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Gutachten: Rezepte gegen das Parkplatz-Chaos

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Der Parkplatz unter der Zoobrücke. Foto: Goyert
Sobald die Sonne einmal hervorlugt, stürmen die Besucher in den Zoo. Das führt allerdings dazu, dass einige Straßen in der Umgebung komplett zugeparkt werden. Jetzt stimmten Politiker zu, dass Neuregelungen dringend nötig sind.  Von
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Riehl

Die Anziehungskraft von Marlar, Bindi, Ming Jung, Pavianen, Ameisenbären & Co. hat auch Schattenseiten. Kaum sind das Wochenende oder die Ferien eingeläutet und das Wetter ist schön, verzeichnet der Zoo - und der benachbarte Botanische Garten - einen Besucheransturm, und Riehl quillt über vor Verkehr. Auf ihrer Suche nach Parkplätzen fahren viele unversehens ins Wohnviertel hinein; schon mittags sind die Straßen zugeparkt. Und mancher Autofahrer sucht dort auch gezielt nach Stellflächen - da hier das Parken, im Gegensatz zu den offiziell ausgewiesenen Arealen, grundsätzlich gratis ist.

Ein Bewohner-Parkgebiet, wie in Nippes, ist in Riehl jedoch nicht erwünscht. Schon vor Jahren gab es im Viertel Protest gegen entsprechende Pläne, der Veedelsverein Rig sammelte mehr als 1500 Unterschriften. Im Jahr 2009 lehnte die Bezirksvertretung Nippes daraufhin das Bewohnerparken ab.

Es gibt Park-Alternativen

Nun aber will die Stadt auf andere Weise die „Quadratur des Kreises“ - weniger Parkbelastung fürs Veedel bei weiterhin kostenlosem Parken im Stadtteil - meistern. Das Amt für Straßen und Verkehrstechnik präsentierte der Bezirksvertretung Nippes das lange erwartete Verkehrskonzept für das Zoo- und Flora-Umfeld. Hierfür hatte sich das Kölner Planungsbüro Via über lange Zeit mit der Parkplatz-Auslastung und den Besucherströmen im Riehler Süden beschäftigt. Und am Ostermontag, 5. April 2010 - einem sonnigen, frühlingshaft milden Tag, an dem der Zoo entsprechend gut besucht war - hielten Mitarbeiter über Stunden hinweg detailliert die Lage in den Straßenzügen fest.

Einige Hauptergebnisse: Während vor allem das „Riehler Plätzchen“, der Flora-Parkplatz und die an den Zoo angrenzenden Straßen - wie die Stammheimer, Pionier- und Bodinusstraße - gegen Nachmittag vor geparkten Pkw überquellen, sind weiter entfernt noch vereinzelt Plätze frei, etwa in der Xantener Straße oder am Riehler Gürtel. Auch die mit 9 Euro Tagesgebühr recht teure Parkpalette der Kinderklinik ist kaum belegt.

Mehrere Punkte zur Verbesserung

Um die Misere zu beheben, schlagen die Planer mehrere Punkte vor - etwa eine bessere Anbindung der zwei Parkplätze unterhalb der Zoobrücke, ein intelligentes Parkleitsystem oder mehr Werbung für Kombi-Tickets, die Zoo-Eintritts- und Fahrkarte zugleich sind. Die Verwaltung will zudem prüfen, ob für die Zoobrücken-Plätze eine Extra-Ebene geschaffen werden kann, ebenso wie für das „Park & Ride“-Haus Zoo/Flora. Jedoch will die Stadt nicht, wie von den Planern eigentlich angeregt, mehr Politessen ins Veedel schicken - hierfür fehle das Geld.

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Von den Bezirksvertretern gab es viel Lob für die umfangreiche Arbeit von Planern und Verwaltung. Sie sahen jedoch auch Verbesserungsbedarf. „Es kann nicht sein, dass an der Kinderklinik Plätze leer bleiben, weil sie zu teuer sind“, merkte SPD-Fraktionschef Horst Baumann an. Der Riehler FDP-Vertreter Biber Happe vermisste zudem eine Prognose für die Zeit ab 2014, wenn der Umbau des Floragebäudes fertig ist: „Dort gibt es auch tagsüber Räume zu mieten, deshalb wird es Überschneidungen mit Zoobesuchern geben.“ Zudem nutzten auch Lentpark-Schwimmgäste die Plätze an der Zoobrücke, was in der Analyse nicht auftauche. So beschlossen die Mandatsträger einstimmig, die Verkehrs-Beobachtungen fortsetzen zu lassen, wenn die Flora eröffnet ist. Dem Grünen-Vorschlag, ein Bewohner-Parkgebiet zumindest prüfen zu lassen, folgten SPD, CDU und FDP dagegen nicht.

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