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Bauprojekt: Ein Dorfplatz für Niehl

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Der Entwurf sieht einige Baumpflanzungen vor.  Foto: Grafik: Jankowski Architekten
An der Sebastianstraße am Ortseingang von Alt-Niehl soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Das Bauprojekt würde nicht nur die Optik des Ortes verändern, sondern auch Parkplätze vernichten. Jetzt gibt es Streit.  Von
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Niehl

Ein geplantes Bauprojekt wird aller Voraussicht nach den Ortseingang von Alt-Niehl an der Sebastianstraße völlig neu erscheinen lassen. Auf Teilen des als Parkfläche mit knapp 50 Stellplätzen genutzten Geländes - schräg gegenüber der Endhaltestelle der KVB-Linie 16 - soll ein vierstöckiges Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Der Neubau, der sich um einen begrünten Innenhof erstrecken soll, wird laut Planung auf 2000 Quadratmetern errichtet. Rund 1260 Quadratmeter gehören bereits der Erbengemeinschaft, die das Vorhaben verwirklichen will.

Auf ihrem Geländestreifen steht derzeit die Ruine eines Fischerhauses, die teilweise von drei Werbeplakaten verdeckt wird. Dieses Altgebäude würden die Investoren abbrechen und das Grundstück für den Neubau, in dessen Erdgeschoss einige Läden untergebracht werden, nutzen. Die restlichen benötigten 740 Quadratmeter Nachbarfläche möchten sie von der Stadt hinzu kaufen. Der hiernach verbleibende, dann rund 900 Quadratmeter große Freiplatz soll im Zuge des Projekts umgestaltet werden. So entsteht ein "Dorfplatz", der mit neu gepflanzten Bäumen begrünt würde, an den Rändern könnte weiterhin geparkt werden. Für die Hausbewohner soll eine Tiefgarage mit etwa 30 bis 40 Plätzen entstehen.

Nun beschäftigte das Vorhaben auch die Bezirksvertretung Nippes und den Stadtentwicklungsausschuss. Die Stadtteilparlamentarier waren insgesamt erfreut über die Pläne - bezweifelten aber, dass die zunächst laut Beschlussvorlage vorgesehenen 35 Parkplätze genügen. Diesen durchschnittlichen Bedarf hatte zuvor ein Verkehrsgutachten im Auftrag des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik ergeben.

Platz als „Park and Ride“-Station genutzt

Auf dem Nachbargrundstück steht die Ruine eines Fischerhauses.
Auf dem Nachbargrundstück steht die Ruine eines Fischerhauses.
Foto: Schöneck

Neben Veedels-Bewohnern nutzen auch viele KVB-Kunden den Platz als "Park and Ride"-Station. "Grundsätzlich begrüßen wir die Aufwertung des Ortseingangs", so SPD-Mandatsträger Maximilian Pinnen. "Ich glaube aber nicht, dass 35 Plätze reichen würden - ich habe da noch nie mehr als zwei freie Lücken auf einmal gesehen."

Ähnlich äußerte sich Bezirksbürgermeister Bernd Schößler, der in der Nähe wohnt. "Es sind im Schnitt wesentlich mehr als 35 belegt", bestätigte er - und schlug vor, den Beschlusstext um die Forderung zu ergänzen, 50 Parkplätze zu behalten. Was das Stadtteilparlament letztlich gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und des Linken Andree Willige auch tat. Nach Ansicht der Grünen hätten auch weniger Stellflächen gereicht. "Das mit den 50 Plätzen tragen wir nicht mit", so Fraktionsmitglied Rita Lück.

Vorarbeiten laufen seit über drei Jahren

Auf einem Teil des Parkplatzes an der Sebastianstraße soll der Neubau entstehen. Bislang sind die 50 Stellflächen meist belegt.
Auf einem Teil des Parkplatzes an der Sebastianstraße soll der Neubau entstehen. Bislang sind die 50 Stellflächen meist belegt.
Foto: Schöneck

Auch der Stadtentwicklungsausschuss nahm in seiner zweiten Beratung die Forderung der Bezirksvertretung auf - und verwies die Vorlage an die Verwaltung zurück, so dass sie das Konzept mit den federführenden Architekten überarbeiten kann. Sobald die Parkplatzfrage geregelt ist, kann die Stadt das Vorhaben auf den Weg bringen - insbesondere den Verkauf des fürs Bauvorhaben notwendigen Grundstücks.

Die Vorarbeiten für den Neubau liefen schon drei bis vier Jahre, erläuterte Architekt Karl Jankowski im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Insgesamt könnten 18 Wohnungen entstehen, je sechs in jeder der oberen Etagen." Im Erdgeschoss sei etwa ein Café, eine Bäckerei oder Eissalon mit Terrasse denkbar, direkt am neu entstehenden Platz. Die Parkplatzfrage stimme er gerade mit der Verwaltung ab - auf jeden Fall sei das Problem lösbar. "Letztendlich schaffen wir neue Stellflächen, anstatt welche wegzunehmen", betonte Jankowski. Auch vor der Böschung zur Industriestraße könnten zwischen Bäumen rund 30 Plätze entstehen. "Wenn die Politik fertig beschlossen hat, kann's im Prinzip losgehen", kündigte der Inhaber des Lindenthaler Architektenbüros an, das in Niehl schon einige Projekte verwirklicht hat. Wie die Siedlungserweiterung an der Pastor-Wolff-Straße im Nordwesten von Alt-Niehl, die kurz vor dem Baustart steht.

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