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Alleinerziehende: Mütter entspannen beim Brunch

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Brunchgenuss am Sonntag: Die alleinerziehenden Mütter sitzen an der reich gedeckten Frühstückstafel der Gemeinde-Kita. bild: stefan worring  Foto: Worring
Der Kirchenverband lädt Alleinerziehende sonntags zu einem Brunch-Treffen ein — zum Entspannen, Plaudern, und um Lösungen für die Probleme von Alleinerziehenden zu finden. Die Kinder toben derweil im Nebenzimmer.  Von
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Niehl

Endlich mal richtig abschalten, aus der Wohnung herauskommen und sich ein bisschen verwöhnen lassen: Was für viele Familien nichts Ungewöhnliches ist, kann für Mütter, die auf sich allein gestellt sind, fast schon ein unfassbarer Luxus sein. Den konnten sie nun, wie seit neuestem jeden Monat, im Zentrum von Niehl genießen. Denn im großen Spielzimmer der Katholischen Kindertagesstätte St. Christophorus an der Allensteiner Straße 5a hatten sich acht Alleinerziehende zum großen Sonntagsbrunch versammelt - während ihre Kinder in einem Nebenraum spielen und toben konnten.

Die Stimmung an diesem frühen Nachmittag war sichtbar entspannt. An der riesengroßen, aus Tischchen und Stühlchen zusammengestellten Tafel hatten das Team um Kita-Leiterin Kristina Bel und eine ehrenamtliche Helferin, die mit den Kindern spielte, ein Brunch-Büffet gezaubert. So gab es frisches Obst und Gemüse, jede Menge Brötchen und Croissants, Wurst, Käse, Marmelade, Quark und Nutella - sowie Bio-Eier von garantiert glücklichen Hühnern von einem Hof im Kölner Süden. „Die besorge ich immer extra vor Ort, das habe ich mir zur Routine gemacht“, so Bel.

Zeit, um Kontakte zu pflegen

Im Herbst 2012 hatte der Kirchengemeinde-Verband „Mau-Nie-Wei“ für Mauenheim, Niehl und Weidenpesch erstmals die Alleinerziehenden zum Brunch in die Kita geladen, er ist bis heute der einzige seiner Art in Köln. Weil das Konzept viel Resonanz fand, entschloss sich die Gemeinde, das Angebot auch im neuen Jahr fortzuführen.

„Für Alleinerziehende ist es besonders schwer, Kontakte zu pflegen“, schilderte Hanno Weinert, Diakon in „Mau-Nie-Wei“, die Hintergründe des Treffens. „Der Sonntag ist daher meist ein inhaltsarmer Tag“, so Weinert - deshalb lag die Idee eines sonntäglichen Spätfrühstücks speziell für diese Zielgruppe nahe. Während des ausgedehnten Essens hatten die Frauen - die nicht nur aus Niehl, sondern auch aus anderen Stadtteilen kamen - genug Zeit, sich auszutauschen und nach Lösungen für Probleme im Alltag zu suchen. Und die gibt es reichlich. „Man hat einfach keine Lobby als Alleinerziehende, man steht ganz alleine da mit seinen Problemen und Nöten“, so eine der Teilnehmerinnen, die wie die anderen nicht namentlich zitiert werden mag. „Am schlimmsten finde ich, dass man als Alleinerziehende immense Probleme hat, einen vernünftigen Job zu finden“, so eine andere.

Auch die Themen Ausbildung und Wiedereinstieg seien Dauerbrenner. „Nach zehn Jahren Tätigkeit war ich plötzlich für meine Firma nicht mehr interessant. Und als Alleinerziehende, die sich um Kinder kümmern müssen, sind wir ja nun mal nicht flexibel genug“, ergänzte eine weitere Mutter. Hierzu trügen auch die meist starren Kita-Zeiten bei - und die Hilflosigkeit bei Notfällen. „Immer entsteht ein schlechtes Gewissen, wenn das Kind krank ist und man den Arbeitgeber anrufen muss“, so die Teilnehmerin. „Als machte man sich nicht ohnehin schon Vorwürfe, wenn es zur Arbeit geht und das Kind betreut werden muss.“

Weniger Freizeit-Aktivitäten

Wegen ihrer begrenzten Verfügbarkeit haben Alleinerziehende - im Vergleich zu Elternpaaren, die ihre Zeit besser einteilen können - meist niedrigere Gehälter. Zudem müssen sie naturgemäß das Einkommen alleine erwirtschaften. Durch das begrenzte Budget leiden auch die Freizeit-Aktivitäten, wissen die Besucherinnen aus Erfahrung. „Ich würde gerne mehr mit meinem Kind machen, aber finanziell geht es halt nicht“, sagt eine weitere Besucherin.

Dafür seien die Eintrittsgelder und Nebenkosten - etwa für den kleinen Snack zwischendurch - zu hoch.

Hier und bei weiteren Problemen wollen die Organisatoren ansetzen. „Unser Ziel ist es, sich in einem Netzwerk gegenseitig zu unterstützen und Hilfe zu organisieren“, erläuterte Kristina Bel. Neueinsteiger beim Brunch seien immer willkommen: „Egal, woher sie kommen.“ Wichtig sei jedoch, sich bis spätestens drei Tage vor dem Treffen anzumelden - damit der Einkauf vorab geplant werden kann.

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