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Verkehr: Viele Baustellen um den Wiener Platz

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Kein Durchkommen: Die Autofahrer in Mülheim müssen sich auf mehrere große Bauvorhaben einstellen.  Foto: michael bause
In Mülheim sorgen gleich mehrere Vorhaben für Unmut bei den Autofahrern. Auf der Frankfurter Straße etwa geht es zwischen Bahnhof Mülheim und Wiener Platz nur noch in nördliche Richtung voran. Die Folge sind lange Staus.  Von
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Köln

Erst an der zweiten Absperrung merkt Angelika Gürakin, dass die Frankfurter Straße anders tickt als sonst. Am Wiener Platz stehen KVB-Aufseher, eigentlich, um den Busfahrern die Umleitung über die Eulenbergstraße zu zeigen. Doch nun läuft einer von ihnen Gürakin hinterher und bedeutet ihr mit klaren Worten, dass die Fahrt in Richtung Süden für sie ab jetzt tabu ist. Da steht die 48-Jährige schon mitten auf dem Fußgänger-Überweg und wundert sich über die unerwartete Wandlung ihres Heimwegs.

Seit gestern ist Mülheims Zentrum um ein schwerwiegendes Verkehrsproblem reicher. Auf der Frankfurter Straße, mit bis zu 15.000 Fahrzeugen pro Tag eine der Hauptverkehrsachsen Kölns, geht es zwischen Bahnhof Mülheim und Wiener Platz nur in nördliche Richtung voran. Wer in den Süden will, kann die Einbahnstraße über die Bergisch Gladbacher Straße und die Montanusstraße umfahren. Dort, an der Kreuzung mit der Frankfurter Straße, staute sich der Verkehr gestern im Berufsverkehr bereits weitaus stärker als sonst. Die Ampelanlage ist noch nicht auf die Blechlawinen eingestellt.

Neue Ampeln, neue Gehwege

Die Autofahrer in Richtung Wiener Platz sind ordentlich genervt. Zehn bis 15 Minuten länger dauere die Fahrt vom Bahnhof bis zum Wiener Platz, rechnet Rolladenmonteur Marko Pätzold am Steuer seines Lieferwagens vor. Die Frankfurter Straße will er ab jetzt umfahren.

Die Baustellen im Kölner Osten.
Die Baustellen im Kölner Osten.

Ein Jahr lang soll die Geschäftsstraße auf 800 Metern Länge saniert werden. Neue Gehwege, neue Multifunktionsflächen mit Bänken, Bäumen und Stellplätzen und neue Ampeln sind geplant. Die Gesamtkosten liegen bei 3,1 Millionen Euro, ein großer Teil der Kosten soll über das Strukturförderprogramm Mülheim 2020 gedeckt werden. Weil die Fördergelder von Bund, Land und EU nur bis Mitte 2014 fließen, sollen die Bauarbeiten schon im kommenden Frühjahr beendet sein. „Das ist eine sportliche Herausforderung“, sagt Bauleiter Jens Fredersdorf. Auch Jörg Spiegel, Inhaber der Fleischerei Borsbach, erwartet ein schwieriges Jahr. „Die Bauarbeiten werden sich negativ auf die ganzen Geschäfte hier auswirken“, sagt der 46-Jährige. Die Parkplätze an der Frankfurter Straße fallen weg – da werde auch so mancher Kunde ausbleiben.

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Die Frankfurter Straße ist das größte Städtebauprojekt von Mülheim 2020, das den von hoher Arbeitslosigkeit gebeutelten Stadtteilen Mülheim, Buchheim und Buchforst optisch und wirtschaftlich auf die Sprünge helfen soll. Die Autofahrer haben das Nachsehen, die Baustellendichte ist enorm. Ab jetzt wird auch die Buchheimer Straße zwischen Adamsstraße und Mülheimer Freiheit neu gestaltet, die Berliner Straße zwischen Markgrafenstraße und Clevischem Ring bekommt ab Ende Mai ein neues Gesicht. Die Bauarbeiten auf der Waldecker Straße laufen bereits, auch am Rendsburger Platz wird gearbeitet. Fredersdorf nennt die vielen Baustellen einen „kräftigen Eingriff“ in den Mülheimer Verkehr.

Die Frankfurter Straße bleibt dabei die größte Problemzone. Auch die Busse der Linien 151, 152, 153 und 190 müssen in Richtung Süden Umwege fahren, die Haltestellen auf der Frankfurter Straße bleiben aber die alten. Die Linie 159 fährt nun über den Rendsburger Platz und hält am Wiener Platz auf dem Clevischen Ring. Die Stopps auf der Graf-Adolf-Straße fallen weg. Klaus Harzendorf, Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik, glaubt dennoch nicht an das große Chaos: „Ich bin mir sicher, dass sich in zwei Wochen die Geschichte eingespielt hat.“

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