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Arbeitsgruppe: Ein neuer Radschnellweg zum Rhein

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Zu Beginn des für Autos unausgebauten Gürtelstücks zwischen Merheimer Straße und Bezirksrathaus ist ein Radweg angelegt. In anderen Abschnitten der Trasse müssen Radler über Schotter fahren. Foto: Schöneck
Wer auf dem Gürtel zwischen Mauenheim und Mülheim mit dem Rad fahren will, muss stark befahrene Straßen überwinden. Eine Arbeitsgruppe entwirft nun ein Fahrrad-Konzept für den unausgebauten Teil des Gürtels.  Von
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Nippes/Niehl/Neuehrenfeld

Rainer Kiel hat eine Vision: Ein Fahrradschnellweg – der nur Radlern vorbehalten ist – könnte auf den 3,5 Kilometern der nicht zu Ende gebauten Gürteltrasse entstehen. Der Künstler, der Geografie und Städtebau studiert hat, hatte im Rahmen des Architekturfestivals „Plan 12“ unter dem Titel „Wo Straßen enden und Wege beginnen“ zu einem zweiteiligen Workshop zur Gürteltrasse in sein Atelier an der Landmannstraße 43 in Neuehrenfeld eingeladen. Einst wohnte Kiel selbst in Nippes. Damals war ihm das Gürtel-Stück in dem Stadtteil nicht besonders aufgefallen. „Erst als im Zuge der Kommunalwahl 2009 alle über den Ausbau und Lückenschluss des Gürtels diskutierten, begann ich, mich mit ihm zu beschäftigen.“ Dabei stieß er auf eine grüne Oase mitten in der Stadt, die Radfahrer und Fußgänger rege nutzen und durchqueren.

Die Teilnehmer studierten an zwei Tagen die Geschichte des Gürtels und besuchten das Areal. Gleichzeitig blickte Kiel auf das jahrzehntelange „Hü und Hott“ der Planungen zurück. Der Arbeitsgruppe ging es vor allem darum, bessere Routen für Radfahrer zu finden – und insbesondere den Fahrradschnellweg zu entwerfen, mit dem Radfahrer zügig und sicher zwischen Mauenheim und Mülheim vorankommen könnten.

Tödlicher Unfall im Jahr 2010

Denn auf der Strecke gibt es ein Hauptproblem: Um dem bisherigen Radweg zur Mülheimer Brücke zu folgen, müssen Radler an zwei Stellen den Kuhweg überqueren, der die Rheinuferstraße und den Niehler Hafen verbindet. Auf der teils abfallenden Strecke wird mitunter schnell gefahren. Über den Radweg gelangen Radfahrer in einer Schleife unter der Brückenauffahrt hindurch, um über das letzte Stück „An der Schanz“ schließlich auf die Brücke selbst zu gelangen. Im November 2010 gab es einen tödlichen Unfall: Ein Auto erfasste einen 69-jährigen Radler, der gerade den Kuhweg überquerte.

Die Pläne für den unausgebauten Teil des Gürtels.
Die Pläne für den unausgebauten Teil des Gürtels.
Foto: KStA-Grafik

Eine der Ideen des Workshops ist es deshalb, den schmalen Grünstreifen zwischen dem Niehler Gürtel und dem Kuhweg für eine neue Radwegführung zu nutzen (siehe Grafik). So bräuchten Radfahrer den Kuhweg nicht mehr kreuzen – und die Verbindung wäre zugleich etwas kürzer.

Auch die übrige Gürteltrasse solle fahrradfreundlicher werden. „Der westliche Abschnitt zwischen Merheimer und Amsterdamer Straße ist jedoch weniger problematisch, da dort schon ein Weg für Radfahrer vorhanden ist“, so der Künstler und Planer – auch wenn dieser stellenweise eine bucklige Schotterpiste ist, wie zwischen Bezirksrathaus und Niehler Straße. Hier müsse man aber eine bereits bestehende Strecke lediglich asphaltieren.

Wege befestigen und beleuchten

Diese Forderung ist im Sinne der Bezirksvertretung Nippes: Im April 2010 beschloss sie einstimmig einen umfangreichen Antrag von SPD und Grünen zum unausgebauten Teil des Gürtels. Unter anderem forderten die Politiker, alle Wege zu befestigen und zu beleuchten. Alles solle aber so umgesetzt werden, dass es einen späteren Gürtel-Ausbau nicht behindere. Bisher ist vom Antrag noch nichts umgesetzt. Den geplanten Gürtel-Lückenschluss sieht Kiel kritisch. Das Projekt sei zum einen sehr teuer.„Schon 2003 sollte der Ausbau rund 20 Millionen Euro kosten“, weiß Kiel. Er befürchtet außerdem, dass über einen ausgebauten Gürtel verstärkt Fernverkehr in den Bezirk komme – der dann auf diesem Weg Staus auf der Inneren Kanalstraße oder dem Kölner Autobahnring umfahren wolle.

Das Kölner Büro des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) bestätigt die Probleme am Gürtel und der Mülheimer Brücke. „Es wäre zu wünschen, dass an den Überwegen endlich etwas passiert“, findet Sven Bersch, einer der Vorsitzenden. Es sei jedoch ein generelles Kölner Thema. „Nicht nur an der Mülheimer Brücke ist die Zufahrt nicht optimal, sondern zu vielen weiteren Brücken“, betont Bersch.

Ein Workshop-Resümee mit zahlreichen Unterlagen und Bildern steht im Internet zur Verfügung.

www.rainer-kiel.de/wordpress/?page_id=1000

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