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Cabaretchor: „Die Sirenen“ wollen nur spielen

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Bei der Revue des Cabaretchors bezauberten „die Sirenen“ im Altenberger Hof mit ihren Stimmen. Foto: Schöneck
Der Cabaretchor „Die Sirenen“ nimmt sich in ihrem neuen Stück „Sagenhaft“ Homers Epos „Odyssee“ vor. Gegen kleine Geschenke überzeugt Odysseus die Fabelwesen bestimmte Schiffskapitäne zu verschonen.  Von
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Homers Epos „Odyssee“ muss komplett umgeschrieben werden: Denn die Sirenen, die durch ihren bezaubernden Gesang reihenweise Schiffskapitäne anlocken, wodurch deren Schiffe an Klippen zerschellen, sind gar nicht so heimtückisch und böse wie der Dichter es beschreibt. Im Grunde wollen sie nur spielen: Die von der Göttin Aphrodite auf eine einsame Insel in der Ägäis verbannten Sirenen langweilen sich dort nämlich zu Tode – bis sie ihr Gesangstalent entdecken, mit dem sie Schiffe zu ihrer Insel locken und versenken können.

„Wir sollten das Schiffe-Versenken professionalisieren, dann haben wir endlich mal was zu tun“, sind sich die Fabelwesen einig. Doch dann tritt Odysseus auf den Plan: Damit die durch sie verursachten Schiffshavarien die griechische Wirtschaft nicht länger lahmlegen, schlägt der schlaue König aus Ithaka den Sirenen einen Handel vor: Gegen kleine Geschenke verschonen die Damen jene Schiffskapitäne, die sich vorher angemeldet haben, von ihrem fatalen Gesang.
Fortan floriert das Geschäft bei den Sirenen: Haufenweise Flachbildschirme, Kosmetikartikel und Caipirinha trudeln per „Hermes-Bote“ auf der Insel ein, und die Sirenen leben in Saus und Braus. „Wir geben keine Rabatte, wir sind doch nicht die Caritas!“ bügeln die altgriechischen Piratinnen empört die telefonische Anfrage eines Seemanns ab. Doch das Lotterleben der Sirenen erzürnt wiederum Aphrodite, die sich so deren Verbannung nicht vorgestellt hat: Sie meldet die Sirenen zum Eurovision Song Contest an, wo sie gegen Aphrodites Musen antreten müssen – der Sieger darf auf der Insel verbleiben. Doch mit ihrer originellen Interpretation von „Satellite“, Lenas Siegertitel von 2010, haben sie das Nachsehen – und müssen bis zum Morgengrauen die Insel verlassen. Wohin also nun? Nach einer Odyssee durchs Mittelmeer hat eine der Sirenen die zündende Idee: Sie schwimmen über die Nordsee und den Rhein nach Köln, wo es sich so locker-leicht leben lassen soll. „Ich habe da mal was über den Tod von 11 000 Jungfrauen gehört“, gibt eine von ihnen noch zu bedenken. „Andererseits – ist denn überhaupt eine von uns noch Jungfrau?“

Quasi ein Stück in eigener Sache präsentierte der Kölner Cabaretchor „Die Sirenen“ in der Scheune des Bürgerzentrums Altenberger Hof an der Mauenheimer Straße. Die Revue unter dem Titel „Sagenhaft“ ist zugleich das Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Bestehen des Freizeitchores. Mit knapp 400 Besuchern war der Saal an beiden Abenden nahezu ausverkauft.

„Wir haben anderthalb Jahre für unser Programm geprobt“, so Chorleiterin Lisa Glatz, die selbst aus Nippes kommt. „Meist proben wir einmal pro Woche; ganz viele Ideen kommen von den Frauen selbst. Ich bündele sie im Grunde genommen nur noch.“ Außer den 20 Sängerinnen auf der Bühne wirken Kostümbildnerinnen sowie Filmtechnikerinnen im Hintergrund mit.

Und – beim Zeus! – der Aufwand hat sich gelohnt: Bei der temporeichen und leidenschaftlichen, vor Ideen und Esprit nur so sprühenden zweistündigen Aufführung blieb kein Auge im Saal trocken. Mit ihren witzigen Ideen und dem wilden Mix von Liedern – von Schlagern rund um die rot im Meer versinkende Sonne von Capri über den Soundtrack von „Das Boot“ bis hin zu ihren umgetexteten Versionen von „Eurovision“-Siegertiteln und Peter Fox’ „Haus am See“ (hier: „Eine kleine Insel am Meer, die liegt am Ende der Welt“) – rissen sie den Saal mit. Und als sie gegen Ende des Stückes Willi Ostermanns „Heimweh noh Kölle“ intonieren, stimmt der gesamte Saal mit ein.

Im November 2013 feiern die „Sirenen“ mit einem großen Fest ihr Jubiläumskonzert – und wollen bis dahin noch einige Spontan-Auftritte auf die Bühne bringen. Die Gelegenheit sollte sich Interessierte nicht entgehen lassen, denn dem fantastischen Gesang und Spiel der Kölner Sirenen – das hat der jetzige Auftritt gezeigt – kann man einfach nur erliegen.
www.die-sirenen.de

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