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Von Hund getötet: 30 Schafe in Niehl gerissen

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30 Schafe einer Herde wurden in Niehl vermutlich von einem Hund gerissen. Foto: Arton Krasniqi
30 Schafe sind am Freitagmorgen auf einer Wiese in Niehl vermutlich von einem Hund getötet worden. Mehrere Tiere der 700 bis 800 Schafe zählenden Herde wurden verletzt. Die Schäferin erstattete Anzeige bei der Polizei, es werden Zeugen gesucht.  Von
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Niehl

Immer wieder versucht das Schaf, auf die Beine zu kommen, doch sie knicken unter ihm weg. Schließlich bleibt das Tier erschöpft liegen. Eine Viertelstunde später bewegt es sich nicht mehr. 30 weitere tote Schafe liegen auf der Wiese an der Scarletallee in Niehl, viele andere wurden durch Bisse schwer verletzt. Es ist ein schreckliches Bild, das sich einer Schäferin am Freitagmorgen bietet, als sie zur Weide kommt. Vermutlich hat ein Hund ihre Tiere getötet.

700 bis 800 Moorschnucken gehören zur Herde, die mit einem Elektronetz eingezäunt war. Bis zum Nachmittag hat die Schäferin noch keinen Überblick über die Anzahl der verletzten Schafe. Passanten entdecken ein Tier in einem dornigen Gebüsch, es ist wohl in Panik dorthin geflüchtet. Die Schäferin muss mit aller Kraft an ihm zerren, um es zu befreien, es bleibt kurz liegen, läuft dann zur Herde, es scheint unverletzt zu sein. „Es ist immer das Gleiche“, sagt die 54-Jährige fassungslos. „Die Leute lassen ihre Hunde einfach laufen – und hauen dann auch noch ab.“ Sie hat Anzeige gegen unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Polizei erstattet.

Gerd Feld ist Schafzuchtberater bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. „Es kommt leider viel zu oft vor, dass freilaufende Hunde Schafherden angreifen“, sagt er. Er vermutet, es könnten sogar zwei Hunde gewesen sein. „Wer weiß, wie lange es gedauert hat, bis der Besitzer den oder die Hunde zu fassen gekriegt hat.“ Besonders tragisch sei, dass viele Moorschnucken gerade trächtig seien. „Es wird ganz sicherlich zu Fehlgeburten kommen, die Muttertiere waren ja in Todesangst, wenn sie derart gehetzt wurden.“ Auch Panik könne eine sogenannte Verlammung auslösen, eine Ausstoßung des Lamms, das noch nicht lebensfähig ist. Moorschnucken sind eine gefährdete Haustierrasse. „Ein Tier ist 100 bis 120 Euro wert“, sagt Gerd Feld.

Schafe schreien selten vor Schmerz

„Wenn man davon ausgeht, dass die halbe Herde jetzt ihre ungeborenen Lämmer verliert, ist das katastrophal.“ Allein der finanzielle Schaden gehe in die Tausende. Eine genaue Summe muss in einem Schadensgutachten beziffert werden. „Da fließen auch die Tierarztkosten ein für die Schafe, die vielleicht noch gerettet werden können.“ Die Tiere, die schwer verletzt überlebt haben, liegen am Freitag zwischen den anderen. Sie geben keinen Laut von sich. „Es dauert sehr, sehr lange, bis ein Schaf vor Schmerzen schreit“, sagt Gerd Feld. Die Tiere seien sehr leidensfähig – auch das mache es schwierig, die verletzten Schafe inmitten der großen Herde schnell zu finden.

Für die gesamten Kosten müsste der Hundehalter aufkommen – sollte die Polizei ihn ausfindig machen. „Man kann nur hoffen, dass sie ihn kriegen“, sagt Feld.

Die Schäferin hat dasselbe Horrorszenario bereits im vergangenen Oktober erlebt. Damals grasten ihre Tiere am Ufer in Rheinkassel, als ein Hund in die Herde stürmte und mehr als 50-mal zubiss. Ein Schaf starb, ein zweites musste eingeschläfert werden. Der Hundebesitzer versuchte zu entkommen. Mehrere Spaziergänger mussten ihn daran hindern.

Die Polizei sucht dringend Zeugen, die zwischen Donnerstag, 16 Uhr, und Freitag, 9 Uhr, verdächtige Beobachtungen an der Scarletallee gemacht haben. Sie werden gebeten, sich unter Telefon
02 21/2 29-0 zu melden.

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