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Gesamtschule Nippes: Schicker Schulneubau lässt auf sich warten

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Luftig-leicht - so soll sich die neue Gesamtschule in Longerich präsentieren - wenn sie denn einmal fertig wird. Foto: Privat
Die 2010 gegründete Gesamtschule Nippes muss wohl noch mehrere Jahre mit Provisorien leben. Der Neubau in Longerich wird nach derzeitigem Stand erst zum Schuljahr 2017/18 fertig. Schulleitung und Eltern sind entsetzt.  Von
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Riehl/ Longerich

Was viele Eltern und Politiker im Bezirk schon lange befürchten, scheint sich nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu bewahrheiten: Zum ursprünglich anvisierten Termin im Sommer 2016 wird der Neubau der Gesamtschule Nippes, der am jetzigen Förderschul-Standort an der Ossietzkystraße entstehen soll, nicht mehr fertig. Die Verwaltung hatte das bisher stets behauptet. Nun versuchen Schuldezernat und Gebäudewirtschaft, die Arbeiten zumindest ein Jahr später abschließen zu können - zum Schuljahresbeginn 2017/18.

Die 2010 gegründete Gesamtschule, die seit Jahresbeginn an ihrem Zwischenstandort - der ehemaligen Hauptschule Paul-Humburg-Straße - residiert, wird in einigen Jahren erneut im Schulalltag improvisieren müssen. "Mich entsetzt, dass die Fertigstellung so lange hinausgeschoben wird", beschwerte sich der Gesamtschul-Leiter Martin Nolte. "Es ist unseren Eltern kaum zu vermitteln, dass es nun ein weiteres Provisorium geben wird - da wird es sicher Proteste geben."

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Als Reaktion darauf, dass im Schulausschuss des Rates von einer Fertigstellung des Gesamtschul-Neubaus im Jahr 2018 die Rede war, hatte die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Nippes eine Aktuelle Stunde zur Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung beantragt. Neben Gottfried Richter, Leiter des Bereichs Projektsteuerung bei der Gebäudewirtschaft, stellten sich dessen Amtskollege Wolfgang Klingele sowie Josef Hubert Konrads vom Schulverwaltungsamt den Bezirksvertretern im Zoo-Restaurant, zudem Frank Pfeuffer von der Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung im Schul- und Jugenddezernat. "Wir sind zutiefst irritiert über die Aussage im Ausschuss, dass das Gebäude erst 2018 fertig wird", klagte der Nippeser SPD-Fraktionschef Horst Baumann. "Und ich glaube nicht, dass es bei 2018 bleibt - es wird noch später. Dabei hieß es immer: Wir brauchen keinen Plan B, wir werden schon fertig."

Die städtischen Vertreter beteuerten, dass der nun genannte Termin belastbar sei. "Geplant ist einvernehmlich eine Fertigstellung zum Sommer 2017", versicherte Richter. Falls das doch nicht klappen sollte, würde die Paul-Humburg-Straße aufgestockt - oder die Schüler müssten auf andere Standorte ausweichen. "Denkbar wären weitere Container auf dem Pausenhof, vor der Schule oder im angrenzenden Park - oder andere Gebäude wie am Berufsschulstandort Meerfeldstraße", präzisierte Klingele. "Wir haben also einen Plan B, damit wir im Falle des Falles nicht improvisieren müssen." Es gebe eine "Entschlossenheit im Dezernat", die Schule zumindest 2017 fertig zu bauen, sekundierte Pfeuffer.

Im Herbst 2012 war der Architektenwettbewerb für den Gesamtschul-Neubau beendet worden, der den Siegerentwurf eines Berliner Büros lieferte. "Seit Dezember haben wir Architekten für den Bau; im Februar und April gab es Gespräche mit ihnen", erläuterte Konrads. Das brachte Winfried Steinbach (SPD) auf die Palme. "Man hört immer, wie viel Zeit man ja noch habe - aber Leute, ihr müsst in die Pötte kommen!" appellierte er, "ein privater Bauherr wäre zehn Mal schneller fertig."

Die grüne Vize-Bezirksbürgermeisterin Susanne Eichmüller bemängelte zudem die ihrer Meinung nach mangelnde Informationspolitik der Verwaltung - von der Verzögerung habe man schließlich nicht aus erster Hand erfahren. "Ich sehe, dass Sie engagiert sind. Aber mein Kritikpunkt ist, dass wir nicht informiert werden. Also informieren Sie uns, sobald sich etwas in der Planung ändert - oder wir sitzen in einem halben Jahr wieder hier."

Auf die Frage von Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD), auf wie viel Prozent die Verwaltung-Mitarbeiter die Wahrscheinlichkeit einer Fertigstellung zumindest rechtzeitig zum Sommer 2017 beziffern, gab es keine eindeutige Antwort. Als Fazit der Aktuellen Stunde beschloss die Bezirksvertretung einstimmig den Antrag, ab sofort jedes Vierteljahr einen Bericht über den Planungs- und Baufortschritt am Gesamtschul-Neubau zu erhalten.

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