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Verkehr: Mehr Lastwagen und mehr Feinstaub

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Seit der Sperrung der Leverkusener Brücke für Lkw über 3,5 Tonnen nimmt der Verkehr auf der Mülheimer Brücke zu, Politiker fordern nun Konsequenzen.  Foto: Peter Rakoczy
Seit die Leverkusener Brücke für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt ist, steigt die Verkehrs- und Schadstoffbelastung in Mülheim. Die Stadt lässt nun prüfen wie sehr das Verkehrsaufkommen genau zugenommen hat, um Gegenmaßnehmen einzuleiten.  Von
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Die Sperrung der Leverkusener Brücke für Lkw über 3,5 Tonnen hat spürbare Folgen für Mülheim. "Es gibt viel, viel mehr Lkw als vorher", sagt Bezirksvertreter Günter Hermkes (Grüne). Der Verkehr staut sich auf der Mülheimer Brücke und dem Clevischen Ring, die Strecke ist binnen kurzer Zeit zu einer der wichtigsten Ausweichrouten für den Lastverkehr geworden. Hinzu kommt, dass seit einiger Zeit auch die Zoobrücke für Lkw über 30 Tonnen gesperrt ist. Wie stark das Lkw-Aufkommen in Mülheim zugenommen hat, lässt das Amt für Straßen und Verkehrstechnik prüfen. Dessen Leiter Klaus Harzendorf sagt: "Es ist mehr geworden."

Die Grünen fordern nun Konsequenzen. Für Lkw, die Mülheim nur durchfahren, müsse die Mülheimer Brücke gesperrt werden, so Hermkes: "Zumindest, bis die Leverkusener Brücke wieder frei ist." Das soll im März der Fall sein. Für Lkw-Fahrer mit Kölner Zielen müssten Brücke und Clevischer Ring allerdings frei bleiben. Auch Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs (SPD) sieht Handlungsbedarf: "Es muss eine Konzeption her." Der Fernverkehr müsse großräumig umgeleitet werden: "Da muss die Verwaltung ran."

Lkw-Lawine in Mülheim

Die Messstation in Mülheim
Die Messstation am Clevischen Ring in Mülheim
Foto: Peter Rakoczy

Harzendorf sieht jedoch keine Möglichkeit für eine strengere Regelung: "Es kann nicht sein, dass wir die wenigen Wege, die wir noch haben, zusperren." Eine Sperrung der Brücke für Lkw sei nicht realisierbar und verlagere lediglich die Probleme. "Ich glaube nicht, dass wir kurzfristig viel ändern können", so Harzendorf. Bis März, wenn die Leverkusener Brücke für Lkw wieder befahrbar sein sein soll, müssen die Mülheimer wohl mit der Lkw-Lawine leben. Es sei denn, die Mülheimer Brücke nimmt durch die enorme Beanspruchung akuten Schaden. "Auch die Mülheimer Brücke ist sanierungsbedürftig", sagt Harzendorf. Deshalb werde derzeit untersucht, wie ihre Statik mit der Verkehrsschwemme zurecht kommt. Sollten Schäden auftreten, muss der Lkw-Verkehr doch eingeschränkt werden.

Unterdessen schwindet auch die Mülheimer Luftqualität. Allein in der vergangenen Woche wurde der Grenzwert für Feinstaub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an zwei Tagen überschritten. Die Werte der Messwertstation am Clevischen Ring können auch über das Internet abgerufen werden. 2012 wurden hier bislang an 25 Tagen mehr als 50 Mikrogramm festgestellt, ab 35 Tagen muss ein Luftreinhalteplan in Kraft treten. So wollen es die Bestimmungen für Umweltzonen. Vermehrte Grenzwert-Überschreitungen habe es in Mülheim aber auch in vergangenen Jahren gegeben, wiegelt Harzendorf ab. Eventuell sei die Wetterlage Schuld an den hohen Werten. Von einem Feinstaub-Problem wollte Harzendorf nicht sprechen.

Ausnahmezustand

Und sollte es doch zu einem Feinstaub-Problem kommen, gäbe es in Mülheim wohl keine Konsequenzen. Harzendorf jedenfalls geht davon aus, dass sich das Land großzügig zeigt, sollten Grenzwert-Überschreitungen an mehr als 35 Tagen gemessen werden. Eigentlich müsste das Land dann eingreifen. In Mülheim bliebe wohl alles beim alten: "Wir haben einen Ausnahmezustand", sagt Harzendorf mit Blick auf die Brückensperrung in Leverkusen: "Das könnte dazu führen, dass diese Strecke aus der Umweltzone herausgenommen wird."

Immerhin dauere dieser Ausnahmezustand voraussichtlich nur bis März.

www.lanuv.nrw.de

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