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Amtsgericht: Beleidigung in der Arbeitsagentur

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Er wisse nicht, was ihn geritten habe, sagte der Angeklagte vor dem Amtsgericht. Foto: dpa
Weil ihm ein Meldeschein nicht ausgestellt wurde, rastete ein Mann im Bürgeramt Nippes aus und beschimpfte die Mitarbeiter. Er wisse nicht, was ihn geritten habe, sagte der 24-Jährige nun vor dem Amtsgericht.  Von
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In der Kölner Arbeitsagentur und im Bürgeramt Nippes wird man Rainer H. wegen seiner Wutausbrüche in unangenehmer Erinnerung behalten haben. Wegen mehrfacher Beleidigung und auch wegen Hausfriedensbruchs hatte sich der 24-Jährige nun vor dem Amtsgericht zu verantworten – und zeigte Reue. „Ich weiß nicht, was mich da geritten hat“, sagte der Angeklagte zu den Vorfällen im Februar dieses Jahres.

Doch der Eindruck, Rainer H. sei in den Kölner Institutionen bloß ausnahmsweise mal aus der Rolle gefallen, täuscht: H. ist kein unbeschriebenes Blatt, das Register seiner Vorstrafen weist 15 Einträge auf, darunter Verurteilungen wegen Beleidigung.
Am Ende der neuen Gerichtsverhandlung erhielt er nun eine viermonatige Gefängnisstrafe auf Bewährung. Der Staatsanwalt hatte eine Geldstrafe beantragt, doch davon sah der Amtsrichter angesichts der finanziellen Verhältnisse des Angeklagten ab.

Im aktuellen Fall hatte Rainer H. (Name geändert) zuerst im Bürgeramt Nippes die Beherrschung verloren. Als ihm ein Meldeschein nicht ausgestellt wurde, weil er die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllte, rastete er aus. So beschimpfte er eine Mitarbeiterin unter anderem als „Sau“ und einen ihrer Kollegen als „dreckigen Hund“. Nicht einmal eine Stunde später betrat der Gelegenheitsarbeiter das Hauptgebäude der Agentur für Arbeit – obwohl er dort Hausverbot hatte. Auch dort beleidigte er Angestellte.

Psychische Probleme

Rainer H.s Strafverteidiger sagte, sein Mandant werde nun einen Therapeuten aufsuchen, da sein Verhalten auf psychische Probleme hinweise. Der anwesende Bewährungshelfer ordnete die Verhaltensmuster als „sozial inadäquat“ ein. Allerdings arbeite der 24-Jährige, der zurzeit einer geregelten Beschäftigung nachgeht, „produktiv“ mit ihm zusammen.

Als Anzeichen dafür, dass Rainer H. – wenn nötig – auch andere Verhaltensweisen an den Tag legen kann, dienten seine Entschuldigungen an die Opferzeugen. Wegen seines Geständnisses mussten sie nicht gehört werden.

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