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Eine psychedelisch-bunte Welt: Steinzeitclan „Die Croods“

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„Die Croods“ sind eine normale Familie mit der Einschränkung, dass sie in irgendeiner prähistorischen Zeit leben und sich auf den Weg in eine moderne Welt machen. Witzig, bildgewaltig - ab ins Kino!

Wie schön, dass Kino noch Märchen von fantastischen Wesen erzählen, Illusionen erzeugen, in Bildern, und Farben schwelgen darf - und das allen Kulturpessimisten zum Trotz in modernster 3D-Technik. Und wie schön, dass sich Kino nicht irgendwelcher Faktentreue verpflichtet fühlt, es egal ist, ob die Geschichte im Altpaläolithikum oder Neolithikum spielt, die Protagonisten nun Steinzeit-, Höhlen- oder Sonstwasmenschen sind. Der Zauber und das farbenprächtige Spektakel sind das Einzige, was zählt. „Die Croods“ aus dem Dreamworks Animation Studio ist genau so ein Film.

Die Croods, das ist eine Familie wie sie auch heute in vielen Bilderbüchern steht: Mutter, Vater, drei Kinder. Gut, der Hund fehlt und ein anderes Haustier gesellt sich auch erst später dazu. Dafür gibt es eine Schwiegermutter, die nicht sonderlich viel von ihrem Schwiegersohn hält und daraus auch keinen Hehl macht. Der Vater Grug (deutsche Stimme Uwe Ochsenknecht) ist Familienoberhaupt durch und durch, die Mutter Ugga ausgleichend-resolut, Tochter Eep rebellisch-pubertär, Sohn Thunk übergewichtig-dümmlich und Baby Sandy nervtötend.

So weit die Normalität. Denn die Croods scheinen die einzigen Menschen zu sein, die den Erdball bevölkern und zwar in irgendeiner prähistorischen Zeit. Sie leben in einer Höhle, knäulen sich nachts zum Schlafen zusammen, das Essen ist rar und die Bedrohung allgegenwärtig. Das zumindest glaubt Vater Grug, der seine Familie krankhaft beschützt. Das Motto: Neu ist immer schlecht. Derartige Beschützermarotten weiß ein Teenager naturgemäß nicht sonderlich zu schätzen. So bricht Eep (gesprochen von Janin Reinhardt) immer wieder aus und trifft auf einem ihrer nächtlichen Streifzüge auf ein anderes menschliches Wesen: Guy (Kostja Ullmann).

Guy ist so eine Art Mogli nur mit offensichtlich zivilisatorischem Background, Sixpack und einem Klammeräffchen, das er eben auch Klammer nennt. Guy kennt oder besser hat das Feuer, bringt den weiblichen Croods die Schuhe, die sie prompt „lieben“ und führt die Steinzeitfamilie in eine neue Ära. Denn irgendwie scheint die Natur noch in ihrer Experimentierphase zu stecken. Guy bezeichnet es als „Ende der Welt“. Und so ist es Guy, der die Croods in eine neue Welt führt. Papa Grug kommt da mit seinen recht primitiven Methoden nicht weiter, was ihm gehörig missfällt.

Kirk DeMicco und Chris Sanders erzählen zusammen mit ihren ideeneinreichen Animatoren eine entzückende Geschichten mit den buntesten Fantasiewesen und ziehen dabei sämtliche Register, die die 3D-Technik zu bieten hat: Die einzelnen Samen der Pusteblumen schweben plötzlich durch den Kinosaal und das Popcorn, das plötzlich aus den Maiskolben tausendfach explodiert, schießt ins Publikum. Ganz zu schweigen von der überdimensionalen Grinsekatze, die die Croods bis in die neue Welt verfolgt, um nur eines der bedrohlichen Wesen zu nennen.

Dabei könnte dogmatischen Pädagogen durchaus die allzu plastische Brutalität, die mitunter alte Tom-and-Jerry-Zeiten wachruft, etwas aufstoßen. Denn die Croods gehen weder mit sich noch mit ihrer Umwelt zimperlich um. Das allerdings macht sie nur noch liebenswürdiger. Vielmehr verschwimmen in den Figuren ständig Realität und Karikatur. Denn natürlich bedienen sie alle Klischees, die noch heute für viele Familien gelten.

Und so gibt es am Ende doch noch eine Moral von der Geschicht: Nur der Zusammenhalt der Familie zählt. Zu der gehört nach langem Widerstand von Familienoberhaupt Grug selbstverständlich auch der junge und moderne Guy als Schwiegersohn in spe. Wie schön, dass Kino noch immer solche Geschichten so bildgewaltig erzählen kann.

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