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Stadtpark-Weiher: Ein Schandfleck für Mensch und Tier

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Unrat und Schlamm bestimmen seit einem halben Jahr das Bild des Weihers im Mülheimer Stadtgarten. Foto: Schäfer
Seit Ende 2012 liegt der Weiher im Mülheimer Stadtpark trocken. Das vermüllte Gelände ist kein schöner Anblick für Besucher. Außerdem beschweren sich Naturschützer, dass den Wasservögeln lediglich eine Kloake zum Schwimmen bleibt.  Von
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Heike Bergmann vom Tierheim Dellbrück schlägt Alarm. Zwei junge Tierschützerinnen hatten ihr entsetzt die Situation am Weiher im Mülheimer Stadtgarten geschildert. Statt süße Enten auf dem Wasser schwimmend vorzufinden, paddeln die Vögel dort durch eine Kloake.

„In ihrer E-Mail schilderten Gina und Winona, wie viel Müll im und um den Weiher herum liegt, aus dem im vergangenen Herbst das Wasser abgelassen wurde“, sagt Bergmann. Die Enten, die ihre Heimat wohl nicht verlassen wollen, schwimmen in kleinen Wasserpfützen, die von Schlamm eingeschlossen sind. „Falls dort Enteneier gelegt werden, überleben die Jungen wahrscheinlich nicht“, befürchten die beiden Mädchen. Doch was sie am meisten schockierte: Am Weiher liegt der Kadaver eines Vogels – wahrscheinlich einer Gans –, dessen Verwesungsgrad darauf schließen lässt, dass das Tier schon seit Monaten tot ist. „Es ist höchste Zeit, dass die Stadt diese Katastrophe hier beseitigt – im Interesse der Wasservögel und der Besucher des Stadtgartens“, sagt Bergmann.

Weiher seit Herbst ohne Wasser

Joachim Bauer, Abteilungsleiter des zuständigen Grünflächenamts, kennt die Situation: „Wir haben das Wasser im vergangenen Herbst abgelassen, um den Weiher anschließend vom Schlamm zu reinigen.“ Sogar die Fische habe man vorher abgefischt und in andere Gewässer versetzt. Es sei geplant gewesen, den Grund des Weihers mit Schaufel und Besen zu reinigen. Doch kam erst einmal der Frost dazwischen. Damit nicht genug, habe sich jetzt ein neues Problem ergeben. Mit „normalem“ Schlamm, der mineralische Bestandteile enthalte, hätte das auch geklappt. Der hätte nämlich schnell ein relativ festes Sediment am Boden gebildet, das sich schnell entfernen lässt. Bauer hatte vor, die Arbeiten von eigenen Leuten ausführen zu lassen – ohne eine Fremdfirma zu beauftragen und teuere Technik einzusetzen.

Heike Bergmann vom Dellbrücker Tierheim hat die Stadt alarmiert.
Heike Bergmann vom Dellbrücker Tierheim hat die Stadt alarmiert.
Foto: BELLA/gregorowius.com

Doch die Pampe im Weiher habe es in sich: Sie besteht nach einem neuen Gutachten zu 95 Prozent aus organischem Material. Das seien Schwebstoffe, die erst zu Boden gingen, als das Wasser abgelassen worden war. So haben die Mitarbeiter des Grünflächenamts auch kaum Schlamm auf dem Grund festgestellt, als sie den Weiher vor etwa einem Jahr überprüften. Bauer: „Das ist das Brot, was die Leute immer ins Wasser werfen.“ Diese Schwebstoffe aber bilden kein Sediment – sie bleiben flüssig, bis sie austrocknen.

Schlamm soll trocknen

Zwar könne er ein Saugfahrzeug bestellen, das den Schlamm abpumpt, doch das würde 50 000 Euro kosten. Bauer: „Das Geld haben wir nicht.“ Sein Gutachter riet ihm, lieber noch etwa drei Wochen zu warten, bis die Masse getrocknet sei. Dann reiche ein Bagger. Inzwischen habe Bauer sich mit dem Tierschützer und Spezialisten für Wasservögel, Dino Marcotullio, verständigt, der die Wasservögel beobachtet: „Wenn es Probleme gibt, veranlasst er deren Umsiedlung an andere Gewässer oder in eine Auffangstation.“ Von dem Kadaver wusste Bauer nichts. Er wundere sich aber, dass der seinen Mitarbeitern nicht auffiel. „Ich informiere umgehend das Veterinäramt und veranlasse die Entfernung des toten Tiers“, so der stellvetretende Amtsleiter.

„Ich hoffe, dass der ursprüngliche Zustand so schnell wie möglich wieder hergestellt werden kann“, so Marcotullio. Er ist aber zuversichtlich, dass bald Normalität einkehrt. Als Beleg dafür wertet er den Auftrag der Verwaltung, sich um die Wasservögel am Mülheimer Weiher zu kümmern.

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