Nippes
Bilderstöckchen, Longerich, Mauenheim, Niehl, Nippes, Riehl, Weidenpesch

Vorlesen
0 Kommentare

Berufskolleg: Kopfhörer-Werbung lässt aufhorchen

Erstellt
Eine der Schülergruppen, die „Agentur Lichtblick“, präsentiert bei der Abschlussvorstellung ihr Konzept. Foto: Schöneck
Rund 20 angehende Marketing-Kaufleute des Joseph-DuMont-Berufskollegs haben eine Kampagne für einen Kopfhörer-Hersteller aus den USA entwickelt. Insgesamt 100.000 Euro stand den Schülern als Budget zur Verfügung.  Von
Drucken per Mail
Longerich

Die Eroberung des deutschen Marktes durch den US-amerikanischen Lautsprecher- und Kopfhörer-Produzenten Klipsch soll in der Longericher Gartenstadt-Nord seinen Anfang nehmen. Hierbei helfen ihm rund 20 angehende Kaufleute für Marketing-Kommunikation am Joseph-DuMont-Berufskolleg im zweiten Ausbildungsjahr. Aufgeteilt in vier Gruppen, die sich jeweils zu einer eigenen fiktiven Agentur zusammenfanden, hatten sie die Aufgabe, ein Kommunikationskonzept für den Hersteller zu entwerfen. Hierzu stand jeder der Schüler-Agenturen ein virtuelles Gesamtbudget von 100 000 Euro zur Verfügung – das weise verwendet werden wollte.

Nun kam für die Schüler die Stunde der Wahrheit: Zum „Pitch“, also der Präsentation der fertig ausgearbeiteten Konzepte, war Oliver Winklmeier, Marketingleiter der deutschen Firmenniederlassung zu Gast an der Berufskollegs-Außenstelle an der Meerfeldstraße. Mit Claus J. Vaaßen, dem Bereichsleiter für Kommunikationsberufe am Kolleg, sowie der Bildungsgang-Leiterin Marianne Berger-McCune, lauschte er den Ausführungen der Teams.

Komplettes Konzept entwickelt

Um herauszufinden, was die Kunden wollen, hatte die Schüler-Projektgruppe „Agentur Lichtblick“ eigens eine Umfrage unter den Kunden eines traditionsreichen Kölner Elektrogroßmarkts gemacht. „Unsere Haupt-Zielgruppe sind Erwachsene, die über 30 Jahre alt, technikbegeistert und viel unterwegs sind – und mindestens über ein durchschnittliches Einkommen verfügen“, erläuterte einer der Schüler in seinem Vortrag. Um diese Menschen zu erreichen, schlug die Gruppe unter anderem vor, „Swingcards“ an den Fahrgast-Haltestangen in KVB-Bahnen anzubringen. Ein Modell hatte das Team bereits gebastelt. Die Idee traf genau den Nerv des Entscheiders. „Die Swingcard-Geschichte fand ich richtig gut“, lobte er bei der anschließenden Fazit-Runde. „Damit erreicht man genau das städtische, mobile Milieu, wo wir als Marke reinwollen.“

Als nächstes versuchte die aus fünf Schülerinnen bestehende „Agentur Goldstück“, den Auftraggeber zu begeistern. Wie ihre Vorgänger traten sie in einheitlichen Kleidungsfarben auf, sogar die Notizzettel trugen das Logo ihrer Agentur. Auch sie erkannten das zentrale Problem: Die Bekanntheit der Marke in Deutschland – die in ihrer US-Heimat zu den Marktführern zählt – muss größer werden, die Botschaft von der hohen Produktqualität in die Köpfe der Kunden. Um in der Öffentlichkeit zu punkten, schlagen sie einen begehbaren Lkw für Messeauftritte und Städte-Tourneen vor, langfristig sogar einen „Flagship-Store“ nach Vorbild eines hochpreisigen US-Elektro- und Computerkonzerns. Mit ihrem stimmigen Vortrag konnten auch sie die Zuhörer begeistern. „Es geht schließlich um ein hochwertiges Produkt, und da passte Ihre Präsentation genau“, bemerkte McCune. „Besonders hat mir gefallen, dass sich Ihr Werbedesign an unseren US-Auftritt anlehnt und diesen weiterentwickelt“, so Winklmeier. Und die Mühe hatte sich gelohnt: Letztlich war „Goldstück“ die Gruppe, die das Rennen machte – ganz knapp vor „Lichtblick“.

Firma will Ideen aufgreifen

Die deutsche Niederlassung der Firma, zu der die Marke Klipsch gehört, will einige der Ideen aufgreifen. Es hat selbst Azubis an der Schule, jedoch in einer der drei Parallelklassen. Und die hatten für ihre Präsentationen ganz andere Auftraggeber – eine Privathochschule, ein Online-Ärzteportal und eine Initiative, die für Hilfsprojekte aller Art Großspender rekrutieren will. „Wir haben die Projekte bewusst so gemischt, dass es kein Insider-Wissen in den Gruppen gibt“, so Vaaßen.

Nach einem gemeinsamen Besuch bei der entsprechenden Firma ging die Arbeit los. „Alle Teams haben drei Monate selbstständig gearbeitet; sie hatten jeweils einen eigenen Raum und School-Notebooks, um ihr Konzept auszutüfteln“, erläutert Vaaßen den langen Weg zur Präsentation. „Bei den Schülern war schon ein wenig Sorge dabei, dass andere Gruppen von der eigenen abkupfern könnte“, schmunzelte er. Auch spiele das Losglück eine entscheidende Rolle: Keine Gruppe will gerne als erste präsentieren, ebenso wenig als letzte.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!