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Ausstellung: Über acht Stufen in eine neue Welt

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Ausstellung "Transformationen" von Bernd Zech im Foyer des Bezirksrathauses Foto: Schöneck
Der Nippeser Künstler Bernd Zech zeigt eine Auswahl seiner Köln-Motive im Bezirksrathaus Nippes. Die Resultate unter dem Titel "Transformationen" verblüffen durch ihre Technik.  Von
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Weidenpesch/Nippes.

Das Spiel mit Formen und Farben und die Verwandlung von Alltags-Ansichten zu eigenständigen Kompositionen – das ist der Wesenskern der Kunst von Bernd Zech. Ein meist fotografisches, aber manchmal auch gemaltes oder gezeichnetes Ursprungsmotiv bearbeitet er mit manuellen und technischen Mitteln – etwa mittels PC-Bildbearbeitung, Fotokopien oder sogar als Ölgemälde –, bis das fertige Werk entsteht, das vor lauter Farben und räumlichen Details nur so strotzt.

Mit dem Original hat es dann nur noch bedingt zu tun. Oder, wie es Zech selbst formuliert: Er bevorzugt die „zwanglose spielerische Beschäftigung mit medialen Darstellungen, die uns tagtäglich umgeben – mit dem Ziel, völlig eigenständige bildliche Realitäten zu schaffen“.

Verblüffende Resultate

Und die Resultate verblüffen: Mitunter gerät man ins Staunen, das zu einem der Bilder gehörende Original zu sehen. Es gibt jedoch, bei aller gestalterischen Freiheit, eine Einschränkung: Sein Ursprungsmotiv besteht immer aus einem Stück; keine Fotomontage also, keine Bildkombination oder Ähnliches. Die Feinheiten und Verfremdungen entstehen erst in späteren Arbeitsschritten, dem achtstufigen „Transspacialen Prozess“, wie der Künstler es nennt.

Seine Inspiration bezog Zech, der an der Technischen Universität Berlin studiert hat und seit einigen Jahren in Nippes lebt, aus seiner früheren Tätigkeit als Architekt. Dort gehörte das Schaffen und Abwandeln von Formen zum Arbeitsalltag. „Ich habe schon immer parallel künstlerisch gearbeitet. Aber als ich im Jahr 2000 meine Architekten-Tätigkeit beendete, ist meine Produktivität förmlich explodiert.“ Das Künstlerdasein habe durchaus Vorzüge zum Architektenberuf, wie er schmunzelnd bilanziert.„Denn man muss sich nicht mehr mit Bauämtern herumschlagen...“

Nach seiner Vorgänger-Ausstellung im Jahr 2008 ist Zech nun erneut im Foyer des Bezirksrathauses Nippes zu Gast. Vor mehr als 40 Gästen eröffnete Vize-Bezirksbürgermeisterin Susanne Eichmüller mit dem Künstler die Vernissage. Für seine aktuelle Schau unter dem Titel „Transformationen“ hat er eine Reihe von Kölner Motiven ausgewählt – wie die Domspitzen, die er in mehreren Varianten interpretiert hat.

Ein gewisser Grad der Unschärfe

In einer davon sind schemenhaft die Müllmenschen von H. A. Schult zu erkennen, die der Aktionskünstler einst in Reih und Glied auf dem Roncalliplatz postiert hatte. Auch der Musical Dome, der Nippeser Wilhelmplatz und die Spiegelungen in den Fenstern und dem Metall geparkter Autos an der Merheimer Straße waren Vorlage für Zechs Ausarbeitungen.

Teilweise nimmt der Künstler bewusst auch Objekte auf, die sich in Bewegung befinden, um von vornherein einen gewissen Grad an Unschärfe zu erreichen. Beeinflusst ihn, gerade als ehemaligen Bewohner des stark durch Kunst und Bohème geprägten Berlin, auch die Stadt, in der er jetzt lebt? Das sieht er nur begrenzt so. „Es gibt in allen Städten etwas, das man verarbeiten kann“, findet er. Davon kann sich der Besucher dieser Ausstellung überzeugen.

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