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Gospel-Workshop: Kirchenlied auf Kisuaheli

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„Afrikanischer Gospel ohne Tanz ist undenkbar“ – Chorleiter Michel Sanya zeigt seinen Schülern warum.  Foto: Alexander Figge
Etwas unbeholfen, aber im Takt, haben sich die Teilnehmer eines Gospel-Workshops in Bilderstöckchen bewegt und in einer fremden Sprache gesungen. Schon kurz darauf soll die Gruppe im Gottesdienst auftreten.  Von
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Michel Sanya stampft rhythmisch mit den Füßen auf den Boden, schwingt dazu die Arme und singt. Der Chorleiter fordert seine Mitstreiter auf, es ihm gleich zu tun. Noch etwas unbeholfen, aber im Takt, bewegen sich die Teilnehmer des Gospel-Workshops und singen dazu die fremd klingenden Worte auf Kisuaheli: „Tale tina ngai ne sepelaka/ Talaka na sepelaka“ (Siehe, warum ich mich freue/ weil die Freude gesund ist).

Kisuaheli ist Sanyas Muttersprache. Der Sänger und Komponist stammt aus der Republik Kongo; in Deutschland lebt und arbeitet er seit 1997. In Bonn leitet er seit 2010 den von ihm gegründeten deutsch-afrikanischen Gospelchor Pamoja, was auf Kisuaheli soviel wie Gemeinschaft bedeutet. Seit einigen Jahren lebt Sanya in Köln, jetzt hat er zum ersten Mal einen Kursus mit afrikanischen Gospelliedern angeboten – in der Evangelischen Nathanael-Kirchengemeinde.

Knapp 20 Teilnehmer studieren mit ihm vier Lieder ein. Zu afrikanischen Klängen gehören auch immer Bewegung und Tanz, im Gegensatz zu deutscher Kirchenmusik. Deshalb müssen die Sänger zu den Stücken eine einfache Schrittfolge erlernen. „Afrikanische Musik ohne Tanz ist undenkbar“, sagt Sanya. „Im Kongo bewegen sich die Menschen vor der Predigt in der Kirche ausgelassen zu den Gospels“, so der freischaffende Musiker.

Seinen deutschen Schülern erscheint diese Kombination noch etwas ungewohnt, aber alle machen mit. Denn der einfache, sehr melodiöse Gesang und die dumpfen Trommelrhythmen der traditionellen afrikanischen Lieder bringen den Körper wie von selbst in Schwung. So hat es auch Ursula Lux-Croisier erlebt: „Das Zusammenspiel von Rhythmus und Bewegung ist anregend, und im Gesang kommen wir schnell zu einem schönen Klangbild. Das ist toll.“ Vier Stunden dauert der Kurs. Dann sollen die Teilnehmer Gesang und Tanz so gut drauf haben, dass sie am folgenden Tag im Gottesdienst singen können.

Für den angehenden Prädikanten Alexander Knuth ist das gleich eine doppelte Herausforderung. Denn er soll diesen speziellen Gottesdienst leiten. Zurzeit absolviert er die zweijährige Ausbildung zum ehrenamtlichen Laienprediger. Sorgen über den Ablauf macht er sich aber nicht. „Ich freue mich, denn der Gospel bringt ungewohnten Schwung in die Kirche“, so Knuth. Auch die hauptamtliche Pfarrerin Reinhild Widdig ist sich sicher, dass die Gemeinde die afrikanische Kirchenmusik begeistert aufnehmen wird.

Genau so kommt es denn auch am nächsten Tag. Als Michel Sanya mit seinem frisch geschulten Gospelchor in der Kirche auftritt, reißt er die rund 60 Besucher mit. „Zum Schluss hat er es sogar geschafft, dass alle aufgestanden sind, mitgetanzt und gesungen haben“, berichtet Widdig. Viele hätten später angekündigt, dass sie am nächsten Workshop teilnehmen wollen. Auch für die Chormitglieder ist der Auftritt ein Erfolg. „Stimmlich war ich ganz zufrieden. Insgesamt war es ein wunderschönes Erlebnis“, sagt Alexander Knuth. Selbst dem Vertreter des Landeskirchenamts, der seine Leistung als Laienprediger im Gottesdienst beurteilen sollte, habe es sehr gut gefallen, so Knuth.
www.kilaloworld.de
www.nathanael-koeln.de

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