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Clouth-Gelände: Neuanfang mit rotem Backstein

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Impression des Siegerentwurfs für die Neubauten auf dem Clouth-Gelände, die „Moderne Stadt“ in Eigenregie errichten wird. Foto: Moderne Stadt
Nur wenige Monate nach dem Beginn des Abbruchs auf dem Clouth-Gelände können die ersten Eindrücke vom künftigen Aussehen des Viertels gewonnen werden. Die ersten Resultate eines Architektenwettbewerb sind fertig.  Von
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Wenige Monate nach dem Abbruch-Beginn auf dem Clouth-Gelände gibt es die ersten konkreten Eindrücke vom Aussehen des künftigen Viertels. Bei der Stadtwerke-Tochter „Moderne Stadt“, die das Clouth-Gelände entwickelt, gibt es Resultate aus dem Architektenwettbewerb für eine Häusergruppe mit insgesamt rund 75 teils geförderten Wohnungen. Die will sie in Eigenregie im Südosten des ehemaligen Fabrikgeländes bauen, während auf dem übrigen Areal externe Investoren, Genossenschaften und Baugruppen zum Zuge kommen sollen.

Erinnerung an Industriegeschichte

Den ersten Preis gewannen das Kölner Architekturbüro Astoc und die Landschaftsplaner von „Urbane Gestalt“. Ihr Werk setzt auf viergeschossige rote Backsteinbauten, die nach Osten hin – zum Johannes-Giesberts-Park – aufgelockert platziert sind. Auf der Westseite sind die Gebäude als lang gestrecktes Ensemble konzipiert, das an den geradlinigen Verlauf der Clouth-Werkshallen erinnern sollen – und um einen rückwärtigen offenen Hof angeordnet werden.
„Die Architektur knüpft durch die Verwendung von rotem Klinker an die Industriegeschichte des Quartiers an“, lobte die Jury unter Vorsitz des Wiener Professors Rudolf Scheuvens. Die Übergänge zum Park seien „sensibel gestaltet“ – die Gebäude begrenzten zwar deutlich das Viertel, schnitten es aber nicht vom Grün ab. Den zweiten und dritten Preis gewannen die Architekten Lorber + Paul sowie KSG, ebenfalls alle aus Köln. Ähnlich wie die Sieger setzen auch ihre Entwürfe auf eine geradlinige Westseite und eine lockere, sanft in den Park übergehende Bebauung im Osten.

Völlig offen ist dagegen die Zukunft der Künstlerkolonie „Cap Cologne“, die bis Ende September 2011 ihre Ausstellungsräume und Ateliers in der sogenannten Halle 10 im Südosten des Geländes hatte. Die Künstler wollen eigentlich im Jahre 2014 aus ihren in der Stadt verteilten Interimsquartieren zurückkehren. Wie der Rat Ende 2010 entschied, sollten sie die Halle per Erbbau-Vertrag übernehmen und sanieren. Nun will jedoch „Moderne Stadt“, dass sie in die Halle 29 an der Niehler Straße ziehen. Denn die Halle 10 stände den Planungen im Wege: Dort liegt eines der Baufelder für neue Häuser.

„Die Halle 10 bot uns optimale Ausstellungs- und Arbeitsbedingungen“, so der Künstler und „Cap Cologne“-Vorsitzende Artur Starosczyk. „Bis sie und ihr Umfeld fertig erschlossen wäre, würde es aber sieben Jahre dauern. Daher hatten wir uns schweren Herzens für die Halle 29 entschieden.“ Doch wie sich inzwischen herausgestellt habe, sei die Finanzierung dort schwieriger zu gestalten, zudem gibt es weniger zur Verfügung stehende Flächen. „Wir können maximal 2,2 Millionen Euro in die Sanierung investieren, doch der Stadt schwebt ein deutlich teurerer Umbau vor“, ist Starosczyk überzeugt.

Seit Monaten gibt es keine Kontakte mehr zu „Moderne Stadt“. „Momentan stehen wir auf dem Schlauch. Aber wir finden, dass sich die Gesellschaft bewegen muss, denn sie hat die Verpflichtung aus dem Ratsbeschluss übernommen.“ Die Künstler hoffen, dass sich die Politik einschaltet, um zwischen ihnen und den Entwicklern zu vermitteln. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Halle 10 nicht stehen bleibt“, bekräftigte „Moderne Stadt“-Leiter Bernd Streitberger. „Derzeit ruhen – in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat – die Gespräche, da keine Perspektive erkennbar ist.“ Die Halle 29, die man Cap Cologne angeboten habe, solle aber auf jeden Fall kulturell genutzt werden, mit oder ohne die Künstler.
Noch in vollem Gange ist derweil der Ideenwettbewerb für die zentrale Halle 17 auf dem Clouth-Gelände. Das 16 Meter hohe Gebäude von 1928 mit 8000 Quadratmetern Etagenfläche soll – mit einer Grünfläche – zum Mittelpunkt des Veedels werden. Für die Halle angestrebt ist ein Mix aus Wohnungen und Gewerbe, Büros sowie ebenfalls Kultur. Wie dies aussehen wird, soll der neue Wettbewerb zeigen. Bis 16. Juni können Bewerber ihre Ideen einreichen. Die höchstbewerteten Ideengeber sind in der zweiten Phase aufgerufen, ihre Pläne zu konkretisieren.

www.modernestadt.de

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