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Wochenmarkt: Markthändler fürchten um Existenz

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Foto: Schäfer
In Mülheim wehren sich die Markthändler gegen die geplante Umgestaltung des Platzes an der Berliner Straße. Sie fürchten, dass zukünftig zu wenig Platz für alle Händler vorhanden sein wird und sehen ihre Existenz bedroht.  Von
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In wenigen Monaten beginnt die Umgestaltung des Marktplatzes an der Berliner Straße. Das integrierte Handlungskonzept „Mülheim 2020“ sieht vor, den Platz in einen attraktiven Treffpunkt für die Menschen in Mülheim-Nord zu verwandeln. Doch die Händler des Wochenmarkts sehen durch die Planung, laut der künftig weniger Platz für Stände sein wird, ihre Existenz bedroht. Sie haben Unterschriften gesammelt und fordern den Oberbürgermeister in einem Brief auf, das Bauvorhaben zu stoppen.

Im vorderen Teil Richtung Berliner Straße sollen die Parkplätze verschwinden und ein Aufenthaltsbereich mit Spielplatz und der Außengastronomie des Kulturbunkers entstehen. Die Parkplätze werden in Richtung Markgrafenstraße konzentriert, wo sich auch der Wochenmarkt befinden soll. Eine Zufahrt ist dann nur noch von der Markgrafenstraße aus möglich – statt wie bisher hauptsächlich von der Berliner Straße.

Platz reicht nicht für alle

„Zweimal pro Woche bieten 60 Händler hier ihre Waren an, und 47 von ihnen haben unsere Forderung unterschrieben“, berichtet Marktsprecherin Renate Bienentreu. Viele von ihnen sehen in der Umgestaltung – sie erfuhren davon, als die Planer im Oktober 2012 den Platz besichtigten – eine Existenzbedrohung. Bienentreu: „Schon wenn gebaut wird, werden wohl nicht alle von uns einen Platz finden, an dem sie ihre Waren anbieten können.“ Die befürchteten Einbußen aber könnten sich einige ihrer Kollegen nicht leisten: „Sie würden pleite gehen und in Hartz IV abrutschen.“ Zwar habe die Stadtverwaltung zugesichert, Möglichkeiten zu finden, den Markt auch während der Umbauarbeiten weiterlaufen zu lassen. Doch das stellt die Marktsprecherin nicht zufrieden. Bienentreu: „Der dann verfügbare Platz reicht doch nicht für alle.“ Außerdem würde es auch an Parkplätzen für potenzielle Kunden fehlen.

Sie und ihr Standnachbar Ibrahim Karadaban zweifeln an, dass der fertige Marktplatz den Wünschen der Händler entspreche. Karadaban: „Der vordere Teil zur Berliner Straße hin steht uns danach kaum noch zur Verfügung.“ Dauerhaft würden mindestens zehn Standplätze wegfallen.

Suche nach optimaler Lösung

Der Mülheimer Bürgeramtsleiter und Koordinator des Programms „Mülheim 2020“, Hans Oster, sieht die Sache nicht ganz so dramatisch: „Ich habe mich mit dem Marktamtsleiter Reiner Ströbelt abgesprochen.“ Es werde regelmäßige Gespräche mit den Händlern geben, um je nach Situation die optimalen Lösungen zu finden. Sicherlich werde es zu Einschränkungen kommen. „Doch arbeite ich eng mit dem verantwortlichen Marktaufseher zusammen. Wir finden Wege.“ Auf die schrumpfende Zahl von Standplätzen angesprochen, sagt Oster: „Es sind etwa 40 bis 50 Stammhändler auf dem Platz. Die anderen kommen meist nur sporadisch.“ Für die Stammhändler werde der Platz auf alle Fälle reichen.

Oster erklärt, warum ein Umbau des Marktes notwendig ist: „Wir gestalten ihn nicht nur für die Markthändler, sondern für die gesamte Bevölkerung von Mülheim Nord.“ Der Platz solle zu einem Ort für Begegnungen und zum Verweilen werden, ein lebendiger Mittelpunkt des Quartiers. Das sei er bisher leider nicht gewesen. Oster: „Der Marktplatz war zwar immer relativ belebt, doch auch sehr unordentlich.“ Die Grünanlagen seien oft als Müllabladeplatz oder als Toilette genutzt worden. Auch sei der Spielplatz verschmutzt: „Da mussten wir etwas tun.“ Nun hofft der Bürgeramtsleiter auf die Mitwirkung der Marktbeschicker. „Wir würden uns freuen, wenn sie mit uns an einem Strang ziehen und dazu beitragen, dem Platz Attraktivität zu verleihen.“

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