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Nach dem Inzucht-Fall: Pannen und Tragödien im Kölner Zoo

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Das Tigerweibchen Hanya (hier im November 2011 mit einem ihrer Jungen) hat wieder drei Babys zur Welt gebracht. Vater ist Jegor, der Sohn der Tigerdame.  Foto: stefan worring
Die aktuelle Inzucht-Panne im Tiger-Gehege ist nicht der einzige Fall, der ein schlechtes Licht auf den Kölner Zoo wirft. Unglücklich läuft es vor allem bei den großen Tieren. Das größte Unglück jährt sich in diesem Monat zum ersten Mal. Ein Überblick.
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Köln

Drei kleine Tigerjungen, unerwartet, ungeplant - und gezeugt vom eigenen Bruder. Der aktuelle Inzucht-Fall im Kölner Zoo fügt sich in eine Reihe von Pannen und Tragödien. Ein Überblick:

Ausgebrochener Gepard

Die Diät, die Nelson aufgrund seiner Nierenkrankheit verpasst bekam, machte den Geparden so hungrig, dass er im März 2010 über einen 2,50 Meter hohen Zaun ins Nachbargehege sprang. 20 Minuten schaute sich die Raubkatze bei den Flamingos und Enten um, bevor er wieder an seinen Platz zurückkehrte. Die Zooverwaltung hat in der Folge den Zaun erhöht. Gut zwei Jahre nach seinem Ausbruch wurde Nelson eingeschläfert, da er wegen Krankheit immer stärker abgemagert ist. Nelson wurde 15 Jahre alt.

Der Fall Petermann

Am 10 Oktober 1985 brach Schimpanse Petermann gemeinsam mit Schimpansen-Weibchen Susi aus ihrem Käfig aus — die Käfigtür war nicht ordnungsgemäß verschlossen. Petermann griff daraufhin den damaligen Zoodirektor Gunther Nogge (Archivbild) an, der zufällig im selben Augenblick das Gehege betreten hatte. Nogge wurde lebensgefährlich verletzt, den aggressiven Affen hat die Polizei erschossen. Der Fall hatte damals bundesweit Aufsehen erregt und Folgen für die Haltung von Schimpansen im Kölner und anderen Zoos gehabt. Bis zu dem Vorfall war Petermann eine Art Maskottchen des Kölner Zoos. Er trat häufiger in Smokings beispielsweise auf Karnevalsveranstaltungen auf und wurde als Werbefigur eingesetzt.

Elefantenkuh stirbt an Schock

Die Elefantendame Chumpol machte im Mai 2012 eine feindliche Begegnung mit ihren Artgenossen und verstarb daraufhin am Schock und inneren Blutungen. Kritiker warfen dem Zoo damals vor, Chumpol nicht rechtzeitig von der Herde getrennt zu haben. Bei der Obduktion stellten die Veterinäre dann fest, dass die Elefanten-Kuh wesentlich älter war als die Zoo-Leitung angenommen hatte. So sei sie schätzungsweise bei ihrem Tod schätzungsweise 55 Jahre alt gewesen. Als sie aus Thailand nach Köln kam, ging man von einem Alter von 26 Jahren aus. Hätte der Zoo um das Alter gewusst, hätte er Chumpol im Jahr 2006 nicht zusammen mit vier weiteren Elefanten nach Köln geholt. Im Jahr 2008 befand sich eine Elefantenkuh in einer anderen Gefahrensituation. Ein Pfleger musste ein Tier retten, weil sie den Ausstiege aus dem Außengehege nicht gefunden hat und in dem Wasserbecken zu ertrinken drohte.

Theo Pagel zum Tod von Chumpol

Hochgiftige Echsen mitgehen lassen

Im September 2008 haben Unbekannte hochgifte Gila-Krustenechsen aus einem Terrarium gestohlen. Die Echsen, die etwa einen halben Meter Länge erreichen können, waren in einem mehrfach gesicherten Schauterrarium untergebracht. Die Zoo-Leitung ging davon aus, dass der Dieb oder die Diebe geübt waren im Umgang mit den seltenen Tieren und diese verkaufen wollten. Der Biss einer solchen Echse kann ohne ärztliche Behandlung auch für Menschen tödlich sein.

Tapir läuft sich die Füße blutig

Ein Flachland-Tapir konnte 2008 nicht mehr laufen, weil seine Füße wund und blutig waren. Der Grund war offenbar ein falsch gebauter Boden.

Unsichtbare Flusspferde

Na, wo sind sie denn? Das fragen sich die Gäste des Hippodoms in den vergangenen Jahren häufiger. Denn immer wieder ist das Wasser im Becken so schmutzig, dass die Flusspferde Albert, Jenny und Afro schlicht nicht zu sehen sind. Seit 2010 kämpft der Kölner Zoo mit der anfälligen Filteranlage und zieht jetzt gegen die zuständige Ingenieursfirma vor Gericht.

Hippodom im Zoo eröffnet

Tiger fällt Pflegerin an

Das größte Unglück in der Geschichte des Kölner Zoos passierte am 25. August 2012. Der Sibirische Tiger Altai tötete mit einem Biss in den Hals eine 43-jährige Pflegerin. Zoo-Direktor Theo Pagel erschoss das Tier in der Hoffnung, die Mitarbeiterin retten zu können. Vergeblich. Ermittlungen haben anschließend ergeben, dass die Frau offenbar unachtsam den Käfig betreten hatte, als sich das Tier noch im Innengehege befand. Der Zoo trage damit keine Schuld für den Vorfall, dafür musste sich Pagel wegen des Schusses auf den Tiger sich einer wütenden Öffentlichkeit aussetzen.

Ungeplanter Tiger-Nachwuchs

Mit diesem Nachwuchs hat keiner gerechnet. Das Tigerweibchen Hanya bringt am 14. August 2013 drei Babys zur Welt. Sie sind offenbar bei bester Gesundheit, das Problem ist nur: Der Vater ist Sohn der Mutter. Eine große Blamage. „Für mich persönlich ist das ein Debakel“, sagt Kurator Alexander Sliwa, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Katzengruppe beim EEP, dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm ist. „So ein Inzuchtfall hätte nicht passieren dürfen.“ Keiner der Pfleger soll was von Hanyas Trächtigkeit gemerkt haben. Man sei außerdem nicht davon ausgegangen, dass der Vater so schnell die Geschlechtsreife erlangen würde.

Roter Brüllaffe spaziert im Zoo herum

Das etwa 60 Zentimeter große Tier ist am 17. August 2013 durch ein Loch in der Absperrung aus seinem Gehege ausgebrochen. Nach zwei Stunden war der Ausflug des Brülläffchens am Samstag vorbei. Das Tier kehrte freiwillig in sein Gehege zurück. Eine Gefahr für die Besucher habe nicht bestanden.

(ksta)

Inzucht bei den Tigern
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