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Nahverkehr: Noch ein Jahr warten auf den Bus

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Bewohner der Hermann-Kunz-Siedlung präsentieren ihre Forderung. Foto: Schäfer
718 Buchheimer haben sich zusammengeschlossen und fordern gemeinsam eine bessere Nahverkehrs-Anbindung. Doch die KVB sieht frühestens Ende 2013 eine Möglichkeit den Fahrplan anzupassen.  Von
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Buchheim

Nihal Tankurt ist mit ihren 80 Jahren nicht mehr gut zu Fuß. Nur selten verlässt sie die Hermann-Kunz-Siedlung, in der sie lebt. Denn zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs ist der Weg zu lang. Um das zu ändern, hat Tankurt neben 717 anderen Buchheimern einen Bürgerantrag der Buchheimer Selbsthilfe (Buchse) e.V. unterschrieben mit der Forderung, eine Busanbindung bis zur Wuppertaler Straße oder zur Ackerstraße einzurichten. Obwohl die Politik das Vorhaben unterstützt, wird es noch dauern, bis der Bus in der Siedlung hält.

„Ich muss immer sehr weit laufen, um zum Bus zu kommen“, sagt die Seniorin. Zu ihrem Arzt am Wiener Platz komme sie in letzter Zeit gar nicht mehr. Auch Ursula Cakir (72), die auf den Rollator angewiesen ist, klagt: „Ich komme auch nicht mehr raus hier, weder zum Wiener Platz noch nach Kalk.“ Ihre Knie schmerzten zu stark, wenn sie viel laufe.

Initiative wurde 2011 gestartet

Marion Menden, jünger und gut zu Fuß, hat ebenfalls unterschrieben. „Ältere Frauen haben auch Angst, im Dunkeln lange Wege bis nach Hause zurückzulegen.“ Daher müsse der Bus unbedingt kommen. Nicht nur in der Hermann-Kunz-Siedlung ginge es vielen so, sagt Buchse-Mitarbeiterin Hildegard Ocklenburg, eine der Initiatorinnen der Unterschriftensammlung: „Auch im neuen Carlswerk-Quartier der GAG an der Alten Wipperfürther Straße gibt es Klagen.“ Bis zu den Haltestellen Buchheim Herler Straße oder Bahnhof Mülheim sei, wer nicht gut zu Fuß ist, etwa 25 Minuten unterwegs. Nicht nur für Senioren, auch für Mütter mit Kleinkindern seien die Wege beschwerlich. Ocklenburg: „Wir hatten Mitte 2011 schon eine Initiative gestartet, beispielsweise die Buslinie 159 weiter nach Buchheim hinein fahren zu lassen.“

Eine andere Möglichkeit wäre, den Opernbus über die Ackerstraße fahren zu lassen. Die Bezirksvertretung habe dem auch einhellig zugestimmt, und die KVB unternahm sogar Probefahrten. „Doch danach herrschte Schweigen“, sagt die Buchse-Mitarbeiterin. Also entschlossen sich die Initiatoren, mit Unterschriftensammlung und Bürgerantrag einen zweiten Anlauf zu machen.

Unterstützung vom Bezirksbürgermeister

„Wir unterstützen das natürlich, wie auch beim ersten Mal“, sagte Mülheims Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs, als er die Unterschriften entgegennahm. Beides sei inzwischen an den Beschwerdeausschuss des Rates weitergeleitet worden. „Welcher Ausschuss sich damit befassen wird oder ob zuerst die Bezirksvertretung darüber beraten soll, entscheidet die Geschäftsstelle des Beschwerdeausschusses“, so Fuchs. Er habe auch mit dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik Kontakt aufgenommen. Fuchs: „Die prüfen zur Zeit alle Alternativen.“

Ob und wann es eine Busanbindung gibt, ist aber noch offen. „Falls wir eine solche Möglichkeit schaffen, dann nur zum Fahrplanwechsel“, sagt KVB-Pressesprecher Stephan Anemüller. Da der nächste schon Anfang Dezember erfolge, sei zu wenig Zeit für die Vorbereitung. „Frühester Zeitpunkt wäre also Dezember 2013“, sagt Anemüller. Bis dahin sei viel zu tun. Erst müsse die Stadtverwaltung eine Vorlage erarbeiten, in der sie Empfehlungen mit Angaben über Vor- und Nachteile gebe. Auch die KVB gebe eine Stellungnahme über die Machbarkeit ab. „Schließlich müssen wir sicherstellen, dass genug Busse und Fahrer zur Verfügung stehen und wie viel das alles kostet“, so der KVB-Sprecher. Dann entscheide die Politik, ob die Einrichtung der Verbindung sinnvoll sei.

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