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Wohnprojekt: Hilfe geben statt Miete zahlen

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Maria Kreutzer (l.) weiht Rosemarie Janssen in die Computerwelt ein. Foto: Schäfer
Bei dem Projekt Wohnen für Hilfe leben Studenten und Senioren im selben Haus. Statt voller Miete zahlen die jungen Leute nur die Nebenkosten. Den Rest leisten sie mit Hilfe im Alltag ab. 220 solcher Wohn-Partnerschaften gibt es bereits.  Von
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Maria Kreutzer versteht sich gut mit Rosemarie Janssen. Die 25-jährige Studentin geht mit der 74-Jährigen spazieren, weiht sie in die Geheimnisse der Computerwelt ein – oder trinkt einfach mit ihr Kaffee. Kreutzer wohnt seit einem halben Jahr im Haus der Seniorin – in einer kleinen, separaten Wohnung. Sie zahlt nur die Nebenkosten. Den Rest der Miete leistet sie mit Hilfe im Alltag ab. Möglich wurde dies durch Wohnen für Hilfe, einem Gemeinschaftsprojekt des Amts für Wohnungswesen, der Universität Köln und der Seniorenvertretung der Stadt.

Finanziert wurde das Projekt Wohnen für Hilfe    ab der Gründung im Jahr 2005 vom Landesministerium für Soziales.  Im  Jahr 2009 hat das die  Stadt Köln übernommen.
Finanziert wurde das Projekt Wohnen für Hilfe ab der Gründung im Jahr 2005 vom Landesministerium für Soziales. Im Jahr 2009 hat das die Stadt Köln übernommen.
Foto: Schäfer

Die Studentin für juristische Fachübersetzungen an der Fachhochschule Köln hatte großes Glück: „Normalerweise leben wir Studenten in einem Zimmer im Wohnheim oder in einer WG. Ich habe eine kleine Wohnung ganz für mich allein.“ Ihre Wohnungen befinden sich auf der gleichen Etage des Hauses, in der auch Rosemaries Sohn mit Familie lebt. Vorher wohnte Kreutzer in einem Studentenheim in Sülz – mit Auslandsstudenten, die in der Regel nach einem halben Jahr wechselten. Kreutzer: „Da fehlte mir die Beständigkeit.“ Bei Janssen fühle sie sich wohl – und will bis zum Ende ihres Studiums bleiben. „Ich gehe auch einkaufen und bekoche Rosemarie ab und zu“, sagt Kreutzer. So gebe es heute Abend Spargelsuppe: „Sie ist mein Versuchskaninchen, aber es schmeckt.“

Auch die Seniorin ist von ihrer Mitbewohnerin angetan. „Ich bin jetzt nicht mehr allein, wenn der Rest der Familie arbeitet oder in den Urlaub gefahren ist.“ Die junge Frau sei auch eine große Hilfe für die Gehbehinderte. Janssen: „Ich brauche Übung im Gehen. Maria fordert mich oft auf, mit ihr rauszugehen – auch, wenn ich keine große Lust dazu habe. Aber es tut mir gut.“

„Das Projekt wurde 2005 ins Leben gerufen“, erklärt Sandra Wiegeler, Koordinatorin von Wohnen für Hilfe. Die Idee sei gewesen, zwei Probleme in der Stadt zu mildern: Einerseits gebe es immer mehr Studenten, die eine preiswerte Wohnung suchen – in Köln ein großes Defizit. Andererseits leben in der Stadt viele Menschen – Senioren, allein Erziehende und Familien – die viel Wohnraum haben und auf Hilfe angewiesen sind. Wiegeler: „Diese Menschen bringen Heike Bermond und ich zusammen.“ Die beiden Frauen vermitteln nicht blind. „Bevor wir Vorschläge machen, sprechen wir mit den Interessenten“, sagt Bermond. Fragebögen über Wünsche, Interessen und Gewohnheiten gehören zum Verfahren – erst dann berate man, wer zu wem passe.

„Die wussten, was uns wichtig ist“, erklärt Rosemaries Schwiegertochter Simone Janssen. Als Monatsmiete habe man sich mit Maria auf zehn Stunden pro Woche geeinigt. „Unser Prinzip ist, etwa eine Stunde wöchentlicher Hilfe pro Quadratmeter zu verlangen. Darunter fällt fast alles , außer Pflegeleistungen“, sagt Wiegeler. Seit 2009 sind 613 Interessierte registriert und 220 Wohn-Partnerschaften vermittelt worden.

www.wfh-koeln.de

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