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Straßenbau: Seit 46 Jahren Bau am Gürtel

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Nach dem Vorschlag von SPD und CDU soll die Gürteltrasse zunächst bis zum Niehler Kirchweg ausgebaut werden. Hinter dem bereits asphaltierten Parkplatz am Bezirksrathaus käme sie heraus. Foto: Schöneck
Im Mai 1967 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger darüber, dass die Planungen für die Verlängerung des Gürtels bis zur Mülheimer Brücke begonnen haben. Fast 46 Jahre später könnte der Ausbau nun tatsächlich Realität werden.  Von
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Mauenheim/Weidenpesch

In Deutschland regierte die Große Koalition – und zwar das Kabinett Kiesinger. Das „Sergeant Pepper“-Album der Beatles stand kurz vor der Veröffentlichung. Und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete unter dem Titel „Der Gürtel schließt sich“ über den Auftakt der Planungen für das Vorhaben, die unvollendete Trasse von der Merheimer Straße bis zur Mülheimer Brücke zur verlängern. Dies war im Mai 1967 – und fast 46 Jahre später ist auf dem knapp zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Mauenheim und Niehl noch immer alles wie gehabt. Zuletzt entschied der Stadtrat 2010, alle bisherigen Ausbaupläne zu verwerfen und den Gürtel in abgespeckter Form neu zu planen.

Nun will die Bezirksvertretung Nippes dem Verfahren auf die Sprünge helfen: Gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und des Linken-Mandatsträgers Andree Willige beschloss das Stadtteilparlament einen Antrag von SPD und CDU, den Gürtelausbau in drei Abschnitte aufzuteilen. Zunächst solle der Abschnitt zwischen Merheimer Straße und Niehler Kirchweg gebaut werden; die restliche Strecke bis zur Rampe, die zur Mülheimer Brücke führt, könne in zwei weiteren Etappen realisiert werden.

Kritik von den Grünen

„Wir sind uns im Klaren, dass wir den Gürtel nicht in seiner ganzen verbleibenden Länge auf einen Schlag ausgebaut bekommen“, betonte SPD-Fraktionschef Horst Baumann. Deshalb wolle man das Vorhaben aufsplitten. So ließen sich schneller Entlastungen für die Bürger herbeiführen – vor allem für jene Anwohner in Mauenheim und Weidenpesch, bei denen der Gürtel derzeit endet. „Die Merheimer Straße (hinter dem Gürtel) und die Bergstraße haben mittlerweile den Charakter von Stadtautobahnen angenommen“, ergänzte Baumanns CDU-Kollege Christoph Schmitz.

Gegen die Idee, zunächst nur bis zum Niehler Kirchweg zu bauen, protestierte Grünen-Fraktionschef Herbert Clasen. „Wir haben da mehrere Schulen und Tempo 30, es ist ein hochsensibler Bereich“, sagte er. „Zudem würden wir Lastwagen reinholen, da der Gürtel für Lkw ausgelegt sein soll.“ In der Bergstraße gäbe es andere Möglichkeiten, für mehr Ruhe zu sorgen – etwa die Einrichtung einer Einbahnstraße. „Wir sollten die Stadtteile nicht gegeneinander ausspielen“, ergänzte seine Fraktionskollegin Regine Bechberger. „Künftig leiden dann die Leute am Niehler Kirchweg, wenn da alle runterfahren.“

SPD und CDU widersprachen vehement. „Die Alternative ist windig, sie ist geeignet, den Ausbau ein für alle Mal auszuschließen“, so Baumann. Und Schmitz: „Der Gürtel soll ja nicht am Niehler Kirchweg enden, sondern dann weitergebaut werden.“

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