits geantwortet. Das Fazit: „Im Durchschnitt hat jedes Unternehmen Mehrkosten von rund 1700 Euro am Tag.“ Durch Umwegfahrten und damit unter anderem längere Lenkzeiten und höheren Benzinverbrauch.

Seit Ende November ist die Leverkusener Autobahnbrücke wegen schwerer Schäden für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Vom kommenden Montag an ist auch die Mülheimer Brücke für Laster ab 30 Tonnen tabu – das Bauwerk soll entlastet werden, nachdem sich dort die Zahl der Lkw in den letzten Wochen mehr als verdoppelt hatte. Außerdem gilt für alle Laster dann Tempo 30 und Überholverbot.

Damit bleiben Schwerlastern bis 60 Tonnen nur noch zwei Möglichkeiten, in Köln den Rhein zu überqueren: über die Severinsbrücke und die Rodenkirchener Brücke. Dass sich die Verkehrsprobleme in der Stadt weiter verschärfen werden, ist keine gewagte Prognose. Anwohner im Umfeld der Severinsbrücke beispielsweise befürchten, dass sich Laster verstärkt durch Wohnstraßen quälen – zumal der Deutzer Ring, die Fortsetzung der Severinsbrücke im Rechtsrheinischen, ebenfalls für Laster ab 16 Tonnen gesperrt ist.

Sanierung nicht allein Kölner Thema

„Wir wollen in der Stadt keinen Lkw-Durchgangsverkehr“, sagt Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau. Ob die Lkw-Fahrer der Stadt den Gefallen tun und beispielsweise vom Niehler Hafen nach Leverkusen über den Autobahnring und die Rodenkirchener Brücke fahren, bleibt abzuwarten. „Wir können nur appellieren, ausschildern und kontrollieren“, sagt Neweling. Die Stadt wird nach den Worten von Klaus Harzendorf, Chef des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, die Entwicklung des Verkehrs beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen. Harzendorf rechnet allerdings damit, dass ein Großteil des Fernverkehrs tatsächlich über den – allerdings auch hoch belasteten – Autobahnring an Köln vorbeifahren wird. Und wenn die Leverkusener Brücke im Frühjahr wieder freigegeben werde, entspanne sich die Situation ohnehin.

IHK-Geschäftsführer Soénius fordert einen „Zeit-Maßnahmen-Plan“, bei dem „nichts mehr auf die lange Bank geschoben“ werde. Die Planungen für den Neubau der Leverkusener Brücke müssten beschleunigt , die eigentlich für 2015 geplante Sanierung der Mülheimer Brücke vorgezogen werden. Das wird laut Neweling allerdings nicht möglich sein, da die Stadt auf Druck der Feuerwehr die Sanierung des Stadtautobahn-Tunnels vorgezogen habe. „Für die Mülheimer Brücke haben wir noch keine ausschreibungsreife Sanierungsplanung.“
Die Brückensanierung sei aber „nicht allein ein Kölner Thema“, betont der IHK-Geschäftsführer. Auch der Bund, der den Kommunen immer wieder neue Aufgaben zuweise, dürfe sich „jetzt nicht aus der Verantwortung ziehen“ und müsse Geld zur Verfügung stellen. Er plädiert dafür, zur Entschärfung der Lage Lkw-Durchfahrtverbote, die nicht zwingend nötig sind, vorübergehend aufzuheben.

Der Landesbetrieb Straßenbau geht davon aus, dass die Leverkusener Brücke wie geplant im März wieder für den Schwerverkehr freigegeben werden kann. Laut Sprecher Laurenz Braunisch werden zum Wochenende die Schweißarbeiten auf der Südseite der Brücke beendet, anschließend werde die Nordseite in Angriff genommen. Nach wie vor fahren übrigens täglich rund 3000 Laster trotz Verbots über die Brücke.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!