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Infektiöse Anämie: Veterinäre schließen Rennbahn

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Im Oktober musste ein an Infektiöser Anämie erkranktes Pferd eingeschläfert werden. Foto: Worring
Ein Rennpferd auf der Galopprennbahn in Weidenpesch ist an Infektiöser Anämie erkrankt. Der Veterinäramt hat alle 300 Pferde unter Quarantäne gestellt. Die beiden letzten Renntage in dieser Saison fallen deshalb aus.  Von
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Wenige Stunden, nachdem Benedikt Faßbender die Nachricht vom Veterinäramt erreicht hat, fehlen ihm noch immer die Worte, sagt er. „Mir ist die Spucke weggeblieben, als ich das gehört habe. Das ist eine Katastrophe“, klagt der Geschäftsführer des Kölner Rennvereins am Montagabend.

Weil ein Rennpferd auf der Galopprennbahn in Weidenpesch an Infektiöser Anämie erkrankt ist, müssen die übrigen 300 Pferde die nächsten drei Monate unter Quarantäne gestellt werden. Sie dürfen ihre Stallungen nicht verlassen. Die beiden letzten Renntage in dieser Saison fallen aus – sowohl der Benefizrenntag zu Gunsten des Kölner Kinderschutzbundes am Tag der Deutschen Einheit, als auch der Preis des Winterfavoriten am 14. Oktober. „Das sind zwei sehr zuschauerstarke Tage“, berichtet Faßbender. Der Rennverein hatte mit jeweils 15 000 Zuschauern gerechnet. Der Kinderschutzbund rechnet mit einem Verlust von 50 000 Euro.

Mehr als 400 Rennpferde betreut

Das gesamte Jahr über werden in den Ställen in Weidenpesch mehr als 400 Rennpferde betreut. Köln ist als Galoppstandort von überregionaler Bedeutung. „Wir sind Deutschlands größte Trainingszentrale“, sagt Faßbender. Welches Tier infiziert ist, wollte der Geschäftsführer nicht mitteilen. Einem Stadtsprecher zufolge war es mit einem infizierten Pferd in einer Tierklinik in Kontakt gekommen. Gemäß der „Verordnung zum Schutz gegen die Ansteckende Blutarmut der Einhufer“ müsse es getötet werden. Alle übrigen 300 Pferde werden in den nächsten Tagen auf eine mögliche Infektion untersucht.

Beim Zuchtverband „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen“, das seinen Sitz auf der Kölner Rennbahnstraße hat, riefen am Montagnachmittag zahlreiche verunsicherte Trainer an, deren Pferde in Weidenpesch untergebracht sind. „Für den Rennsport und die deutsche Vollblutzucht ist das der größte anzunehmende Unfall“, sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied, Andreas Tiedtke. Auch Danedream, Deutschlands erfolgreichstes Galopppferd aller Zeiten, darf nicht wie geplant am kommenden Sonntag beim Prix de L’Arc de Triomphe in Paris starten.

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