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Trauerfeier: Letztes Geleit für den Lebensretter

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Freunde und Verwandte tragen den Sarg von Yilmaz A. in die Moschee, in der die Trauerfeier stattfand. Foto: Max Grönert
In einer Moschee in Mülheim haben Verwandte, Freunde und Kollegen Abschied von Yilmaz A. genommen – der 46-Jährige hatte in Niehl einen Zehnjährigen aus dem Rhein gerettet und im kalten Wasser einen Herzinfarkt erlitten.  Von
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Seine Frau und seine beiden Kinder sind nicht dabei, als mehr als 300 Menschen am Mittwoch Abschied nehmen von Yilmaz A. Die 38-Jährige ist mit ihrem Sohn (19) und ihrer Tochter (14) schon in die Türkei geflogen, um alles vorzubereiten für die Beerdigung ihres Mannes. Yilmaz A. hat einen Jungen vor dem Ertrinken gerettet und ist selbst gestorben.

Der tragische Tod des 46-Jährigen lässt seine Familie, seine Freunde und Kollegen fassungslos zurück. „Das ist nicht gerecht“, sagt ein Mann vor der Moschee des Deutsch-Türkischen Kulturvereins in Mülheim. „Das ist einfach nicht gerecht.“ Ein absoluter Familienmensch sei Yilmaz A. gewesen, immer zur Stelle, wenn jemand Hilfe brauchte. Seinen Sohn hat er vor einigen Jahren nach einem schweren Autounfall in der Türkei wiederbelebt. Das Leben des Zehnjährigen war also schon das zweite, das er gerettet hat.

Der Junge wurde am Abend des 18. Juni beim Spielen im Rhein von der Strömung erfasst und immer weiter ins Wasser gezogen. Yilmaz A., der an dem sommerlichen Abend mit seiner Familie am Molenkopf in Niehl picknicken und angeln wollte, hörte die Schreie des Jungen und rannte los. Seine Frau und seine Tochter mussten mit ansehen, wie er den Jungen zwar an Land rettete, dann aber im Wasser einen Herzinfarkt bekam und zusammensackte. Obwohl mehrere Helfer Sekunden später zur Stelle waren, den Familienvater aus dem Wasser zerrten und ein zufällig anwesender Arzt die Reanimation übernahm, blieb Yilmaz A. bewusstlos. Seine Frau und die Tochter erlitten einen Schock. Yilmaz A. wachte in den letzten vier Tagen seines Lebens nicht mehr auf und starb am 22. Juni im St.-Vinzenz-Hospital.

Trauerfeier für Yilmaz A.

Bei der Trauerfeier in der Mülheimer Moschee bezeichnen die Gäste ihn als Helden. „Yilmaz wird in unseren Herzen weiterleben“, sagt ein Redner. Yilmaz A. war seit 25 Jahren als Arbeiter bei der Deutz AG angestellt. Seine Kollegen stehen bei der Trauerfeier weinend zusammen. „Er war immer auf der ehrlichen Seite“, sagt Yavuz Büyükdag. „Er hat nie schlecht über einen Kollegen gesprochen, war menschlich ein echtes Vorbild.“

Sie haben in der Firma Geld gesammelt, das sie seiner Frau geben wollen, wenn sie zurück ist. Die Familie lebte zuletzt in Mülheim. Der türkische Generalkonsul Mustafa Kemal Basa drückt den Trauernden in der Moschee sein Beileid aus. Zwei Frauen brechen weinend zusammen und müssen vom Notarzt versorgt werden. Ein Freund des Verstorbenen steht nach der Feier auf der Straße und raucht. „Wir sind zusammen erwachsen geworden“, sagt er. Er hat Yilmaz A. vor zwei Monaten zum letzten Mal gesehen. „Man arbeitet und arbeitet, und die Zeit vergeht. Wir hätten uns öfters treffen sollen.“
Der Sarg wurde am Abend in die Türkei überführt. Yilmaz A. wird in seinem Heimatort Yozgat beerdigt.

Posthume Ehrung?

Der Landtagsabgeordnete Christian Möbius (CDU) hat Innenminister Ralf Jäger vorgeschlagen, Yilmaz A. posthum die Rettungsmedaille des Landes zu verleihen. „Wer derart selbstlos sein eigenes Leben in Gefahr bringt, um das Leben eines Kindes zu retten, hat auch nach dem Tod Anerkennung verdient“, sagte Möbius. Die Medaille wurde 1951 als staatliche Auszeichnung gestiftet. (hsr)

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