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Bahn: Misstrauen gegen neue Wartungshalle

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Auf dem alten Bahngelände an der Longericher Straße in Nippes soll das Wartungswerk der Bahn entstehen.
Auf dem alten Bahngelände an der Longericher Straße in Nippes soll das Wartungswerk der Bahn entstehen.
Foto: Michael Bause
Nippes

Nippes - Knapp 40 Jahre nach der Stilllegung des Nippeser Eisenbahnwerks will die Deutsche Bahn (DB) im Stadtbezirk wieder Züge Instand setzen lassen: Das Unternehmen plant, auf dem Bahndamm seine Wartungshalle für ICE's und die neue "ICx"-Zugreihe zu errichten. Nun lud die federführende DB Fernverkehr AG zum Informationsabend in die Aula der Peter-Ustinov-Realschule ein. Unter Moderation von Tilmann Backhaus erläuterten Heiko Kahabka, Leiter des DB-Werkebereichs Köln/Frankfurt, der Infrastruktur-Verantwortliche Franz Robert Schuh sowie Wilfried Brandt, Gesamt-Projektleiter des Werksneubaus, den rund 120 Anwesenden die Pläne und stellten sich den Fragen der Bürger.
"Unsere Instandhaltungskapazitäten für Fernverkehrs-Züge befinden sich an einem Engpass", erläuterte Kahabka, warum die Bahn dringend ein neues Werk brauche. Nach dem aufsehenerregenden ICE-Achsbruch in Köln im Sommer 2008 seien zudem die Wartungsintervalle für Fernzüge verkürzt worden, was den Bedarf zusätzlich erhöht habe.

Mehrere weitere mögliche Standorte für das Wartungswerk - etwa Essen, Berlin, München, Nürnberg und Karlsruhe - hatte die Bahn laut Kahabka in der Vorauswahl geprüft. Das Votum des DB-Vorstands steht zwar noch aus. Aber alles läuft auf Köln zu, da der Standort bei allen Kriterien - wie Netzanbindung, Kosten und Fachkräfte-Angebot - meilenweit vor den Mitbewerbern gelegen habe. "Die direkte Anbindung zum Hauptbahnhof über bereits bestehende Gleise ist ein großer Vorteil", so Schuh. Den bisherigen Planungen zufolge sollen die Hallen eine funktionale Einheit mit dem bestehenden Werk Köln-Betriebsbahnhof im Agnesviertel bilden, das nur wenige 100 Meter Schienenlänge vom Hauptbahnhof entfernt liegt. "Dort finden dann Kontrollen und kurze Reparaturen statt, alle längeren Inspektionen und Revisionen dagegen im neuen Nippeser Werk", so Kahabka. Etwa sieben bis 13 Züge würden voraussichtlich pro Tag in die neue Halle ein- und ausfahren, meist zwischen 6 und 8 sowie 18 und 20 Uhr.

Doch bei der mitunter recht hitzigen Versammlung wurde deutlich: Bürger und Bezirkspolitiker fürchten zusätzlichen Zuglärm und Verkehr in den Vierteln - zumal die Bahn nach Meinung vieler Besucher bisher zu wenig mit Bürgern und Politikern kommuniziert. "Wir haben zum ersten Mal durch Bürger vom Vorhaben gehört. Bitte verstehen Sie daher unser Misstrauen", sagte SPD-Bezirksvertreter Winfried Steinbach.

"Es ist nicht die Fernverkehr-Wartungshalle alleine, die uns beschäftigt, sondern die Vorhaben der DB auf dem gesamten Bahndamm", bemerkte Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD). Denn auf dem Bahndamm soll nicht nur ein neues Fernzug-Werk entstehen, sondern auch eine S-Bahn-Wartungshalle sowie eine Abstellanlage für S-Bahnen. "Dies sind nicht unsere Projekte, sondern die der DB Regio", so Schuh. Diese zersplitterte Zuständigkeit erzürnte einen Besucher: "Die anderen Gesellschaften müssen beim nächsten Treffen mit ins Boot. Nur so lassen sich zufriedenstellende Antworten finden."

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Viele Bürgerfragen blieben zudem offen - etwa die, welchen zusätzlichen Zug- und Baulärm sowie Lieferverkehr die Anwohner genau zu erwarten haben. "Wir befinden uns ganz am Anfang der Planungen", argumentierte Schuh. "Wie sollen wir etwas darstellen, wenn wir noch nicht einmal wissen, ob wir die Halle drei- oder viergleisig bauen?" Er versprach aber, die gesetzlichen Lärmgrenzwerte strikt einzuhalten - und die Bürger weiter einzubinden.

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