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Kästner-Gymnasium: Schüler um Klassenfahrt betrogen

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Glücklich über die gelungene Spendenaktion: Barbara Funcke-Tetzlaff, Dieter Schütze-Sladek, Ursula Bostell (v.l.) und einige Schüler, die mit nach Istanbul reisen werden. Foto: Schöneck
Bezahlt hat eine Abiturienten-Gruppe des Kästner-Gymnasiums ihre Abschlussfahrt rechtzeitig. Reiseunterlagen erhielten die Schüler jedoch nicht. Damit die geplante Klassenfahrt doch noch stattfinden kann, starteten sie eine Spendenaktion.  Von
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Noch vor einigen Wochen schauten viele Schüler des Abitur-Jahrgangs am Erich-Kästner-Gymnasium sowie deren Lehrer ziemlich traurig drein. Zwar hatten sie die Koffer für ihre fünftägige Abschlussfahrt nach Istanbul gepackt, doch es fehlten die Reise-Unterlagen. Dann kam das böse Erwachen: "Das Reisebüro, bei dem wir gebucht und die Rechnung von rund 11 000 Euro schon beglichen hatten, rührte sich nicht", berichtet Barbara von Funcke-Tetzlaff, die Jahrgangsstufen-Leiterin der 13. "Noch einen Tag vor dem Abflugdatum sprach ich selbst dort vor, doch die Besitzerin meinte nur, sie könne nichts tun - und uns auch das Geld nicht zurückzahlen", sagt sie.

Während die zwei anderen Abiturienten-Gruppen, die bei anderen Anbietern gebucht hatten, ihre Abschlussreisen antreten konnten, mussten die verhinderten Istanbul-Touristen ganz normal zur Schule gehen. "Das alles war ein Schock für die Schüler", so Oberstufen-Koordinatorin Ursula Borstell. Das Gymnasium hatte versucht, in letzter Minute eine günstige Alternative - etwa eine Wochenendfahrt - zu finden, doch das scheiterte am knappen Zeit- und Geldbudget. "Wir versuchten zu retten, was zu retten ist - doch es hat nicht sollen sein", so Schulleiter Dieter Schütze-Sladek.

Aktion Trostpflaster

Hier wäre die Geschichte eigentlich beendet - hätte es nicht eine große Welle der Hilfsbereitschaft gegeben. Der Förderverein der Schule an der Castroper Straße rief die "Aktion Trostpflaster" ins Leben und warb um Spenden, damit die Gruppe zu einem späteren Zeitpunkt doch reisen kann. Ob dies gelingen würde, war zunächst offen. Seit Ende September ist aber so viel Geld eingegangen, dass zumindest Flug und Unterkunft mit Frühstück bezahlt werden können. Nun wird die Gruppe Ende Januar/ Anfang Februar zum Bosporus aufbrechen. "Trotz des doppelten Abiturstresses haben sich die Kollegen bereit erklärt mitzufahren", freut sich der Schulleiter. Und auch die teils nicht aus begüterten Familien stammenden Schüler legten sich ein zweites Mal ins Zeug. "Viele haben erneut gejobbt, um ihren Anteil noch mal aufzubringen", unterstreicht Funke-Tetzlaff.

Großzügige Gastgeber

Auch der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Istanbul, der Kontakte zur türkischen 13-Millionen-Metropole pflegt, unterstützte die Schule. "Wir haben an das türkische Generalkonsulat in Hürth und nach Istanbul geschrieben, um Hilfe zu erbitten", berichtet Monika Bongartz, die Vize-Vorsitzende des Freundschaftsvereins. Bekannte von ihr in Istanbul hätten sich zudem bereit erklärt, beim Freizeitprogramm der Gruppe mitzuhelfen. Auch die Gastgeber zeigten sich großzügig. "Die Stadtverwaltung von Istanbul hat uns für die Besichtigungen einen Bus organisiert; in allen städtischen Einrichtungen und Museen haben wir freien Eintritt", so Funke-Tetzlaff. Dennoch hofft die Schule auf Spenden, um die immer noch magere Reisekasse aufzubessern - das Hilfskonto besteht weiterhin.

Das Reisebüro, das die Situation verschuldet hat, ist inzwischen geschlossen. Die Schule hat über das städtische Rechtsamt juristische Schritte eingeleitet. "Es ist ein Strafverfahren anhängig, die Sache ist bei uns in Bearbeitung", heißt es dort. "Höchstwahrscheinlich sehen wir jedoch nichts mehr von unserem Geld", glaubt indes Schütze-Sladek.

Wer die Schüler unterstützen möchte, erreicht das Erich-Kästner-Gymnasium unter der Rufnummer 0221/221-39310 oder über E-Mail an post@ekg-koeln.de

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