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Nagelbombenattentat: Anwohner wussten von Beobachtung

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Verdeckte Ermittler nahmen nach dem Nagelbombenanschlag 2004 auch das Café "La Fayette" ins Visier. Foto: Christoph Hennes
Fast zwei Jahre lang haben verdeckte Ermittler des LKA Bewohner der Keupstraße ausgespäht, um Informationen zum Nagelbombenattentat zu sammeln – allerdings nicht unbemerkt. Die Anwohner wussten Bescheid.  Von
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Köln

Das LKA ist offenbar nicht besonders geschickt vorgegangen. Fast zwei Jahre lang haben verdeckte Ermittler Bewohner der Keupstraße ausgespäht, um Informationen zum Nagelbombenattentat zu sammeln – allerdings nicht unbemerkt. „Wir wussten immer, dass hier Polizisten in Zivil verdeckt ermittelt und uns verdächtigt haben“, meint Mitat Özdemir, Vorsitzender der IG Keupstraße. Aber mit wem hätte man darüber sprechen sollen, fragt er erzürnt, „die Ermittlungen gingen ja immer nur in eine Richtung, und das Vertrauen war zerstört.“

Über Jahre gingen die Ermittler von einem Streit zwischen kurdischen und türkischen Geschäftsleuten aus. Nach der Logik der Ermittler war es somit klar, dass die Lokale „La Fayette“ und das ehemalige „Goldene Eck“ , das heute „Café Elite“ heißt, ins Visier gerieten: Auf der Keupstraße genießen sie keinen besonders guten Ruf, im „La Fayette“ verkehren hauptsächlich Türken, im ehemaligen „Goldenen Eck“ gegenüber viele Kurden. Heute wird der Anschlag von 2004 dem NSU zugerechnet.

Das „La Fayette“, in dem die Beamten unter anderem verkehrten, hat heute noch denselben Besitzer. Dessen Bruder wundert sich über das Vorgehen der Polizei: „Warum hat man nicht offen mit uns gesprochen? Wir hatten nichts zu verbergen.“ Spricht man mit Anwohnern, fallen mit Blick auf die neuen Entwicklungen oft die Vokabeln „Demütigung“ und „Enttäuschung“.

Zwei Monate nach dem Ende der Aktion konnten die Ermittler tatsächlich noch einen Erfolg feiern: Bei einer Razzia im „Goldenen Eck“ fanden sie im April 2007 illegale Schusswaffen und nahmen einen Aushilfskellner fest. Die Ermittlungen in Sachen Nagelbombe verliefen im Sande.

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