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Einschulung: Wunsch-Grundschule ist schon belegt

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An der Schule Steinbergerstraße meldeten sich mehr Schüler an, als aufgenommen werden konnten. Foto: Schöneck
Viele Eltern im Nippeser Westen hätten ihre Kinder gerne an der Gemeinschaftsgrundschule Steinbergerstraße angemeldet. Doch für 66 Schüler war bereits Mitte Januar kein Platz mehr. Sie müssen nun auf andere Einrichtungen ausweichen.  Von
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Eine gute Nachricht vorweg für die „Abc-Schützen“ im Stellwerkviertel und dem übrigen Nippeser Westen – sowie deren Eltern. Nachdem, wie berichtet, die Gemeinschaftsgrundschule Steinbergerstraße wegen des Ansturms von Erstklässlern viele Anmeldungen ablehnen musste, hat sich die Lage inzwischen beruhigt. Denn wie das Amt für Schulentwicklung mitteilt, waren bereits Mitte Januar fast alle 66 Schüler, die zunächst außen vor geblieben waren, bei Schulen im Umkreis untergekommen. Dort waren viele Plätze frei (siehe unten „Noch reichlich freie Plätze im Bezirk“).

Dass viele Kinder vor allem aus dem Stellwerkviertel nun aber einen längeren Schulweg haben als zunächst geplant – und dieser gefährlich sein könnte –, bereitet den Mitgliedern der Bezirksvertretung Nippes Sorgen. Deshalb beschlossen sie mehrheitlich einen Antrag der SPD-Fraktion mit mehreren Einzelpunkten. Demnach soll die Verwaltung zunächst prüfen, ob ein Bus zwischen dem Sechzig- und Stellwerkviertel sowie etwa den Grundschulen Alzeyer Straße, Bülowstraße und der Mathilde-von-Mevissen-Schule an der Gellertstraße sinnvoll sein könnte – und ausführen, ob auch andere Möglichkeiten denkbar wären, für einen sichereren Weg zu sorgen. Außerdem bittet das Stadtteilparlament die Verwaltung darzustellen, wie die Grundschulplatz-Versorgung für Sechzig- und Eisenbahnviertel sowie das künftige Wohnviertel auf dem Clouth-Gelände mittel- bis langfristig gesichert werden kann. Ferner wollen die Bezirksvertreter wissen, ob und wie Angebote für nichtkatholische Kinder an katholisch geführten Einrichtungen entstehen können.

Gefahr durch Verkehr

Freie Grundschulplätze im Bezirk
Freie Grundschulplätze im Bezirk
Foto: KStA-Grafik

Während alle übrigen Mitglieder dem Gesamtantrag zustimmten, enthielt sich die Fraktion von Bündnis 90/Grüne beim Schlussvotum. SPD-Mandatsträger Winfried Steinbach, der den Antrag begründete, sah im mitunter dichten Verkehr eine Gefahr für die Kinder. „Wer Nippes kennt, weiß, wie stark belastet der Stadtteil ist – etwa auf der Neusser Straße“, so der Sozialdemokrat. „Außerdem gibt es viele Autofahrer, die nach einem Parkplatz suchen und Fußgänger deshalb nicht immer wahrnehmen.“ Er wolle zudem Klarheit, wie sich das Schulplatzangebot entwickle. „Das Problem in der Eisenbahnersiedlung könnte auch beim Clouth-Areal auftauchen. Wenn die Entwicklung von Nippes so weiter geht, ist es zweifelhaft, ob die Plätze künftig reichen.“

Dies unterstützte CDU-Fraktionschef Christoph Schmitz und ergänzte: „Auch der Schulweg zwischen Stellwerkviertel und der Nibelungenstraße in Mauenheim ist gefährlich.“ Besonders die Nähe zu den teils ungesicherten Gleisen des S-Bahn-Damms an der Etzelstraße und der komplizierte Überweg über den Mauenheimer Gürtel bereite der CDU Sorgen – die hierzu unabhängig vom SPD-Antrag eine Anfrage formuliert hatte. Daraufhin teilte die Verwaltung mit, dass sie prüfen werde, wie der Schulweg nach Mauenheim – besonders an beiden Brennpunktstellen – besser zu sichern sei.

Grüne fordern neuen Schulraum

Für die Grünen erklärte dagegen Fraktionschef Herbert Clasen, warum sie den kompletten Antrag nicht mittragen könnten. „Wir sind auch der Meinung, dass neuer Schulraum geschaffen werden muss – aber wir halten einen Schulbus für so wenige Schüler nicht für zielführend.“ Was die konfessionell gebundenen Grundschulen angehe, so sei die Frage der Trägerschaft nicht Angelegenheit der Stadt, sondern des Landes. „Deshalb unterstützen wir den Punkt mit der Grundschulplatz-Versorgung, alle anderen nicht.“

Noch reichlich freie Plätze im Bezirk
Freie Grundschulplätze im Bezirk
Foto: KStA-Grafik

Zum Stichtag 14. Januar waren nach Angaben des Amtes für Schulentwicklung nahezu alle Erstklässler des kommenden Schuljahres, die an der Grundschule Steinbergerstraße nicht zum Zuge kamen, inzwischen auf umliegende Einrichtungen verteilt. Dem gegenüber ständen selbst jetzt noch reichlich offene Plätze.

Im Einzelnen: Von den 66 an der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Steinbergerstraße abgelehnten Schülern sind nun 20 an der GGS Nibelungenstraße in Mauenheim, zwölf an der katholischen Grundschule (KGS) Osterather Straße in Bilderstöckchen-Süd, sieben an der KGS Bülowstraße und fünf an der GGS Garthestraße in Riehl untergekommen. Einige Familien entschieden sich auch für Schulen außerhalb des Stadtbezirks: So gehen zehn Erstklässler zur KGS Bernhard-Letterhaus-Straße im Agnesviertel, sechs zur GGS Nussbaumerstraße in Neuehrenfeld. Für die betroffenen Eltern hatte die Schulaufsicht zudem einen persönlichen Ansprechpartner benannt, der bei der Suche half.

Eltern sollen Zweitwunsch angeben

Somit waren Mitte Januar rechnerisch nur noch sechs der 66 Schüler ohne Platz. Für diese gab es jedoch 89 freie Plätze alleine an den Schulen im Stadtbezirk – zusätzlich zu den genannten Ausweichschulen hätten auch die GGS Nesselrodestraße in Niehl und die Weidenpescher Florianschule noch Kapazitäten, um weitere Schüler aufzunehmen.

Für den nächsten Anmelde-Jahrgang 2014/15 hat die Stadt angekündigt, ihr Verfahren zu überarbeiten. So soll etwa in den Elternbenachrichtigungen der Hinweis stehen, dass die Kapazitäten der jeweiligen Schule nicht unbedingt mit dem Bedarf an Schulplätzen übereinstimmten, der im Viertel herrsche. Eltern sollen zudem einen Zweitwunsch angeben, falls ihr Kind nicht auf die favorisierte Schule kommen kann.

Unabhängig davon prüft die Stadt, aufgrund des zu erwartenden höheren Bedarfs im Bezirk zusätzliche Plätze im Offenen Ganztags-Angebot der Grundschulen bereitzustellen. (bes)

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