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Interactive Cologne: Städtische Daten für alle

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Bessere Vernetzung für die Kölner Bürger fordert die Plattform "Offenes Köln". Foto: AP/dpa
Kriminalitätsstatistik, Auftragsvergaben, Lärmmessungen: Die Plattform „Offenes Köln“ kämpft dafür, Verwaltungsdaten der Stadt Köln allen Bürgern zugänglich zu machen. In der Trinitatiskirche debattierte der Macher mit Vertretern der Stadt.  Von
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Sämtliche Verwaltungsdaten Kölns, für jeden interessierten Bürger freizugänglich im Internet – über diese Vision wurde am zweiten Tag des Festivals Interactive Cologne in der Trinitatiskirche debattiert. Auf dem Podium Platz saß neben Sabine Möwes und Dirk Blauhut vom E-Government und Online-Service der Stadt Köln auch Marian Steinbach, der seit Februar 2013 die Plattform „Offenes Köln“ betreibt. Das Portal gilt derzeit als einer der wichtigsten Vorstöße zum Thema Open Data, da es das bestehende, recht unübersichtliche Ratsinformationssystem ausliest und für eine Volltextsuche aufbereitet. Private Recherchen zu bestimmten Themen werden so um ein Vielfaches vereinfacht.

„Lange Zeit galt Verwaltungsmitarbeitern Verschwiegenheit als oberster Grundsatz, aber Demokratie hat sich weiter entwickelt“, sagte der Aktivist zu seinen Motiven. Ein Grundproblem, das viele engagierte Bürger angehe, sei jedoch, dass sie ohne Informationen keine verlässlichen Vorstellungen davon haben, was die Kosten oder die Machbarkeit ihrer Vorschläge betrifft. „Durch offene Daten könnte unser Alltag einfacher und mündiger werden“, ergänzte Mitstreiterin Julia Kloiber, die für die Open Knowledge Foundation aktiv ist. Es gebe viele Daten, die sie ad hoc interessieren würden: Lärmmessungen, Kriminalitätsstatistiken oder Vergabedaten zu städtischen Aufträgen. Die Intransparenz in diesen Bereichen sei bei der Stadt Köln aber noch groß, findet sie.

Diskussion über Open Data bei der Stadt Köln in der Trinitatiskiche. Foto: Martina Goyert

Das solle sich aber sukzessive ändern, machte Sabine Möwes Hoffnung. „Heute reicht es den Bürgern nicht mehr, wenn der Rat zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Erklärung über ein Vorhaben veröffentlicht. Die Leute wollen sich selbst informieren. Hier muss die Stadt ihr System umstellen.“ An einigen Stellen sei hierfür aber immer noch Überzeugungsarbeit zu leisten. „Da müssen wir oft ordentlich baggern“, so die Abteilungsleiterin. Aus ihrer Sicht sei mehr Open Data ein entscheidendes Mittel, um das verlorene Vertrauen der Bevölkerung in die Verwaltung wiederherzustellen. Als Beispiel brachte Möwes die Entscheidung für einen Kreisverkehr statt für eine Ampel im Umfeld einer Schule an, bei der Fakten oft im Konkurrenzkampf mit dem Bauchgefühl der Eltern ständen.

„Wenn wir von Open Data sprechen, geht es nicht um personenbezogene Daten“, war Steinbach um zusätzliche Präzision bemüht. „Wir wollen nicht, dass wie in Schweden jeder die Steuererklärung seines Nachbarn einsehen kann. Worum es uns geht, ist die Nachvollziehbarkeit von Verwaltungsaktivitäten.“ Wie etwa bei der Volksabstimmung über den Ausbau des Godorfer Hafens reiche es nicht, nur die wichtigsten Pros und Kontras zu kennen. Mündige Bürger bräuchten in solchen Fällen die Chance, Gutachten einsehen zu können.

Ein wichtiges Open-Data-Projekt, das kündigte Dirk Blauhut an, werde die Stadt noch in diesem Jahr umsetzen:  Zur Bundestagswahl am 22. September werde es eine ausführliche Auswertung der Stimmergebnisse für sämtliche Wahlkreise Kölns geben.

Und danach? „Die Verwaltung müsste kommunizieren, welche Daten sie überhaupt besitzt“, so Steinbach. Daraufhin müssten dann Listen erstellt und Veröffentlichungsprioritäten festgelegt werden. Ebenso wichtig, so Kloiber, seien dann aber auch engagierte Entwickler und Visualisierer, die die gehobenen Daten für die Allgemeinheit aufbereiteten.

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