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Starkstromtrasse: Bürger demonstrieren immer lauter

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Auch auf dem Asphalt des Niehler Damms protestieren Anwohner gegen die Verlegungspläne. Foto: Schöneck
Die Bewohner von Alt-Niehl machen weiter mobil gegen die entlang des Niehler Damms geplante 380-Kilovolt-Starkstromleitung. Bei einer Protestkundgebung auf dem Spielplatz am Rheinufer forderten sie lautstark eine alternative Route.  Von
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Niehl

Bei einer Protestkundgebung auf dem Spielplatz am Rheinufer, vis-à-vis dem „Gaffel im Linkewitz“, bestärkten sie ihre Ablehnung des Großprojekts. Das soll nach bisherigen Plänen von 2015 an das auf dem Hafengelände geplante Heizkraftwerk Niehl III mit dem Umspannwerk in Opladen verbinden.

Die Niehler fordern stattdessen die Alternative, das Hochspannungskabel an der unbewohnten Industriestraße zu verlegen. An die 80 Bürger, darunter viele Familien mit Kleinkindern, hatten sich versammelt – und äußerten bei einer spontanen Mini-Demo auf der Alt-Niehler Uferchaussee mit lauten „Hopp, hopp, hopp – Kabel-Stopp“-Chören und Protestplakaten ihren Unmut. Auch an vielen Hausfassaden hingen Transparente.

Das Kabel soll nach bisherigen Plänen entlang des Niehler Damms gelegt werden und das auf dem Hafengelände geplante Heizkraftwerk Niehl III  mit dem Umspannwerk in Opladen verbinden.
Das Kabel soll nach bisherigen Plänen entlang des Niehler Damms gelegt werden und das auf dem Hafengelände geplante Heizkraftwerk Niehl III mit dem Umspannwerk in Opladen verbinden.
Foto: KStA-Grafik

20 Grad wärmeres Erdreich

Denn trotz Aussage der Rhein-Energie, dass das Kabel unschädlich sei, haben die Alt-Niehler weiterhin Angst vor der Magnetstrahlung, die von der in rund zwei Metern Tiefe – recht dicht an den Häusern vorbei – geplanten Leitung ausgehen könnte. „Es gibt hier Anwohner, die könnten ihren Arm aus dem Fenster strecken und wären direkt auf Höhe der Trasse“, sagte Bernhard Peters von „Niehl aktiv“. Das Netzwerk hatte sich Ende März gegründet, nachdem die Pläne bekanntgeworden waren. Außer um ihre Gesundheit sorgen sich die Bürger auch um die Allee-Bäume – da die Leitung das direkt umliegende Erdreich wohl um 20 Grad erwärme. „Was dann mit den Wurzeln passiert, kann man sich ausrechnen“, so Peters.

In Höhe des Spielplatzes am Rheinufer versammeln sich die Alt-Niehler zum gemeinsamen Gruppenfoto.
In Höhe des Spielplatzes am Rheinufer versammeln sich die Alt-Niehler zum gemeinsamen Gruppenfoto.
Foto: Schöneck

Jüngst konnten die Alt-Niehler jedoch einen Teilerfolg verbuchen: Nach der emotionalen Versammlung im Pfarrheim St. Katharina hatte die Rhein-Energie zu einem zweiten Treffen in der Turnhalle am Nippeser Tälchen eingeladen; dort kündete Netz- und Technikvorstand Andreas Cerbe an, dass die Rhein-Energie nun doch zwei Alternativrouten westlich und östlich der Industriestraße durch Ingenieurbüros prüfen lasse. Zuvor hatte der städtische Versorger bereits betont, dass die Kabel wegen baulicher Hindernisse entlang der Industriestraße nur sehr aufwendig verlegt werden könnten. Zunächst war geplant, Anfang Mai mit der Verlegung am Niehler Damm zu beginnen – doch nun werden bis zum Ende aller Prüfungen sämtliche Arbeiten ruhen.

„Uns wurde zugesagt, dass wir die Zwischenergebnisse der Prüfung einsehen dürfen“, erläuterte Hermann Josef Willems. „Mit dem Treffen wollen wir unserer Forderung Nachdruck verleihen, dass ernsthaft nach einer anderen Trasse gesucht wird.“
Die Sicht der Bürger stützt eine Stellungnahme eines Kölner Fachinstituts: Eine Reihe von Studien weise darauf hin, dass sich das Risiko für Kinderleukämie ab einer Dauer-Magnetstrahlung von 0,4 Mikrotesla verdoppele. Deshalb solle man vorsichtshalber unter 0,4 bleiben, so das Fazit. Eine Leitung am Niehler Damm würde dagegen bei Volllast mit bis zu sechs Mikrotesla abstrahlen. Allerdings: Der deutsche Grenzwert für Wohngebiete liegt noch weit darüber – bei 100 Mikrotesla.

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