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Industriegelände: Clouth-Gelände wird umgebaut

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Gruppenfoto der Beteiligten mit Ute Berg (2.v.l.) vor dem Clouth-Signet, das ins Museum kommt. Foto: Schöneck
Rund 20 Jahre nach dem Ende der Gummiproduktion übernimmt die „Moderne Stadt GmbH“ die Regie auf dem 15 Hektar großen Areal der ehemaligen Clouth-Werke.  Von
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Nach einer langen Zeit des Wartens geht's nun los: Rund 20 Jahre nach dem Ende der Gummiproduktion, die die Firma Clouth berühmt machte, übernimmt die "Moderne Stadt GmbH" die Regie auf dem 15 Hektar großen Areal. Das Unternehmen, das unter dem Dach der Stadtwerke Köln angesiedelt ist, soll von nun an den Wandel zum Stadtquartier gestalten. Wirtschafts- und Liegenschaftsdezernentin Ute Berg übergab in einer Feierstunde den symbolischen Schlüssel an Gesellschafter-Vertreter Horst Leonhard. Einer der einst drei Clouth-Schriftzüge über den Toren wird bald im Kölnischen Stadtmuseum stehen - Museumsdirektor Mario Kramp nahm ihn jetzt entgegen. Der zweite steht in Bergheim, wo sich alte Clouth-Anlagen in einer Produktionsstätte befinden - der dritte bleibt Nippes erhalten und hängt über dem Werkstor 2.

Laut bisher vorliegenden Plänen werden die meisten Fabrikhallen auf dem Gelände abgebrochen - es entstehen Ein- und Mehrfamilienhäuser mit rund 60 000 Quadratmetern Fläche, die 1000 Wohneinheiten, Büros und Kleingewerbe Platz bieten. Wo jetzt noch Hallen stehen, sind Straßen sowie zwei Parks mit Spielplätzen geplant. Auch zwei Kinder- und Jugendeinrichtungen sind vorgesehen. Nur einige denkmalgeschützte Gebäude bleiben übrig. Ebenfalls die "Halle 10" des Künstlerkollektivs "Cap Cologne", die dem Verein - nach langem Ringen - unsaniert per Erbpacht überlassen wird. Derzeit stehen die Räume jedoch leer, die Künstler haben sich für die nächsten Jahre des Umbruchs Interimsräume gesucht.

Das Clouth-Gelände
Das Clouth-Gelände

"Eine ergreifende Geschichte geht nun zu Ende - die Industriegeschichte dieses Geländes", so die Dezernentin vor rund 50 Gästen. "Ich bin sicher: Die Moderne Stadt wird dafür sorgen, dass in Nippes ein Vorzeigeviertel entsteht."

"Franz Clouth war ein «Daniel Düsentrieb» der Gummiproduktion", erinnerte Kramp an den Gründer. "Gummi zu Land, zu Wasser und in der Luft" sei seine Devise gewesen - denn in Nippes stellte er außer Kabeln und Reifen auch Taucheranzüge her - und in einer eigenen Luftschiffhalle sogar Zeppelin-Hüllen. "Sollten Sie auf dem Gelände noch einen Taucheranzug finden - immer her damit!" scherzte er. Denn diese sind heute eine Rarität.

Horst Leonhard (r.) erhält den symbolischen Schlüssel zum Gelände.
Horst Leonhard (r.) erhält den symbolischen Schlüssel zum Gelände.
Foto: Schöneck

Auch ein Ur-Nippeser, der seit 40 Jahren gegenüber des Areals wohnt und nicht mit Namen in der Zeitung stehen will, schaute bei der Zeremonie vorbei. "Punkt 12 machte der Pförtner das Außentor auf - und alle stürmten zur Mittagspause heraus", erinnerte er sich an die Blütezeit des Werks. "Es war eine schöne Zeit, an der Niehler Straße gab's viel mehr Läden - und auch mehr Kneipen als heute." Er kenne heute noch viele Leute, die bei Clouth gearbeitet haben. "Ich bin gespannt, wann alles losgeht und wie es hier mal sein wird. Es gab ja schon die dollsten Pläne für das Areal, etwa ein Kaufhaus und sogar einen Hubschrauber-Landeplatz..."

Die Geschichte der Clouth-Werke

Die Clouth-Werke wurden 1862 an der Sternengasse in der City gegründet. Sechs Jahre später siedelte sich die Firma in Nippes an. 1901 beteiligte sich Felten & Guilleaume an Clouth und übernahm den Konzern später komplett. Ab 1966 stieg Continental bei Clouth ein. Während in den 1960er Jahren 2000 Mitarbeiter am Standort arbeiteten, lief das Geschäft ab den 80er Jahren zunehmend schlechter. Zum 31. März 1992 endete die Gummiproduktion in Nippes. 1997 wurde Clouth komplett in den Continental-Konzern eingegliedert. (bes)

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