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Escher Club: Perspektiven für die Jugendarbeit

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Mit Plakaten demonstrierten Jugendliche für den Club. Foto: Schöneck
Bezirksvertreter in Nippes sind weiterhin fassungslos über die Entscheidung zur Schließung des Jugendzentrums Escher Club. Sie fordern ein neues Konzept für die Jugendarbeit im Bezirk, das der Jugendarbeit eine dauerhafte Perspektive gibt.  Von
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Bilderstöckchen/Weidenpesch

Als Vorsitzender des städtischen Jugendhilfe-Ausschusses und Aufsichtsratschef der Jugendzentren Köln gGmbH (Jugz) hatte SPD-Ratsmitglied Ralf Heinen eine höchst undankbare Aufgabe: Er musste den Nippeser Bezirksvertretern in ihrer Aktuellen Stunde die Hintergründe der Einstellung der Offenen Jugendarbeit im „Escher Club“ von Bilderstöckchen erläutern. „Wir sind in einer sehr schwierigen Situation, was unseren Etat angeht“, sagte Heinen. „Wir geben deutlich mehr Geld für Jugendliche aus als in den Jahren zuvor. Mehr geht jedoch nicht mehr, etwas anderes zu sagen wäre verlogen.“

Der Teilschließung des „Escher Club“ vorausgegangen sei zudem ein gründlicher Auswahlprozess im gesamten Stadtgebiet, sagte Heinen. Doch auch mit dem reduzierten Angebot im Jugendclub von Bilderstöckchen-Süd wolle man die jungen Nutzer nicht alleine lassen. „Den Wunsch nach einem Erhalt der örtlichen Clubs hat es auch in anderen Stadtbezirken gegeben“, ergänzte Monika Baars vom Amt für Kinder, Jugend und Familie. „Wir investieren 13 Millionen Euro im Jahr in die Offene Jugendarbeit in den stadtweit 72 Einrichtungen.“

Hoher Jugendhilfebedarf im Bezirk

Denn wie der Aufsichtsrat der Jugz Anfang November beschlossen hatte, wird an Silvester der Jugendclub an der Escher Straße 152 in seiner bisherigen Form eingestellt (wir berichteten). Über das Jahr hinaus sollen nur noch die Übermittagsbetreuung und das Partizipationsprojekt für Jugendliche erhalten bleiben.

Vor diesem Hintergrund beschlossen die Bezirksvertreter einen Auftrag an die Verwaltung, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das gewährleistet, „dass auch nach Schließung des Escher Clubs die Jugendarbeit in Bilderstöckchen in der Substanz fortgeführt wird“. Darüber hinaus solle die Verwaltung ein tragfähiges Konzept der Jugendarbeit für den Stadtbezirk Nippes bis zur Sommerpause 2013 vorlegen. Trotz der Schilderungen zeigten sich viele Bezirksvertreter nach wie vor fassungslos über den Schließungsentscheid. „Ohne die Stadtbezirke gegeneinander ausspielen zu wollen – warum muss es wieder Nippes sein? Ich kann es einfach nicht verstehen“, so Winfried Steinbach (SPD). „Schließlich sind wir nun mal ein Bezirk mit hohem Jugendhilfebedarf.“

Mittel für Jugendarbeit eingefroren

Bündnis 90/Grünen-Fraktionschef Herbert Clasen kritisierte die seiner Meinung nach mangelhafte Informationspolitik im Zuge der Entscheidung über den Escher Club. Zudem könne es nicht sein, dass die Mittel für die Jugendarbeit eingefroren seien. „Ein fester Etat kann nicht die Lösung sein, denn dann müssen in den nächsten Jahren weitere Einrichtungen geschlossen werden.“ Sein CDU-Kollege Christoph Schmitz erinnerte jedoch daran, dass auch im Aufsichtsrat alle Fraktionen für die Schließung gestimmt hätten. „Eine dauerhafte Lösung muss jedoch her.“

Jugz-Geschäftsführerin Almut Gross zeichnete schließlich eine grobe Perspektive für die künftige Jugendarbeit in Bilderstöckchen. „Wir wollen in stärkerem Maße Projektgelder beantragen und nach Drittmittel-Gebern suchen.“ Zudem müssten sich die Jugendclub-Träger im Stadtteil stärker vernetzen, um ein gutes Angebot für Jugendliche zusammenzustellen. „In Nippes funktioniert die Zusammenarbeit aber schon recht gut“, so Gross. Diese könne man aber noch ausbauen.

Im Januar nach Lösungen suchen

Das Ziel soll sein, das Jugendprojekt in eine Art Selbstständigkeit zu übergeben“, erläuterte Michael Gehrke, noch Leiter des Escher Clubs, den Hintergedanken der künftigen Konzeption. „Wie dies geschehen soll, ist aber noch völlig offen.“ Möglich sei etwa, dass andere Jugendzentren die Arbeit begleiteten. Im Januar werde bei einem Treffen aller Beteiligten nach Lösungen gesucht.

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