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Schulprojekt: Firmenchefs schon vor dem Abitur

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Haben gemeinsam eine Firma gegründet, die Notfallpakete für besondere Situationen anbietet: Die Schülerinnen und Schüler des Rhein-Gymnasiums in Mülheim. Foto: Koll
Die Schüler des Rhein-Gymnasiums in Mülheim lernen in einem Kurs, wie Selbstständigkeit funktioniert. Viele Teilnehmer des Projekts haben mittlerweile ihren Berufswunsch geändert. Statt Angestellter wollen viele nun Unternehmer werden.  Von
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Ihren Berufswunsch hat Paloma Krassa verworfen. „Eigentlich wollte ich schon immer Ärztin werden“, erzählt die Elftklässlerin des Rhein-Gymnasiums an der Düsseldorfer Straße. „Aber jetzt möchte ich Betriebswirtschaftslehre studieren und mich selbstständig machen.“

Ein Projektkurs hat zu Krassas Sinneswandel geführt. Im Kurs, der auch Punkte fürs Abi bringt, hat die 20-Jährige mit elf weiteren Schülern Anfang des Jahres die Firma „clubber“ gegründet. Binnen zwölf Monaten wollen sie das Unternehmen aufbauen, sogenannte Notfallpakete produzieren und verkaufen. „Im Kurs geht es um Berufsorientierung“, erklärt Lehrer Thomas Nobbe. „Die Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, Selbstständigkeit auszuprobieren.“ Dafür hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft vor 18 Jahren das Projekt Junior begonnen. Dabei gründen die beteiligten Schüler nicht nur Firmen, sie zahlen sich selbst auch Gehälter (50 Cent die Stunde), führen Steuern ans Institut ab und verkaufen Aktien (zehn Euro das Stück).

Notfallpakete für zehn Euro

Mehr als 50 Teams nehmen landesweit am Projekt teil, am Rhein-Gymnasium sind es zwei – die zweite Firma heißt „son!do“. Deren Mitarbeiter wollen kleine Sitzmöbel mit eingebautem Lautsprechersystem herstellen. Die Notfallpakete der „clubber“ sollen in drei Varianten und für etwa zehn Euro erhältlich sein: für Partys, für Schüler sowie für Lehrer. Zehn Euro sei der optimale Preis, das habe das Team bei einer Online-Umfrage festgestellt, die auf Facebook lief. Das Party-Paket soll Deodorant, eine Nagelfeile, ein Feuerzeug, Kaugummi und Kondome enthalten.

Als die Jungunternehmer ihren Anteilseignern die Geschäftsidee auf der ersten Aktionärsversammlung vorstellen, sitzen sie alle in Jacketts in Raum 035 des Gymnasiums. Und auch sonst vermitteln die jungen Männer und Frauen Schüler einen professionellen Eindruck: Wie auf den Hauptversammlungen der großen Firmen, stehen auch bei den Schülern Knabbereien zur Selbstbedienung auf den Holztischen, liegt die Tagesordnung aus und es gibt Stifte zur freien Verfügung.

Thomas Nobbe hat sich eine der Aktien gesichert und will auch ein Notfallpaket für Lehrer kaufen, sobald es auf dem Markt ist. „Das hätte ich gerade erst gut brauchen können“, sagt er. „Ich hatte Klausuraufsicht und wollte dabei Arbeiten korrigieren, hatte aber keinen Rotstift dabei.“ Im Notfallpaket wäre einer enthalten gewesen.

www.juniorprojekt.de

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