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Modell 2013: Das ist die neue S-Klasse

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Unverkennbar eine S-Klasse: Mercedes hat das Design seines Flaggschiffs sehr behutsam weiterentwickelt. Foto: dpa
Die neue Mercedes S-Klasse hat in Hamburg Premiere gefeiert. Im A380-Auslieferungszentrum von Airbus wurde das neue Flaggschiff enthüllt. Das Innere ist mit Luxus vollgestopft. Es gibt Duftspender, Massage-Sitze und eine Stereo-Kamera.
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Sie gilt seit Jahrzehnten als Limousine der Reichen und Mächtigen und soll nun auch Daimler wieder ganz nach oben bringen: die S-Klasse. Experten räumen der neuen Generation des Mercedes-Flaggschiffs gute Chancen ein. Doch ob das reicht, um an der Konkurrenz vorbeizuziehen?

Daimlers großer Hoffnungsträger beherrscht die Hot-Stone-Massage und kann auf Wunsch unterschiedlich duften. Wer die Ausstattung der neuen S-Klasse studiert, merkt schnell: Mit diesem Auto soll alles klappen. Zuletzt machte Daimler vor allem mit Gewinnwarnungen, gekappten Prognosen und internen Querelen von sich reden. All das will Konzernlenker Dieter Zetsche nun mit der neuen Generation seines Flaggschiffs vergessen machen. Am Mittwochabend feierte die Limousine in Hamburg Weltpremiere – A380-Auslieferungszentrum von Airbus.

Die S-Klasse wird es laut Mercedes bald auch wieder als V12- und als sportliches AMG-Modell geben.
Die S-Klasse wird es laut Mercedes bald auch wieder als V12- und als sportliches AMG-Modell geben.
Foto: Hersteller

Audi und BMW verdienen besser

„Wir verlangen nichts anderes als Perfektion von diesem Auto“, kündigte er jüngst an. „Wer S-Klasse bleiben will, muss sich fortlaufend weiterentwickeln, manchmal auch ändern.“ Das gelte auch für Unternehmen, deren Kennzahlen „noch Steigerungspotenzial haben“.

Derzeit haben die Schwaben im Luxussegment im Vergleich zur Oberklasse-Konkurrenz zwar die Nase vorn. Insgesamt verkaufen Audi und BMW aber nicht nur mehr Autos, sondern verdienen auch noch besser daran - und das, obwohl Daimler die Bayern bis 2020 überholen will.

Daimler-Boss Dieter Zetsche stellt in Hamburg die neue S-Klasse vor. Das Flaggschiff soll neben einem geringen Verbrauch vor allem durch einen hohen Sicherheitsstandard mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen punkten.
Daimler-Boss Dieter Zetsche stellt in Hamburg die neue S-Klasse vor. Das Flaggschiff soll neben einem geringen Verbrauch vor allem durch einen hohen Sicherheitsstandard mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen punkten.
Foto: dpa

Design konservativ weiterentwickelt

Insbesondere mit der neuen S-Klasse will Mercedes an der Konkurrenz vorbeiziehen. Wie bereits erste Erlkönig-Bilder gezeigt haben, wird das Design der aktuellen Baureihe W221 eher konservativ weiterentwickelt. Der neue W222 wird bei Länge und Radstand etwas größer ausfallen, die Designsprache orientiert sich an der Studie F700, die 2007 erstmals auf dem Genfer Autosalon präsentiert wurde.

Zum Start gibt es die S-Klasse mit einem V6-Diesel mit 258 PS, einem V8-Benziner mit 455 PS und in zwei Hybrid-Versionen, die beide mit einem 20 kW/27 PS starken Elektromotor gekoppelt sind. Im S 400 arbeitet der mit einem 306 PS starken V6-Benziner zusammen und im S 350 mit einem Vierzylinder-Diesel, der auf 204 PS kommt. Diese Variante ist mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern (CO2-Ausstoß: 115 g/km) die vorerst sparsamste in der Modellpalette. Den vorläufig höchsten Verbrauch hat der V8 im S 500 mit durchschnittlich 8,6 Litern (CO2: 199 g/km).
Weitere Motorvarianten mit mehr Leistung und mit geringerem Verbrauch sind geplant: So wird es die S-Klasse laut Mercedes bald auch wieder als V12- und als sportliches AMG-Modell geben. Außerdem komme sie 2014 als Plug-in-Hybrid mit weniger als 4 Litern Normverbrauch, kündigte Mercedes-Chef Dieter Zetsche an.

Zur Weltpremiere der neuen S-Klasse wurde sogar Sängerin Alicia Keys eingeflogen.
Zur Weltpremiere der neuen S-Klasse wurde sogar Sängerin Alicia Keys eingeflogen.
Foto: dpa

Stereo-Kamera erkennt Fußgänger und Querverkehr

Highlight bei der Sicherheitsausstattung ist eine neue Stereo-Kamera. Sie ermöglicht das räumliche Erfassen der Fahrzeugumgebung und bietet somit den Assistenzsystemen neue Möglichkeiten. So wird das Abstandstempomat durch einen Lenkassistenten erweitert. Außerdem kann sich die neue S-Klasse mit diesem System automatisch im Stopp-and-Go-Verkehr eines Staus bewegen.

Bei der überarbeiteten E-Klasse wurde bereits der Bremsassistent für den Kreuzungsbereich eingeführt. Jetzt soll er auch im Flaggschiff Querverkehr und Fußgänger an einer Kreuzung erkennen und Bremleistung des Fahrzeugs verstärken.

Im Innenraum sorgen zukünftig aktive Gurtschlösser sowie Gurtairbags im Fond für den Schutz der Passagiere.

Ein intelligentes Lichtsystem mit LED-Technik sorgt dafür, dass die Straße immer optimal ausgeleuchtet ist, ohne zum Beispiel den Gegenverkehr zu blenden. Da auch im Innenraum sämtliche Beleuchtungsfunktionen auf Dioden umgestellt werden, spricht Mercedes bei der neuen S-Klasse vom ersten Auto ohne eine einzige Glühbirne.

TFT-Display in 8:3 als Informationszentrale

Alle Informationen für Fahrer und Beifahrer werden in der neuen S-Klasse auf einer digitalen Anzeige eingeblendet. Zwei hochauflösende TFT-Farbdisplays im Format 8:3 und mit einer Bildschirmdiagonale von 30,7 cm (12,3 Zoll) bilden die neue Informationszentrale. Der linke Bildschirm übernimmt die Funktion des bisherigen Kombiinstruments und bietet alle für den Fahrer relevanten Informationen. Der rechte Bildschirm dient zur komfortablen Steuerung von Infotainment- und Komfortfunktionen.

Sicherheitsrisiken durch Kältemittel?

Durch eine Trick will Mercedes Sicherheitsrisiken beim Kältemittel vermeiden. An Bord der neuen S-Klasse ist das alte Kältemittel R134a, das weiterhin in der Klimaanlage der Luxuslimousine eingesetzt werden darf. Die dafür nötige Freigabe hat laut dem Fachmagazins Autogazette.de das Kraftfahrtbundesamt (KBA) aufgrund einer Erweiterung der Typzertifizierung erteilt. Daimler lehnte das neue laut EU-Recht vorgeschriebene Mittel ab, weil es von dem Unternehmen aus Sicherheitsgründen als gefährlich eingestuft worden war. Bei einem Crashtest hatte sich die als R1234yf geführte Chemikalie entzündet. Für die weitere Verwendung des alten Kältemittels nutzt Daimler die Möglichkeit, die neue S-Klasse wegen Ähnlichkeiten in der Plattformstruktur als erweiterte Version des Vorgängers W221 zu definieren. So kann Mercedes bis zum Jahr 2016 auf das alte Kältemittel vertrauen.

Das erneuerte Flaggschiff kommt im Sommer zu Preisen ab 79.790 Euro in den Handel. Die um rund 15 Zentimeter gestreckte Langversion kostet rund 5500 Euro mehr. (tn, dpa)

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