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Einzelhandel: Veedel wünscht sich einen Supermarkt

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Am östlichen Schiefersburger Weg gibt’s Kioske, Bäckerei, Apotheke und Sparkasse – aber keinen klassischen Lebensmittelmarkt. Foto: Max Grönert
Wer in Bilderstöckchen nach einem „Vollsortiment“-Supermarkt sucht, wird bisher nicht fündig. Lediglich Discounter haben sich im Stadtteil angesiedelt. Politik und Bürger suchen nun nach geeignetem Standort für eine Neueröffnung.  Von
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Bilderstöckchen

Zwölf Supermärkte gibt es im Stadtbezirk Nippes – doch die sind ungleich verteilt. Während sich im gleichnamigen Stadtteil Nippes auf einem 400-Meter-Abschnitt der Neusser Straße gleich deren vier (inklusive eines Bio-Markts) drängen, sucht man sie in ganz Bilderstöckchen vergeblich. Dort haben sich mehrere Discounter angesiedelt – also Lebensmittelmärkte mit begrenzterem Sortiment, schnellem Warenumschlag und dem Haupt-Augenmerk auf niedrigeren Preisen. Gerade dieses straffe Konzept schätzen viele Kunden.

Doch ist das Fehlen eines sogenannten „Vollsortiment“-Supermarkts, der üblicherweise bis zu 10 000 verschiedene Artikel führt, ein Dauerthema bei vielen Bürgern im Veedel – vor allem in der Belgiersiedlung am Parkgürtel, wo es außer Kiosken und einer Tankstelle bisher keinen Einzelhandel gibt. Nun beschäftigte sich die Bezirksvertretung Nippes mit dem Thema. Anlass war ein Bürgerantrag aus Bilderstöckchen, demzufolge die Hauptschule Ecke Reutlinger Straße/Schiefersburger Weg aufgegeben werden solle, um Platz für ein Ladenzentrum mit Supermarkt zu schaffen. Zuvor hatte die Verwaltung bereits einen von Bürgern gewünschten Markt im Neubau Ecke Escher/Göppinger Straße in der Belgiersiedlung abgelehnt, da er außerhalb der zwei im Kölner Einzelhandelskonzept festgelegten Nahversorgungs-Lagen am Schiefersburger Weg liege (siehe Grafik).

Zu Fuß zum Einkauf

In Bilderstöckchen fehlt eine klassische Einkaufsstraße.
In Bilderstöckchen fehlt eine klassische Einkaufsstraße.
Foto: KStA-Grafik

Ziel des Konzepts ist, dass alle Bürger im Umkreis von 700 Metern Geschäfte des Tagesbedarfs vorfinden – und somit zu Fuß einkaufen gehen können. Das Schulgrundstück befindet sich innerhalb der westlichen Zone und wäre so für den Einzelhandel nutzbar, heißt es im Antrag. Dem Vorschlag folgte das Stadtteilparlament nicht – forderte aber von der Verwaltung, eine Markt-Neuansiedlung in Bilderstöckchen zu unterstützen. „Wir haben Interesse an einem Vollversorger“, so Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD). „Aber wir sollten einen geeigneteren Standort finden und die Schule nicht aufgeben.“ Seniorenvertreter Walter Hargarten betonte, wie wichtig nahe gelegene Läden für ältere Leute seien. „Wir bekommen viele Anregungen von Bürgern.“ Hargarten schlug vor, für einen neuen Laden einen sozialen Träger mit ins Boot zu holen – wie es jüngst bei einer Neueröffnung in Alt-Niehl geschah.

Einkaufen im Bilderstöckchen.
Einkaufen im Bilderstöckchen.
Foto: Max Grönert

Mit der Ablehnung des Bürgerantrags schloss sich das Stadtteilparlament einstimmig der Stadtverwaltung an. Die Schule Reutlinger Straße sei wegen des steigenden Bedarfs an Schulplätzen im Bezirk wichtig; zudem liege die Schülerzahl mit 386 weit über den 216 Schülern, die eine Hauptschule für ihren Weiterbestand mindestens benötige. Noch hinzu komme, dass die Einrichtung erst von 2001 bis 2005 für insgesamt rund 4,9 Millionen Euro generalsaniert und um einen Neubau ergänzt wurde.

Das Einzelhandelskonzept für Nippes ist online auf der Website der Stadt Köln abrufbar.

www.stadt-koeln.de/4/stadtentwicklung/einzelhandelskonzept/07725/

In Bilderstöckchen fehlt eine klassische Einkaufsstraße

Bilderstöckchen verfügt über sechs Discountmärkte – und ist in dieser Hinsicht besser ausgestattet als jeder andere Stadtteil im Bezirk. Hier gibt es je zwei Aldi- und Netto-Märkte, je eine Lidl- und Penny-Filiale sowie zusätzlich einen türkischen Spezialitätenmarkt.

Dagegen fehlt in Bilderstöckchen ein klassischer „Vollsortimenter“ abseits der Discount-Schiene – wie Rewe, Edeka oder Kaiser’s. Deren Produktauswahl ist in der Regel größer, meistens gibt es dort auch Bedientheken – etwa für Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch. Mittlerweile sind die Grenzen jedoch fließender: So führen einige Discounter zunehmend Markenartikel.

Eine klassische Einkaufsstraße für Waren des täglichen Bedarfs gibt es in Bilderstöckchen ebenfalls nicht.

Das Einzelhandelskonzept spricht jedoch von den „Nahversorgungs-Lagen“ Schiefersburger Weg West und Ost, wo es zwar eine geringe Zahl von Läden gibt, aber die Angebotspalette insgesamt Lücken aufweist.

(bes)

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