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Nach Grossbrand: Löscharbeiten dauern bis nachts

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Endzeitstimmung im Mülllager. Foto: Grönert
Der Kölner Norden liegt aufgrund des Brands in der Müll-Sortieranlage in Köln-Niehl weiterhin unter einer Dunstglocke - die aber laut Feuerwehr nicht gesundheitsgefährdend ist. Die Löscharbeiten werden noch bis nachts andauern.
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Niehl

Der Großbrand in einem Mülllager in Köln-Niehl hält Feuerwehr und Polizei weiter in Atem. Noch bis in die Nacht zu Freitag werden die Einsatzkräfte damit beschäftigt sein, den brennenden Müll zu löschen, hieß es seitens der Feuerwehr. In der Umgebung kommt es weiterhin zu Geruchsbelästigungen. Die Feuerwehr bittet daher die Bevölkerung Fenster und Türen geschlossen halten, insbesondere in den Stadtbezirken Nippes, Kalk und Mülheim. Jens Müller, Pressesprecher der Kölner Feuerwehr, wies darauf hin, dass die Feuerwehr mit Messwagen den Rauch kontrolliert: "Die gemessenen Werte sind weit entfernt von dem, was eine Gesundheitsgefahr bedeutet."

Die Löscharbeiten in der Nacht gestalteten sich schwierig, da die Halle einsturzgefährdet war und nicht betreten werden konnte. Ein Abbruchbagger hat bereits große Teile der Wände und des Dachs der Halle eingerissen. Die Mitarbeiter der betroffenen Firma bringen mit Baggern und Radladern den brennenden Müll aus der Halle heraus, damit die Einsatzkräfte den Müll draußen ablöschen können. Die Feuerwehr hat einen weiteren Abbruchbagger angefordert, damit die Arbeiten schneller vorangehen.

Großbrand: Keine Gefahr durch dichten Rauch

Das Feuer war am Mittwochabend vermutlich an einem Müllschredder ausgebrochen und hatte sich innerhalb kürzester Zeit in der Lagerhalle ausgebreitet. Bei dem Müll handele es sich um Sperrmüll und hausmüllähnlichen Gewerbemüll. Bei dem Brand entstand laut Polizei ein Schaden in Millionenhöhe. Verletzt wurde niemand.

Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, zog eine Rauchwolke in südöstlicher Richtung über die Stadt. Acht Messfahrzeuge seien im Einsatz, um die Schadstoffkonzentrationen im Stadtgebiet zu messen. Bislang seien noch keine gesundheitsschädlichen Belastungen gemessen worden. (Kartenansicht: Hier brennt es in Niehl)

11.000 Liter Wasser pro Minute

Ein angeforderter Spezialbagger riss in der Nacht zu Donnerstag die Wände und das Dach der Halle ein, damit die Einsatzkräfte von außen das Feuer löschen können. Ein Übergreifen der Flammen auf die andere Gebäudehälfte konnte laut Feuerwehr verhindert werden. In der Halle war etwa 1.000 Tonnen Müll gelagert. Eine weitere Halle auf dem Gelände der Entsorgungsfirma blieb von dem Feuer verschont. Etwa 220 Einsatzkräfte waren bis in den Morgen hinein damit beschäftigt, den brennenden Sperr- und Gewerbemüll mit Wasser und Schaum zu löschen. Weil die Vorräte zur Neige gingen, mussten sie weiteren Löschschaum von Feuerwehren aus benachbarten Kreisen anfordern. Zeitweise wurden bis zu 11.000 Liter Wasser pro Minute eingesetzt. Eine Fachfirma wurde beauftragt, das kontaminierte Löschwasser zu entsorgen.

Die Ursache stand nach Polizeiangaben zunächst nicht fest. Die Brandermittler hätten wegen des Feuers die Halle noch nicht betreten können, sagte ein Polizeisprecher.

Stichflamme im Schredder

Die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgessellschaft (AVG) vermutet, dass eine brennbare Flüssigkeit, die illegal als Gewerbemüll angeliefert worden ist, das Feuer auslöste. AVG-Sprecher Tilo Dumuscheidt sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, es habe während des Schredderns gegen 17.45 Uhr eine große Stichflamme gegeben. „Innerhalb weniger Sekunden hat die ganze Halle Feuer gefangen“, berichtete er. Glücklicherweise konnten sich alle Kollegen retten. Um was für eine Flüssigkeit es sich handeln und wer sie angeliefert haben könnte, war auch am Donnerstagmittag unklar.

Großbrand in Niehl

In der brennenden Halle hatten sich etwa tausend Tonnen Gewerbeabfälle und Sperrmüll befunden, die in der Anlage sortiert und verwertet werden. Das Feuer hat kein weiteres Gebäude erreicht.

Die Halle, die zur Anlage gehört, brannte in voller Ausdehnung, wie ein Sprecher der Kölner Feuerwehr am Mittwochabend berichtete. Es sei Alarmstufe 6 ausgerufen. Damit bezeichnet die Feuerwehr eine Technische Hilfsleistung in großen Ausmaß. Höchststufe ist Alarmstufe 7 bei Gefahrengut.

In der Anlage in Köln-Niehl werden Abfälle, die in Gewerbe- und Industriebetrieben anfallen, sortiert und geschreddert. Das können Papier und Pappe, Gummi-, Holz-, Kunststoff- und Kabelabfälle, Sägemehl und -späne, Stoff- und Gewebereste sowie Verpackungsmaterial sein.

(ksta, dapd)

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