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Protest: Demonstration für den Kulturbunker

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"Kultur bunker(n)" war auf den Bannern der Demo zur Erhaltung des Kulturbunkers zu lesen. 
Bei herrlichem Sonnenschein sind in Mülheim rund 100 Demonstranten mit Kartons und Bannern auf die Straße gegangen, um friedlich für die Erhaltung des Kulturbunkers zu demonstrieren. Dem Kulturverein drohen finanzielle Kürzungen.  Von
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Karton an Karton gehen Angelika Wagner und ihr Lebensgefährte Wilfried Bittermann durch Mülheim. Sie demonstrieren am Samstag für den Kulturbunker an der Berliner Straße. Die Stadtverwaltung will dem Kulturverein einen Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro streichen, der Rat der Stadt muss darüber voraussichtlich im April beschließen. Ohne das Geld müsste der Bunker wohl den Betrieb einstellen.

Demo für den Kulturbunker

Um das zu verhindern, sind Wagner und Bittermann auf der Straße. Und dafür haben sie sich Protestumhänge aus alten Umzugskisten gebastelt. „Rette mich wer kann“, haben sie darauf geschrieben. "Drei Stunden haben wir daran gebastelt“, erzählt Bittermann. Wozu die Mühe? „Der Bunker ist wichtig für Mülheim“, sagt Wagner, „bildende Künstler und Maler hätten im Stadtteil zum Beispiel keine andere Anlaufstelle.“

Etwa 60 Demonstranten laufen mit, als sich der Protestzug um kurz nach 13 Uhr am Wiener Platz in Bewegung setzt. Die Musiker der Gruppe „Trum ‘n‘ Tröt“ laufen vorweg, verbreiten eine Stimmung wie die Sambagruppen am Rande des Köln-Marathons. Die Frankfurter Straße geht’s hinunter in Richtung Mülheimer Bahnhof, viele Wochenendeinkäufer sind unterwegs, bleiben stehen. „Was macht ihr da?“, fragt eine Passantin. Sie bekommt gleich einen Flyer in die Hand gedrückt, auf dem steht, was mit dem Kulturbunker los ist. Von den Fenstern am Straßenrand winken Menschen, ein Herr mit grauem Schnäuzer dreht ein Handy-Video, eine Mutter tanzt mit ihrem Kind auf dem Arm zu den Klängen der Musikgruppe. Als der Zug über die Montanusstraße läuft, zählt er auf Höhe der Mündelstraße schon 70 Demonstranten, als er die Keupstraße verlässt, sind es mehr als 90.

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Elke Daoud läuft mit, weil ihr das Angebot des Kulturbunkers wichtig ist. „Dort kann ich mir Kultur trotz eines kleinen Geldbeutels leisten“, erklärt sie. „Es kostet nicht viel, also muss ich mir auch nicht wie ein Schmarotzer vorkommen.“ Joachim Quetting trägt das etwa drei Meter breite Banner zu Beginn des Zuges mit, „Kultur bunker(n)“, verlangen die Lettern darauf. Wozu Quetting das fordert? „Ich kenne in Mülheim sonst keinen Raum für freie Kultur“, erklärt er. Da ist es ihm auch egal, dass ihm vom Bannertragen die rechte Hand bei fünf Grad Außentemperatur langsam kalt wird; trotz Sonnenschein.

Demo für den Kulturbunker

Es ist eine friedliche Demo, die da eine gute Stunde lang in Mülheim für den Kulturbunker wirbt. Die Protestkultur gipfelt vorm Bunker selbst: Zu den Zugaben der Band beginnen die gut 100 Demonstranten zu tanzen.

„Die Demo“, zieht Stephan Sorkin vom Vereinsvorstand sein Fazit, „war ein eindeutiges Votum dafür, dass der Kulturbunker extrem wichtig ist für Mülheim.“ Dann lädt er ein, das Haus an der Berliner Straße 20 zu betreten. Kinder- und Familienprogramm zieht sich durch den Nachmittag, am Abend sollten noch Künstler wie Gerd Köster und Terry Reeves auftreten.

kulturbunker-muelheim.de

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